Corona-Pause: Ball sollte spätestens am 18. April rollen

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ORTENBERG - Der Hessische Volleyballverband hat die laufende Saison bereits wegen der Corona-Pandemie abgebrochen und annulliert. Hessens Handballer sind noch nicht ganz so weit, gehen diesen Schritt aber, wenn bis zum 15. März keine umfassende Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich sein sollte. Und was machen die heimischen Kicker? Am Samstag tagt die Spitze des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) mit ihren 32 Kreisfußballwarten.

In dieser Video-Konferenz wird es unter anderem um das Thema Re-Start der Saison und mögliche Abbruch-Szenarien gehen. Der 63-jährige Verbandsfußballwart Jürgen Radeck aus Ortenberg stand dieser Zeitung vor dem virtuellen Treffen Rede und Antwort.

Hat sich der HFV eine interne Frist gesetzt, bis wann der Ball wieder rollen sollte?

Vorab: Wir sind von der Politik abhängig, weshalb alles Kopfzerbrechen wenig bringt. Dennoch haben wir mehrere Spielpläne für den Re-Start in unserer Schublade. Den Plan mit dem Startschuss im Februar können wir aufgrund der jüngsten politischen Entscheidungen in den Papierkorb werfen. Nun widmen wir uns den Plänen mit späteren Startterminen. Unsere Berechnungen für sämtliche Spielklassen haben ergeben, dass wir spätestens - eine drei- bis vierwöchige Mannschaftstrainingsphase vorausgesetzt - am Sonntag, 18. April, mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs beginnen sollten. Dann wäre es möglich, in jeder Klasse zumindest eine Einfachrunde auszutragen. Einige Spielklassen, in denen nur noch fünf Vorrunden-Begegnungen anstehen, würden das locker schaffen. Selbst in der Gruppenliga Frankfurt Ost könnte das Pensum bei teilweise elf Partien pro Mannschaft bewältigt werden. Wir dürfen bei all unseren Planungen nicht vergessen, dass wir noch Puffer für eventuelle Spielabsagen wegen Corona-Verdachtsfällen benötigen. Zur Not könnten wir die Saison auch noch um eine Woche verlängern. Nach dem 20. Juni sollte allerdings Schluss sein.

Was passiert, wenn die Pandemie keine Austragung einer Einfachrunde zulässt?

Theoretisch könnte die Runde schon jetzt gewertet werden, weil der HFV nicht - im Gegensatz zur Regionalliga - die 50-Prozent-Regelung in die Spielordnung aufgenommen hat. Ich persönlich bin aus sportlicher Sicht gegen eine Wertung zum jetzigen Zeitpunkt. Unser Ziel sollte deshalb sein, dass jeder einmal gegen jeden spielt und alle Mannschaften möglichst die gleiche Anzahl an absolvierten Partien aufweisen. Ansonsten wird aus Zeitgründen irgendwann über eine Annullierung der Runde diskutiert werden müssen.

Wäre es möglich, wie von den Hessenligisten ins Spiel gebracht, die Zahl der Absteiger in den einzelnen Spielklassen zu reduzieren?

Mit diesem Themenkomplex befassen sich aktuell unsere Justiziare. Wir müssen prinzipiell im Sinne der Vereine handeln. Ein Beispiel: Sechs Absteiger aus der Hessenliga sind happig, wenn den Klubs nur 19 statt der ursprünglich geplanten 38 Spieltage zur Verfügung stehen. Da wir in dieser Spielklasse mit einigen Absteigern aus der Regionalliga Südwest rechnen müssen, wird es in der kommenden Runde ohnehin weit über 20 Hessenliga-Mannschaften geben. Dann wäre es vielleicht nicht dumm, die Spielklasse in der kommenden Saison zu teilen. Beispielsweise in eine Nord- und eine Süd-Gruppe. Das gleiche Prinzip könnten wir auch in überfüllten Gruppenligen anwenden.

Schauen wir zum Abschluss einmal durch die rosarote Brille in die Zukunft: Was passiert in den Spielklassen, die vielleicht schon Mitte Mai alle Vorrundenspiele absolviert haben?

Eine Teilung der Liga in eine Auf- und eine Abstiegsgruppe wird es definitiv nicht geben. Sollte beispielsweise im Fußballkreis Büdingen, wo viele Mannschaften nur noch fünf Spiele zu absolvieren haben, die Vorrunde frühzeitig beendet werden, könnte in Ruhe der Kreispokal abgearbeitet werden. Denkbar wäre auch eine Art Ligapokal in einem für die Vereine lukrativen Modus. Um noch großartig in die Rückrunde einsteigen zu können, wird uns mit großer Sicherheit die Zeit fehlen. Zumal bei ungeraden Ligenzahlen ein schiefes Tabellenbild entstehen würde, weil eine Mannschaft pro Spieltag zuschauen müsste.

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