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EC Bad Nauheim wie im Rausch - 5:4-Coup nach Verlängerung in Ravensburg

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Von: Christoph Sommerfeld

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Der Bad Nauheimer Stürmer Robin van Calster (l.) behauptet sich gegen Towerstars-Verteidiger Pawel Dronia. © Red

Der EC Bad Nauheim lässt sich in Spiel 1 in Ravensburg weder von einem 1:4-Rückstand stoppen noch vom achten Spieler, der ausfällt. Ohne Taylor Vause gelingt das Comeback. 5:4 nach Verlängerung.

(cso). Für den EC Bad Nauheim gehen einem so langsam die Superlative aus. Dem triumphalen Halbfinaleinzug am Dienstag in Kassel ließ die Mannschaft von Trainer Harry Lange am Donnerstag einen 5:4-Erfolg bei den Ravensburg Towerstars folgen. Die Roten Teufel gingen in der DEL 2-Semifinalserie mit 1:0 in Führung und können am Samstag zu Hause nachlegen. Die Kurstädter drehten nicht nur spektakulär einen 1:4-Rückstand, sondern kompensierten auch den Ausfall von acht Akteuren. Taylor Vause konnte nach der ersten Drittelpause verletzungsbedingt nicht mehr eingesetzt werden. »Wir haben immer daran geglaubt. Uns zeichnet in dieser Saison der Wille und die Leidenschaft aus«, bilanzierte Lange.

Die fast mit komplettem Line-Up agierenden Ravensburger machten früh Druck. Ob Pawel Dronia (2./aus kurzer Distanz), Alexander Dosch (5./im Zwei-gegen-eins), Louis Latta (9./trifft Puck nicht richtig), Vincenz Mayer (11./abgefälscht) oder erneut Dosch (13./direkt vor Felix Bick) - ein Treffer für die Gastgeber lag schnell in der Luft. Dann mussten Jordan Hickmott und Denis Pfaffengut auf die Bank. Im Vier-gegen-vier verlor EC-Akteur Mick Köhler die Scheibe an Julian Eichinger. Im Konter legte der Ravensburger auf Josh MacDonald, der Bick keine Chance ließ und die Towerstars-Führung markierte (16.). Beim 2:0 war Fortuna im Spiel. Einen weniger gefährlichen Mayer-Schuss wollte der EC-Goalie mit dem Schläger klären, fälschte aber so unglücklich ab, dass der Puck ins Tor sprang (17.). Die Teufel strahlten derweil noch keine echte Gefahr aus. Nur Marc El-Sayed war schon früh (2.) vor Jonas Langmann aufgetaucht.

Im zweiten Abschnitt ließ der EC zunächst nicht ganz so viel zu. Und vorne nutzten die Badestädter ihre Chance. Jerry Pollastrone sah, dass Langmann die lange Ecke etwas zu weit offen gelassen hatte - 1:2 (27.). Der Nauheimer tauchte wenig später erneut offen vor dem Towerstars-Gehäuse auf (29.). Allerdings konnten die Gäste keinen dauerhaften Druck aufbauen. Nick Latta kam nach einem Bullygewinn an die Scheibe und stellte den alten Abstand wieder her (33.). Als Kevin Schmidt einen Pass nicht antizipierte, schlug auch Georgiy Saakyan ins kurze Eck zu und erhöhte auf 4:1 (37.).

Der dritte Abschnitt gehörte den Teufeln. In Überzahl kamen sie zunächst durch den am zweiten Pfosten freigespielten Stefan Reiter zum 2:4 (51.). Ein unaufgeregter Tobi Wörle warf dann all seine Erfahrung in die Waagschale und nahm sich einen Schuss von halblinks - der Anschluss (53.). Erneut Wörle war es, der zwei Minuten später - die Schiedsrichter zeigten bereits die nächste Towerstars-Strafe an - einen Blueliner auf die Reise schickte, der an Freund und Feind vorbei ins Tor segelte. Die verdutzten Ravensburger hatten die Partie zu früh abgehakt. Kevin Schmidts Geschoss in den Winkel in der fünften Minute der Verlängerung war das i-Tüpfelchen.

Ravensburg: Langmann - Dronia, Bettauer, Eichinger, Pfaffengut, Sezemsky, Ketterer, Dosch - Herr, Sarault, Saakyan, Czarnik, Zucker, Mayer, N. Latta, Dietz, MacDonald, Hlozek, Hessler, L. Latta.

Bad Nauheim: Bick - Sekesi, K. Schmidt, Stephan, M. Köhler, Dobryskin, Hafenrichter - Pollastrone, Hickmott, van Calster, Keck, Vause, Wörle, Reiter, El-Sayed, Herrmann, L. Köhler, Shevyrin.

Steno / SR: Kannengießer/Schütz. - Zu.: 1915. - Tore: 1:0 (16.) MacDonald (Eichinger), 2:0 (17.) Mayer (Zucker), 2:1 (27.) Pollastrone (Stephan, van Calster), 3:1 (33.) N. Latta (MacDonald, Dietz), 4:1 (37.) Saakyan (Sarault, Herr), 4:2 (51.) Reiter (Wörle, Sekesi - PP1), 4:3 (53.) Wörle (Sekesi, Reiter - PP1), 4:4 (55.) Wörle (M. Köhler), 4:5 (65.) K. Schmidt (Wörle, M. Köhler) - Strafen: 10:8 Min.

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