Elf erfolgreiche Freunde

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STOCKHEIM - In unserer Lokalsportserie "Meine Traumelf" stellen Fußballer eine Mannschaft aus Spielern zusammen, auf die sie während ihrer aktiven Zeit getroffen sind. Dabei muss es sich nicht nur um Mitspieler handeln - es können auch Gegner sein, die in Erinnerung geblieben sind. Heute: Teil drei mit dem Stockheimer Noah Michel (25), der für den Hessenligisten Türk Gücü Friedberg stürmt.

Obwohl erst 25 Jahre alt, kann Michel auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Über den TSV Stockheim und die Sportfreunde Oberau wechselte er als Zehnjähriger zu Eintracht Frankfurt. Für die Hessen ging der Angreifer in der U17- und U19-Bundesliga auf Torejagd. Zudem kickte Michel eine Saison für die U17 von RW Erfurt in der höchsten deutschen Nachwuchsklasse. Im Seniorenbereich stehen unter anderem drei Drittliga-Einsätze für Jahn Regensburg, Regionalligaspiele für den FC Gießen, Hessenligapartien für den FC Bayern Alzenau und eine Verbandsliga-Saison für den SC Viktoria Nidda, in der er mit 30 Treffern Torschützenkönig wurde.

Seit einem Jahr spielt der Vollblut-Stürmer für Hessenligist Türk Gücü Friedberg. Und das mit Erfolg. Seine aktuelle Saison-Bilanz: 13 Buden in neun Partien. Der Wechsel von Regionalligist Gießen nach Friedberg war übrigens nicht nur ein Trikottausch, sondern eine Grundsatzentscheidung: für den Beruf, gegen das Profi-Dasein. Nun arbeitet er tagsüber als Fachlagerist am Standort Hanau für die Deutsche Bahn - und schlüpft danach in die Rolle des Feierabendkickers.

Einige seiner Ex-Kollegen mischen indes munter im Profigeschäft mit. Drei davon, Marc Oliver Kempf (VfB Stuttgart). Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Marco Meyerhöfer (Greuther Fürth), stehen sogar in Michels Traumelf. Dazu kommen weitere ehemalige Mitstreiter und ein aktueller Teamkollege. "Es war wirklich schwer, eine Auswahl zu treffen. Ich hätte am liebsten fünf Teams zusammengestellt", betont Michel und hofft, "dass niemand sauer auf mich ist". Seine Traumelf bestückte er schließlich mit Fußballern, "die zusammen mit mir erfolgreich waren und zu denen ich noch ein freundschaftliches Verhältnis pflege". Dazu nominierte er noch drei genauso starke Joker und einen Trainer, "dem ich einiges zu verdanken habe".

Tor

Frederic Löhe (FC Gießen): Fredi ist der beste Torhüter, mit dem ich zusammenspielen durfte. Er bringt unglaubliche Erfahrungen und Führungsqualitäten mit. Zudem habe ich mit keinem Spieler lieber Kölsch getrunken.

Abwehr

Marco Meyerhöfer (Greuther Fürth): Ich hatte mit ihm die schönsten Fahrten zum Training, als wir von der U12 bis zur U19 für Eintracht Frankfurt spielten. Ich kann mich an kein schlechtes Spiel von Marco erinnern. Nebenbei denkt er, dass er ein Model auf Instagram wäre.

Marc Oliver Kempf (VfB Stuttgart): Wir durchliefen gemeinsam sämtliche Jugendmannschaften bei Eintracht Frankfurt. Ich kenne bis heute keinen Innenverteidiger, der stärker in der Luft und torgefährlicher.

Maximilian Heck (FCA Gedern): Max ist der sicherste Innenverteidiger vom Punkt. Außerdem ein guter Partner im Skiurlaub, wobei bei uns das Skifahren eher an zweiter Stelle steht, da wir uns meistens frühzeitig für den Après-Ski-Schirm entscheiden.

