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Alles ist auf Aufstieg ausgerichtet

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Hochtaunuskreis . Zum Abschluss der Wintercheck-Serie der Fußball-Gruppenligisten aus dem Hochtaunus analysieren wir die Situation bei den noch ungeschlagenen Sportfreunden Friedrichsdorf

Was war: Sprosse für Sprosse nahmen die Sportfreunde Friedrichsdorf in den vergangenen fünf Jahren und kletterten auf der Erfolgsleiter nach oben. 2016/17 war es für sie noch in der Kreisoberliga um Punkte gegangen - am Ende jener Spielzeit sprang ein Platz im Mittelfeld (8.) heraus. Ein Jahr später war es dann schon Rang vier in der KOL. Bis man - erheblich verstärkt - in der Saison 2018/19 Nägel mit Köpfen machte und mit vier Punkten Vorsprung auf die SG Ober-Erlenbach als Meister in die Gruppenliga Frankfurt West aufstieg. Dort etablierten sich die Sportfreunde recht schnell.

Die wegen Corona nach 21 (von 32) Spielen abgebrochene Saison 2019/20 beendete der Liganeuling auf Rang zwölf. Noch besser lief es 2020/21: Nach nur 12 von 38 Partien war zwar erneut wegen der Pandemie vorzeitig Schluss - doch standen die Sportfreunde hinter dem SC Dortelweil und FC Neu-Anspach sogar an dritter Stelle. »Und dieser dritte Platz hat bei uns für die aktuelle Runde den Appetit geweckt«, sagt Alexandros Theodosiadis.

Als spielender Co-Trainer hatte der gebürtige Bad Homburger schon 2018 das Sportfreunde-Trikot getragen. Der 33-Jährige übernahm dann beim FSV Frankfurt Aufgaben als Co-Trainer der U17 und des Regionalliga-Teams. Jedoch beendeten die Bornheimer im Zuge der Trennung von Angelo Barletta auch die Zusammenarbeit mit Theodosiadis. Also kehrte dieser am 10. Oktober nach Friedrichsdorf zurück. Die Sportfreunde hatten gerade 1:1 gegen den SKV Beienheim gespielt und sich dann - nach wie vor unbesiegt - von Trainer Necip Incesu getrennt. Theodosiadis übernahm und feierte mit einem 6:0 beim SV Steinfurth einen Wiedereinstand nach Maß.

Auf der Lauer

»Jetzt marschieren wieder die gleichen drei Clubs an der Spitze vorneweg - wir aber diesmal vor den Anspachern, die wegen zahlreicher Verletzungen ein wenig geschwächelt haben«, sagt Theodosiadis. Mit 52 Punkten liegen seine Sportfreunde auf der Lauer - in der Hoffnung, den ebenfalls noch unbesiegten SC Dortelweil (54) zu überflügeln.

Was sich im Winter getan hat: Um die Titelambitionen noch zu untermauern, wurden drei Verstärkungen getätigt: Okan Götürmen (RW Frankfurt/Zentrum und Außenbahn), Marcus Weinhardt (FV Bad Vilbel/Angriff) und Canel Burcu (FC Bayern Alzenau/Zentrum). Gegangen sind Ali Razai (zur DJK Bad Homburg), Jonatan Tesfaldet (SV Zeilsheim) und Ranko Tomic (TuRa Niederhöchstadt). Die erst Anfang Februar begonnene Vorbereitung (»Der späte Termin war die Belohnung an die Jungs für eine starke Vorrunde, aber jeder hatte seinen Laufplan bekommen« - O-Ton Theodosiadis) verlief nicht rund. Der Trainer berichtet von bis zu sieben verletzungsbedingten Ausfällen, darunter Neuzugang Götürmen. Auch Corona war ein Thema im Team. »Ich selbst hatte mich im Dezember angesteckt«, sagt Theodosiadis. Mittlerweile seien aber wieder alle gesund und an Bord - was jedoch nicht für die Verletzten gilt. Theodosiadis: »Wir werden am Sonntag beim SV Gronau noch vier, fünf Mann ersetzen müssen.«

Was schon gut klappt: Wenn auch das vierte und letzte Vorbereitungsspiel gegen die Sportfreunde Seligenstadt mit 1:2 verloren wurde, war es aus Sicht des SF-Coachs »unsere beste Leistung zum richtigen Zeitpunkt«. Vor allem in der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft an die Vorstellungen vor der Winterpause angeknüpft und sich viele Chancen erarbeiten können. Die drei vorherigen Tests wertete er als »Findungsphase«.

Wo es noch klemmt: In puncto Chancenverwertung darf es laut Trainer »noch besser werden, denn da haben wir in den Testspielen vieles liegengelassen«. Die Winter-Zugänge sind schon »ganz gut integriert, müssen sich aber noch etwas einspielen«.

Wie es daheim, wie es in der Fremde läuft: »In meinem ersten Gruppenliga-Jahr bei den Sportfreunden hatten wir noch eine recht schwache Heimbilanz«, sagt Alexandros Theodosiadis. Das ist Schnee von gestern. Mittlerweile sind die Sportfreunde zu Hause und auswärts auf dem gleichen Level - einem sehr starken: 9 Siege/2 Remis/0 Niederlagen (34:9 Tore) daheim - 7/2/0 (27:6) als Gast.

Wo es noch hingehen soll: In die Verbandsliga. Eine klare Ansage von Trainer und Vereinsführung um Präsident und Mäzen Holger Krieg. Auf den Titelgewinn sei, so Theodosiadis, alles ausgerichtet und alles andere müsse, auch Gespräche über seine Vertragsverlängerung, hinten anstehen.

»Für unsere Fans wäre es natürlich ein Traum, wenn wir im allerletzten Saisonspiel am 12. Juni den Deckel draufmachen könnten«, sagt Theodosiadis. An jenem Sonntag werden die Sportfreunde in Dortelweil antreten (Hinspiel: 2:2). Vielleicht klappt es ja dann erneut mit der besten Leistung zum richtigen Zeitpunkt . . .

Wie getestet wurde: SV der Bosnier in Frankfurt (Verbandsliga) - Sportfreunde 2:2, TuRa Niederhöchstadt (Gruppenliga) - Sportfreunde 2:1, Sportfreunde - FV Bad Vilbel (Hessenliga) 0:4, Sportfreunde - Spfr. Seligenstadt (GL) 1:2.

WOLFGANG BARDONG

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