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Einfach toben und spielen

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Angebot für Flüchtlinge aus der Ukraine. Das Spiel fördert den Gemeinschaftssinn, macht Muckis und es versteht jeder ohne viele Worte. © Red

Neu-Anspach . Die Ukraine ist keine ausgesprochene Handballnation, aber doch seit gut 20 Jahren Dauergast bei Europameisterschaften, wo sie bislang allerdings nur hintere Plätze belegte. Bei der WM 2001 errang sie immerhin den siebten Platz und fügte der deutschen Mannschaft zudem eine Niederlage zu.

So weit die schon länger zurückliegenden sportlichen Hintergründe. Aktuell tourt die ukrainische Nationalmannschaft durch Deutschland, und bestritt am Wochenende auch ein Benefizspiel beim Erstligsten HSG Wetzlar. Der Handball hierzulande solidarisiert sich also mit der Ukraine, und das tat jetzt auch die Handballabteilung der SG Anspach. Allerdings nicht bei einem Spiel mit dem Nationalteam.

Die Neu-Anspacher Handballer hatten am Samstag zu einem Schnuppertag eingeladen und die Einladung vor allem an die örtlichen Flüchtlinge aus der Ukraine gerichtet, die in Sammel- oder Privatunterkünften seit einigen Tagen in der Kleeblattstadt und der Umgebung Aufnahme gefunden haben. Des Weiteren richtete sich das Angebot vor allem an Kinder und Jugendliche, denn die Aktion ging auch von der Jugendabteilung der Handballer aus. Mario Wick, Spieler und Jugendtrainer, hatte die Sache eingefädelt und war auch der erste am Mikrofon und moderierte die Aktionen. Auch der Vorsitzende der SGA-Handballabteilung, Andreas Moses, begrüßte die Gäste und wünschte der Ukrainern Kraft, die Zeit des Leides und der Entbehrungen zu überstehen.

Die Handballer wollten mit dem Sportangebot etwas Abwechslung bieten und vor allem die Kinder so unbeschwert wie möglich spielen und toben lassen. Kontakte untereinander und mit dem SGA-Handballnachwuchs zu knüpfen, war eine weitere Perspektive, welche die Veranstalter im Hinterkopf hatten.

Die große Sporthalle an der Adolf-Reichwein-Schule war in einen Bewegungs- und Spielparcours verwandelt worden. Kletterseile, Matten, ein Bobby-Car-Parcours und viele weitere Spiel- und Spaß-Stationen waren aufgebaut, viele Betreuer standen parat, und besonders gut kamen die Aktionen aus den Trainingseinheiten der Nachwuchshandballer an, beispielsweise Torwürfe.

Eine Gruppenübung machte augenscheinlich auch sehr viel Spaß: Die Kinder mussten sich bäuchlings auf den Boden legen, einen großen Kreis bilden und sich einander an den Händen fassen. Andere versuchten sie dann, an den Füßen aus dem Kreis herauszuziehen. Für diese Art spielerischen Trainings bedurfte es keiner sprachlichen Verständigung, aber mit Eleonora Guggenheimer war eine Dolmetscherin aus Neu-Anspach für alle weiteren Fälle dabei. Auch abseits des Aktionsfeldes waren SG Handballer im Einsatz, am Grill sowie am Kuchen- und Getränkestand.

Leider waren nicht so viele ukrainische Flüchtlinge gekommen, wie man es sich gewünscht hätte, aber die, die da waren, hatten sichtlich Spaß, vor allem die Kinder, während sich ihre Mütter untereinander austauschten.

»Eine Wiederholung ist deshalb nicht ausgeschlossen«, erklärte Wick, außerdem könnten interessierte Kinder und Jugendliche auch zum normalen Training kommen und schnuppern. FRANK SALTENBERGER

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