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Alexander Richter soll Nachwuchs pushen

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Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat einen echten Coup für die Neuorientierung der Nachwuchsarbeit des Vereins gelandet. © Red

Frankfurt . Alexander Richter wird die Nachfolge von Andreas Möller im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt antreten. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau soll der 51-Jährige im Sommer seinen Dienst am Riederwald antreten und die seit Jahren darbende Jugendabteilung auf Vordermann bringen. Alex Richter, ein Kind des Ruhrpotts, gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet, als absolute Fachkraft.

Es ist überraschend, dass der in Bochum verwurzelte und seit fast eineinhalb Jahrzehnten beim VfL arbeitende Experte seinen Herzensverein verlässt.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche buhlte aber hartnäckig um Richter, lockte ihn mit einem perspektivischen Zukunftsplan und auch einem bestens dotierten Vertrag. Für die wieder eingeführte Reserve, die de facto eine U21 wird, soll zudem Ex-Profi Markus Daun als Chefcoach verpflichtet werden. Der 41-Jährige arbeitet zurzeit als Co-Trainer der U19 in Leverkusen, vorher war er beim 1. FC Köln.

Sportboss Krösche hat den Nachwuchs zur Chefsache erklärt und geht die Sache mit Nachdruck an, er will die seit Jahren hinter den Anforderungen herhinkende Jugendarbeit auf ein anderes Niveau hieven. Dieses Mal sollen es nicht, wie bei seinen Vorgängern, nur leere Worthülsen sein, sondern da steckt echter Reformwillen dahinter.

Ein wichtiger Baustein ist da eben Alex Richter, der weiß, wie das Geschäft funktioniert, weil der ausgebildete Fußballlehrer schon seit 2008 für den VfL Bochum im Nachwuchsbereich arbeitet, zunächst als Cheftrainer und Ausbildungsleiter, seit März 2011 als Leiter des »Talentwerks«. Durch die Hände des Schmieds liefen schon einige Hochkaräter, die Nationalspieler Ilkay Gündogan (Manchester City) etwa oder Lukas Klostermann (RB Leipzig).

Die engste Beziehung hat er aber zu Bayern-Starspieler Leon Goretzka, den er als Fußballer und Menschen über die Maßen schätzt. Früh war ihm klar, dass dieser Goretzka das Zeug für eine außergewöhnliche Karriere haben würde.

Richter zog den zurzeit verletzten deutschen Nationalspieler fußballerisch groß, sorgte in enger Absprache mit der Familie dafür, dass der hochveranlagte Mittelfeldmann in Bochum zum Profi avancierte, ehe der VfL zu klein für Goretzka wurde. Im VfL-Podcast bedankte sich dieser per Sprachnachricht bei seinem Mentor Richter: »Ich habe unheimlich viel von Dir gelernt und bin für alles dankbar, auch für den großartigen Einsatz beim Stemmen meines Abiturs.« Die Begleitung auch außerhalb des Fußballfeldes ist Alexander Richter besonders wichtig.

Richter wird dann auch Patrick Ochs übergeordnet sein. Der 37 Jahre alte Ex-Eintracht-Profi, zurzeit noch beim Fünftligisten SC Hessen Dreieich, soll bei der neuformierten Frankfurter Reserve eine zentrale Rolle einnehmen.

INGO DURSTEWITZ

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