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Elektroauto laden: An vielen Säulen zahlt man mit Abo drauf

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Von: Marcus Efler

Ob bei Aldi, Lidl oder kommunalen Ladesäulen: Wer beim Bezahlen des Stroms die falsche Karte zückt, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Wer vom Verbrenner auf Elektroauto umsteigt, muss sich nicht nur beim Fahren oder der Planung längerer Touren umgewöhnen. Auch das Laden von Strom unterwegs unterscheidet sich deutlich vom Sprit fassen. Es dauert länger, das Netz der Stationen ist dünner. Vor allem sind die Kosten bei Ladesäulen im Vergleich zu Tankstellen überaus intransparent: Große Billboards, die Preise verkünden, sucht man an den meisten Stromstationen vergeblich.

Immerhin hat es demnächst ein Ende mit dem Zwang, zum Laden eine bestimmte Ladekarte oder App nutzen zu müssen: Ab Mitte nächsten Jahres müssen neue Säulen gängige Kredit- und Girokarten akzeptieren. Doch diese Art der Bezahlung kann, gerade in Zeiten steigender Strom- und Ladekosten (zum Beispiel an der Tesla-Superchargern) bei der Rechnung zu unangenehmen Überraschungen führen (trotzdem ist laden grundsätzlich immer noch günstiger als tanken).

Elektroauto laden: An vielen Säulen zahlt man mit Abo drauf

Aldi Süd macht Schluss mit Gratis-Strom und bittet seine Kunden ab Juni an den Ladesäulen zur Kasse. Der Discounter  baut das Angebot zudem aus.
Bei manchen Ladesäulen, etwa von Aldi, unterbietet der Original- den Abo-Preis. (Symbolbild) © Aldi Süd

Die klare Empfehlung lautet deshalb, ein Abo für das Laden abzuschließen. Mit der dazugehörigen Ladekarte (das sind die günstigsten) kann der Akku dann europaweit zu einem fixen, vorher festgelegten Kilowattstunden-Preis mit Strom gefüllt werden. Vor allem an mit Gleichstrom betriebenen Schnelllade-Säulen entlang der Autobahn lasst sich so mitunter richtig viel Geld sparen.

Doch bei den langsameren Wechselstrom-Säulen kann das komplett anders aussehen. Hier lautet der Tipp ganz klar: Nicht einfach die Abo-Karte oder -App zücken, sondern vorher Preise vergleichen. So kassieren die Discounter-Ketten Aldi und Lidl an ihren mittlerweile kostenpflichtigen Stationen von Kreditkarten-Zahlern faire 29 Cent pro Kilowattstunde Wechselstrom (AC). Auch viele kommunale Ladenetz-Betreiber verlangen noch 30 Cent oder knapp darüber.

Elektroauto laden: Wechselstrom ist im Abo oft teurer

Das kann sich zwar ändern, und tatsächlich ziehen die Preise mancherorts schon kräftig an. Aber noch findet man viele günstige Angebote. Aber Vorsicht: Wer dort mit der Abo-Karte zahlt, wird für denselben Strom an derselben Säule möglicherweise deutlich stärker zur Kasse gebeten. So kostet AC-Laden über das EnBW-Abo ohne Grundgebühr 45 Cent pro kWh – bei Aldi und Lidl ein satter Aufschlag von 16 Cent, der jede Akkufüllung um über 55 Prozent verteuert. Selbst wer für 5,99 Euro monatlich den „Viellader-Tarif“ bucht, zahlt mit 39 Cent deutlich mehr als den originalen Discounter-Tarif.

Auch die eigenen Tarife der Autohersteller sind nicht automatisch eine Garantie für niedrige Preise. So verlangt Audi bei seinem Abo 45 Cent/kWh an AC-Säulen – selbst im „Transit-Tarif“ mit 17,95 Euro monatlicher Grundgebühr. „Der e-tron Charging Service hat nicht den Anspruch, bei jedem öffentlichen AC-Ladevorgang den allergünstigsten Strompreis zu bieten“, so ein Audi-Sprecher: „Es ist klar, dass lokal begrenzte Angebote günstiger sein können.“

Allerdings bedeuten die höheren Preise nicht automatisch, dass Audi und andere Abo-Anbieter zusätzliche Gewinne einfahren: Oft müssen sie ihrerseits unverhältnismäßig hohe Preise an die Ladesäulen-Betreiber bezahlen.

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Elektroauto laden: Abos sind vor allem beim Schnellladen günstig

Beim schnellen Gleichstrom-Laden unterwegs sind die Ingolstädter indes recht günstig: Im guten Ionity-Netz, das der VW-Konzern mit betreibt, lädt man im Abo für 36 Cent (statt 79 Cent mit Kreditkarte). Wie es richtig günstig geht, zeigt freilich Korea-Konkurrent Genesis: Wer etwa einen Electrified GV70 kauft, kann vier Jahre ohne Grundgebühr bei Ionity für 25 ct/kWh laden. Für Fahrer elektrischer Autos gilt also bei jedem Laden dasselbe wie für jeden Supermarktkunden beim Samstags-Einkauf: Wer Preise vergleicht, spart ordentlich Geld.

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