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Auf Anhieb Hessenmeisterin

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Die U14-Hessenmeisterin Polina Bezsonna ist nach der Flucht aus der Ukraine am 12. März in Schmitten angekommen und ist für den Schachklub Bad Homburg erfolgreich. © Gerhard Strohmann

Hochtaunuskreis (jf). Die nach der Flucht aus der Ukraine jetzt in der Taunus-Gemeinde Schmitten lebende zwölfjährige Polina Bezsonna hat über den Sport rasch Anschluss gefunden und ist als Schach-Hessenmeisterin der Altersklasse U14 kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland bereits zu einem Erfolgserlebnis gekommen, das ihr das das Leben in der neuen Heimat erleichtert.

Der 12. März 2022 ist zu einem wichtigen Meilenstein im Leben der Familie Bezsonna geworden. Mutter Nataliya und ihre beiden Töchter Kseniia (21) und Polina hatten als Flüchtlinge aus der Ukraine Zuflucht in der Feldberg-Gemeinde Schmitten gefunden, während der Vater in der Heimat geblieben ist. Genauer gesagt in Tscherkassy, einer 286 000 Einwohner großen Metropole 160 Kilometer südöstlich von Kiew am Südufer des zum Krementschuker Stausee angestauten Dnjepr. Diesen Stausee überquert eine Eisenbahnbrücke, die wichtiges Teilstück der Bahnlinie von Moskau nach Odessa ist.

Dass die weiblichen Mitglieder der Familie Bezsonna in Deutschland so schnell heimisch geworden sind, verdanken sie auch dem Talent von Nesthäkchen Polina. Über das Internet nahm die junge Ukrainerin Kontakt zum Schachklub Bad Homburg auf, stellte sich dort vor - und gewann für den 1927 gegründeten Traditionsverein nur wenige Wochen später in Bad Homburg den Hessenmeister-Titel in der Altersklasse U14.

»Polina hat sich bereits mit fünf Jahren für Schach interessiert und sich mit sechs Jahren dem Verein Gambit Kiew angeschlossen, der für seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit über die Grenzen der Ukraine hinaus bekannt ist«, berichtet ihre ältere Schwester, die seit den Osterferien an der St. Angela-Schule in Königstein als Lehrerin unterrichtet.

Polina, die das Taunus-Gymnasium in Königstein besucht, wird von der international erfolgreichen Schachspielerin und FIDE-Meisterin Tetiana Kostak betreut, die als Trainerin 1999 mit der Frauenmannschaft von Cherson Mannschafts-Europameister geworden war und jetzt in Stuttgart lebt.

Mit dem Gewinn der Hessenmeisterschaft hat Polina Bezsonna (ihr sportliches Vorbild ist Weltmeister Magnus Carlsen) nicht nur erste Spuren auf dem Weg zu einer möglicherweise sehr großen Karriere hinterlassen, sondern sich zugleich für die Deutschen Jugend-Meisterschaften qualifiziert, die traditionsgemäß im Juni in Willingen stattfinden werden.

Walter Schmidt, der 1. Vorsitzende des SK Bad Homburg: »Wir würden Polina dort sehr gerne die Teilnahme ermöglichen und hoffen auf Unterstützer und Spenden, um den Aufenthalt vom 5. bis 11. Juni finanzieren zu können.«

Der Schachklub aus der Kurstadt, der in den Osterferien mit elf von 79 Teilnehmern in den Räumen der Jugendherberge »Am Mühlweg« in Bad Homburg bei den Hessischen Landesmeisterschaften stark vertreten war, kann im Hotel Sauerlandstern in Willingen nicht nur das neue Mitglied Polina Bezsonna aus der Ukraine ins Rennen um die Nachwuchstitel schicken.

Für die »Deutschen« haben sich nämlich außerdem auch noch Anton Belin, Yunsheng Zhao (beide Altersklasse U10) und der frischgebackene Hessische »Blitzmeister« Justus Mandalka (U12) qualifiziert.

Belin, Mandalka und Zhao qualifiziert

Justus Mandalka sicherte sich in seinem ersten Wettkampfjahr in der U12 ganz souverän und ungeschlagen den Titel mit sieben Siegen und zwei Remis in neun Partien und ließ dabei die starken Konkurrenten Lloyd Shang Burkart (TuS Makkabi Frankfurt) und Bayastan Sydykov (SK Gießen) klar hinter sich und sitzt im Juni bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften schon zum dritten Mal in Folge am Spieltisch.

Sehr zur Freude von SK-Jugendleiter Jan Goetz, der interessierte Jugendliche jeweils freitags von 17.45 bis 19.45 Uhr zum Training im Vereinshaus Gonzenheim empfängt.

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