Michael Meinzer (SG Marköbel): Es gibt wenige Verteidiger, die spielstärker sind. Michi ist ein echter Teamplayer und auf allen Defensiv-Positionen einsetzbar. Diese Flexibilität zeigt er auch beim Kneipensport.

Mittelfeld

Johannes Hofmann (FC Gießen): Mit ihm habe ich mir das Internatszimmer bei Rot-Weiß-Erfurt geteilt. Unsere Wege haben sich dann wieder beim FC Gießen gekreuzt. Hanni ist eine absolute Laufmaschine auf dem Platz und ein überragender Kabinen-DJ.

Sven Diedrich (SV Rainrod): Wenn ich an Sven denke, kommt mir sofort sein Tor von der Mittellinie gegen Türk Gücü Friedberg in Erinnerung. Wir beide haben uns auf dem Platz blind verstanden. Ich bin der Meinung, dass er fußballerisch viel höher hätte spielen können. Unvergessen auch sein Auftritt vor dem Hinflug (!) nach Mallorca, als er schon beim Bäcker am Flughafen eine Schlafpause eingelegen musste.

Timo Cecen (TG Friedberg): Timo ist ein fantastischer Fußballer mit großartigem Spielverständnis. In der Zeit beim FC Gießen war er mein Zimmerkollege, mit dem es nie langweilig wurde. Ohne seine schlimmen Verletzungen wäre er definitiv in höheren Ligen daheim. Ich bin sehr froh, dass er jetzt wieder in einem Team mit mir spielt.

Kevin Kuhl (Sportfreunde Oberau): Wir beide waren in der Zeit bei Viktoria Nidda Fußballtennis-Partner, kein Team konnte uns schlagen - außer in seltenen Fällen das Duo Jung/Meinzer. Kevin ist mein treuester Begleiter bei sämtlichen Mallorca-Trips, unvergesslich war dabei sein vorübergehendes Hausverbot im Bierkönig.

Sturm

Jannik Jung (FCA Gedern): Absolut torgefährlichster Stürmer, mit dem ich gespielt habe. Mit keinem bin ich lieber auf Torejagd gegangen. Jannik war ein unglaublicher Teamspieler und Kapitän. Seine Fähigkeiten in den dritten Halbzeiten waren auch hervorragend.

Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon): Kenne keinen Spieler mit einem besseren linken Fuß. Luca ist immer bodenständig geblieben - unser Kontakt besteht heute immer noch. Meine Wohnung in Frankfurt konnte ich ihm damals in treue Hände übergeben. Die Nachbarn haben sich gefreut.

Trainer

Gunther Schneider (ehemals SC Viktoria Nidda): Eine große und leider viel zu früh verstorbene Persönlichkeit, mit der man über alles reden konnte. Er hat mich in allem unterstützt und stand mir immer zur Seite. Ich wünschte, er würde heute noch an der Seitenlinie stehen. Es gab keinen besseren Banana-Boot Fahrer auf Mallorca.

Joker

Christian Belzer (SKV Beienheim): Ausgezeichneter Torwart und Torwarttrainer. Nicht nur die Keeper konnten sehr viel von ihm lernen. Insbesondere konnten wir alle von seiner Erfahrung an der Theke profitieren. Unvergesslich bleibt sein kurzfristiger Einsatz beim Testspiel mit Nidda bei Schott Mainz, wo er bei -10 Grad Tim Kuhl ersetzen musste und wir natürlich gewannen.

Igor Divkovic (KSV Eschenrod): Igor spielte schon in der ersten Mannschaft, als ich noch mit Trikot und Ball um den Sportplatz lief. Umso schöner, dass wir viele Jahre später gemeinsam für Nidda auf dem Platz standen.

Christoph Pilch (TG Friedberg): Sehr zweikampfstark und ein echter Abräumer, technisch brachte er für einen Defensivspieler auch sehr viel mit. Mit der Schnelligkeit hatte es Christoph leider nicht so. Ich bin sehr froh, dass sich unsere Wege jetzt wieder gekreuzt haben und er mein Co-Trainer bei Türk Gücü Friedberg ist.

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