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Aufstiegstrainer geht

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Frankfurt (mk). Am Ende waren die Meister- und Aufstiegspartys gleichzeitig Abschiedsfeiern, auch für ihn. Trotz der gemeinsamen Erfolgsgeschichte erhält Trainer Bo Subr bei den Frankfurter Löwen keinen neuen Vertrag und wird so auch nicht den Weg mit in die erste Klasse des deutschen Eishockeys gehen.

»Nach intensiven Gesprächen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Bos und unsere Ansichten, unter anderem auch hinsichtlich der zukünftigen finanziellen Bedingungen, sehr weit auseinanderliegen«, erklärt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. »Somit haben wir uns entschieden, Bo keinen Vertrag mehr anzubieten.«

Fritzmeier bedankte sich bei Subr für die gute Arbeit, welche er gemeinsam mit dem Trainerteam geleistet habe. Im Ergebnis war es eine Saison voller Bestwerte: mit dem ersten Platz in der Hauptrundentabelle, den meisten Punkten der Frankfurter DEL-2-Geschichte, vollendet von einer sagenhaften Zwölf-Siege-Serie in den Play-offs, bis zum Titel - und damit der Berechtigung zur Rückkehr eines traditionsreichen Standorts in die erste Klasse, zwölf Jahre nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger.

Sportlich war das Wirken des 41-jährigen Tschechen dabei nicht immer unumstritten gewesen, den Fritzmeier - für viele überraschend - von den Tilburg Trappers aus der Oberliga Nord nach Frankfurt geholt hatte. Im eher durchwachsenen Dezember etwa war rund um die Eissporthalle am Ratsweg durchaus Kritik laut geworden am Trainer einer Mannschaft, die mit vielen erfahrenen und in der DEL 2 namhaften Spielern einzig für das Aufstiegsziel zusammengestellt worden war.

Diesen Auftrag erfüllte man unter Subrs Leitung dann letztlich auf beeindruckende Weise. Die Frage für die Löwen-Leitung, abgesehen von finanziellen Aspekten, musste danach nur lauten: Ist der Trainer, der diese Mission, für die er verpflichtet worden war, meisterte, auch der Richtige für die Herausforderungen, die ab September eine Etage weiter oben anstehen? Statt um Meisterschaft und Aufstieg wird es dann fürs Erste um den Klassenerhalt gehen, möglicherweise am besten mit einem Coach, der sich in der Klasse besser auskennt und weiß, wie man mit einem Außenseiter auch gegen besser besetzte Gegner punkten kann.

»Wir dürfen nicht naiv sein: Das wird eine ganz andere Welt«, betont Fritzmeier und gibt als Löwen-Leitlinie schon einmal aus: »Das geht nur mit Leidenschaft und Zusammenhalt.« Er muss dafür nun einen neuen Headcoach suchen, viele neue Spieler ebenfalls. Gut möglich, dass ein gutes Dutzend Meister-Löwen weiter Frankfurter Farben trägt, ein gutes Dutzend Neuzugänge dürfte es aber ebenso geben - nicht nur wegen gestiegener Anforderungen, auch wegen anderer Maßgaben: Neun Ausländer dürfen in der DEL auf dem Spielberichtsbogen stehen statt vier in der Zweiten Liga, und drei U-23-Spieler sollen es sein statt sechs Mal U24 und davon zwei Mal U21.

Hinter den Kulissen wird eifrig an diesen und anderen Themen gearbeitet. Am Dienstag musste der Aufsteiger etwa den Antrag auf eine erstklassige beim DEL-Büro in Neuss einreichen, selbstverständlich ist deren Erteilung trotz einer gewissen Zuversicht im Löwen-Lager nicht, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Auch das spielte in den Gesprächen mit Subr eine Rolle, so klang es aus Fritzmeiers Erklärung heraus: Finanziell sind die Ansprüche mit dem Aufstieg natürlich gestiegen, nicht nur bei den Spielern, aber da gibt es eben auch Grenzen, gerade in Frankfurt. Mit einer Nachfolge-Regelung für Meistertrainer Subr wird es nicht nur deshalb noch etwas dauern.

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