Ein Alleskönner und einer wie Maldini

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NIDDA - Egal wo Ferdi Özcan spielte, er zählte immer zu den besten Technikern seiner Mannschaft. Am und mit dem Ball stellte er Dinge an, die nicht zur Kernkompetenz eines Fußballers auf Amateurebene zählten. Zudem war der aktuelle Trainer des Gruppenligisten SC Viktoria Nidda für einen offensiven Mittelfeldspieler extrem torgefährlich. Im Trikot des SV Lindheim gewann Özcan dreimal hintereinander die Torschützenkanone.

"In zwei Gruppenliga-Spielzeiten und einer Kreisoberliga-Saison erzielte ich insgesamt über 100 Treffer." Der 38-jährige selbstständige Kaufmann erinnert sich auch gerne an seine Zeit beim SV Bernbach zurück, mit dem er in die Hessenliga Aufstieg. Die kameradschaftlich schönste Phase erlebte er als Co-Spielertrainer bei Genclerbirligi Nidda. "Dort kickte ich zusammen mit vielen Freunden."

Özcans bester Fußball-Freund ist Christoph Pilch, der logischerweise einen festen Platz in der Traumelf hat. "Bei meiner Auswahl habe ich ehemalige Teamkameraden berücksichtigt, die mich auf und neben dem Platz überzeugt haben", erklärt der dreifache Familienvater, der die SG Eschenrod/Eichelsachsen als Spielertrainer 2013 zum Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost führte und unter anderem noch für den SV Somborn, Türk Gücü Friedberg, FSV Dauernheim, TSV Bad Nauheim und SG Birklar aktiv war.

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So charakterisiert Ferdi Özcan seine Nominierten:

Tor

Steffen Klotzbücher (SC Viktoria Nidda): Ein Amateurfußballer mit sehr professionellem Verhalten. Steffen war ein außergewöhnlicher Rückhalt zwischen den Pfosten, mit ihm im Rücken war jede Hintermannschaft beruhigt. Steffen schaffte den Sprung bis in die Hessenliga. Schade, dass es für ihn nicht noch weiter nach oben ging. Er hätte es verdient gehabt.

Abwehr

Nexhmi Latifi (Genclerbirligi Nidda): Ihm mussten wir nur sagen, wen er ausschalten sollte. Dann hatte der Gegner automatisch einen Spieler weniger auf dem Platz.

Fehmi Koc (SSV Lindheim): Er war damals mit seinen 40 Jahren gefühlt der jüngste Spieler. So verhielt er sich jedenfalls immer. Fehmi ging aber auch auf dem Platz vorneweg, war meistens einer der laufstärksten Akteure.

Michael Wolf (SC Viktoria Nidda): Ich habe keinen besseren linken Verteidiger erlebt, der seine Leistung immer zu 100 Prozent brachte. Er hatte auf dem Platz eine Ausstrahlung wie Paola Maldini vom AC Mailand.

Mittelfeld

Gökhan Ceylan (Genclerbirligi Nidda): Er kam immer über die rechte Seite und machte viele starke Spiele. Ihm war aber wichtiger, dass seine Schuhe und Haare glänzten.

Christoph Pilch (SC Viktoria Nidda): Wir waren seit Tag eins immer auf dem Sportplatz zusammen. Ein außergewöhnlich starker Spieler, der immer konstant seine Leistung brachte. Er bestach dank seiner Zweikampfstärke und seiner Technik. Einziges Manko: Er dachte immer, dass er auf der Zehnerposition spielen könnte.

Alit Usic (Türk Gücü Friedberg): Ohne die Rückennummer 10 auf dem Trikot läuft bei ihm nichts. Ein sehr laufstarker und ein sehr vorbildlicher Mitspieler. Er hat sich von der A-Klasse bis in die Hessenliga hochgespielt. Wenn das so weitergeht, traue ich ihm trotz seiner 31 Jahre sogar noch die Regionalliga oder 3. Liga zu.

Mirco Geyer (SC Viktoria Nidda): Sein linker Fuß war im kompletten Fußballkreis bekannt. Mirco hatte den technisch stärksten "Linken".

Ljubio Miloloza (SV Bernbach): Ein außergewöhnlicher Fußballer, der mit dem Ball alles konnte. Egal wie hoch oder fest man ihn anspielte, er verarbeitete jeden Ball.

Sturm

Firat Can (TSV Bad Nauheim): Sobald Firat am Ball war, hatte der Gegner keine Chance mehr. Sein großes Problem: Wenn er mal am Boden lag, hat es gefühlt fünf Minuten gedauert, bis er wieder aktiv am Spielgeschehen teilnehmen konnte.

Sebastian Kaiser (SC Viktoria Nidda): Er war der beste Stürmer, mit dem ich in der Vergangenheit in einem Team gespielt habe. Sebastian suchte immer den Weg zum Tor und war pfeilschnell. Für mich war es gut, einen Spieler anzuspielen, der aus (fast) jeder Chance ein Tor machte.

Trainer

Dieter Scheuer (SC Viktoria Nidda): Dieter ist ein komplett Fußball-Verrückter. Sein Training, das eine Stunde und 15 Minuten dauerte, ist sehr bekannt. Er nahm uns Spieler immer gut ran, was sich natürlich in den Spielen auszahlte. Wir waren unseren Gegner meistens ab der 60. Minute überlegen und konnten ein Spiel kippen. Dieter stellte seine Mannschaft sehr gut auf den Gegner ein.

Joker

Marco Roth (SV Bernbach): Der beste Standardspezialist, den ich kenne. Marco musste man nur zeigen, wo der Ball hinfliegen soll.

Garik Rafaelyan (SC Viktoria Nidda): Garik ist ein spezieller Typ, der seit Jahren zuverlässig seine Tore schießt und sehr wichtig für die Stimmung innerhalb einer Mannschaft ist. Wir spielten schon früher in Eschenrod zusammen, jetzt bin ich sein Trainer in Nidda. Garik fühlt sich in meiner Gegenwart einfach wohl.

Manuel Gaubatz (SC Viktoria Nidda): Manuel lebt auf großem Fuß. Mit Schuhgröße 49 hielt er seinen Fuß überall hin - und das mit großem Erfolg.

Zur Serie

In unserer Lokalsportserie "Meine Traumelf" stellen Fußballer eine Mannschaft aus Spielern zusammen, auf die sie in der Regel während ihrer aktiven Zeit getroffen sind. Dabei muss es sich nicht nur um Mitspieler handeln - es können auch Gegner sein, die in Erinnerung geblieben sind. Heute: Teil zehn mit Ferdi Özcan. (tf)

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