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Es gibt viele Fragezeichen

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Justus Hoffmann (recht) und die SG Eintracht Feldberg blicken in der Tabelle weiter nach oben. © Gerhard Strohmann

Hochtaunuskreis (aro). Für die sechs aus dem Usinger Land stammenden Mannschaften in der Fußball-Kreisliga A Hochtaunus gibt es vor dem Start in die Restrunde viele Fragezeichen. Schwierigkeiten in der Vorbereitung, Personalprobleme und fehlende Praxistests lassen für den Anpfiff am 6. März unliebsame Überraschungen erwarten. Dabei steht im ersten Spiel für das ein oder andere Team gleich eine Menge auf dem Spiel.

Als bestes A-Liga-Team des Usinger Landes rangiert die SG Eintracht Feldberg auf dem vierten Platz. Am Sonntag gastiert die Mannschaft von Trainer Klaus Schöneich um 12.30 Uhr in Pfaffenwiesbach beim Schlusslicht SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach II. Mit einem Sieg würde man den spielfreien Rangdritten FC Oberursel überflügeln. Die Gastgeber brauchen dagegen jeden Punkt im Kampf um das sechs Punkte entfernte rettende Ufer. Der Rangfünfte SG Westerfeld trifft zum Auftakt um 12.30 Uhr in Eschbach bei der SG Eschbach/Wernborn II ebenfalls auf ein Team im Abstiegskampf. Während die Gäste den Sieg benötigen, um Verfolger der Spitze zu bleiben, wollen die Gastgeber mit etwas Zählbarem ihren Nichtabstiegsplatz sichern. Erst eine Woche im Amt, steht Simon Mohr, neuer Trainer der FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod, am Sonntag um 15 Uhr im Heimspiel gegen Tabellenführer FC Mammolshain gleich vor einer echten Bewährungsprobe. Der Vorletzte, SG Hundstadt, hat sogar ein Schlüsselspiel vor der Brust, wenn am Sonntag um 15 Uhr der Viertletzte, Teutonia Köppern II, seine Visitenkarte im Abstiegskampf abgibt.

SGE Feldberg: Trainer Klaus Schöneich ist mit der Vorbereitung vollauf zufrieden. Denn vier Testspiel-Siege gegen Gegner auf Augenhöhe stimmen zuversichtlich, in der Tabelle noch einmal nach oben klettern zu können. Allerdings warnt der SG-Coach gerade vor Schlusslicht Wehrheim/Pfaffenwiesbach II, das besser sei als sein Tabellenplatz und unbedingt da unten raus wolle. Gegen schwächere Mannschaften habe seine Elf bisher zu viele Punkte liegen gelassen. Das müsse abgestellt werden, wenn es weiter nach oben gehen soll. Schöneich: »Das wird das schwerste Spiel.«

Keine Illusionen

SG Westerfeld: In Westerfeld macht sich Trainer Michael Riemann keine Illusionen über das Ergebnis der Vorbereitung. Katastrophale Platzverhältnisse beim Training, neben Verletzungen auch zahlreiche Corona-Ausfälle sowie eine suboptimale Trainingsbeteiligung lassen die Erwartungen zum Auftakt schrumpfen, zumal Torjäger Tobias Rettenbacher gesperrt fehlen wird. »Wir werden das Beste daraus machen.« Der SGW-Coach hat seinem Team nach dem Karriereende von Eric Becker und dem Nachrücken von Akteuren aus der »Zweiten« eine angepasste Spielweise verordnet. In Eschbach erwartet der Westerfelder Übungsleiter eine verschworene Einheit als Gegner, die man kenne und die nicht zu unterschätzen sei. Dabei will seine Elf Revanche nehmen für die 1:2-Hinspielniederlage. Im Hinblick auf den ungewissen Leistungsstand verzichtet Riemann auf höhere Saisonziele.

FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod: Eine Woche vor dem Start zogen die Macher bei der FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod die Notbremse und Simon Mohr wurde der neue Trainer anstelle von Lars Busch. Fußballchef Armin Klimmek begründete den Schritt noch einmal mit einer schleppenden Vorbereitung angesichts von schlechten Platzverhältnissen, ausgefallenen Testspielen sowie einem Hammerprogramm zum Auftakt. Die FSG erwartet in den ersten fünf Spielen vier Teams aus dem ersten Drittel der Tabelle. Klimmek möchte unter allen Umständen eine Niederlagenserie vermeiden. Er sieht angesichts einer sehr engen Liga bei negativem Ausgang die Abstiegsgefahr noch nicht gebannt. »Wir müssen einen Zahn zulegen und wollen den Klassenerhalt früh sichern.« Die FSG baut vor allem auf den vielversprechenden Nachwuchs aus der A-Jugend, der früh eingebunden werden soll. Der bisherige A-Jugend-Trainer Mohr soll als wichtiges Bindeglied fungieren. Gegen Tabellenführer Mammolshain sieht sich die FSG als klarer Außenseiter und erwartet maximal einen Überraschungspunkt.

SG Eschbach/Wernborn II : Trainer Kai Schroers zieht aus der Vorbereitung und den Testspielen aufschlussreiche Erkenntnisse im Hinblick auf den Leistungsstand. Defensive Grundordnung und kompaktes Auftreten sollen bei der schlechtesten Abwehr der Liga die Zahl der Gegentore verringern. Unter dem Eindruck des 2:1-Sieges im Hinspiel in Westerfeld sieht der SG-Coach seine Elf auch am Sonntag nicht chancenlos. Er möchte mit dem Heimvorteil »Zähne zeigen«. Schroers versicherte kämpferisch: »Wir gehören in die Klasse.« Er erwartet ein kampfbetontes Duell auf dem Eschbacher Hartplatz und will spielerische Überlegenheit der Gäste mit Einsatz wettmachen. So schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln und gegen direkte Konkurrenten nicht verlieren, so lautet die Planung der SG Eschbach/Wernborn II.

SG Hundstadt : In Hundstadt zieht Trainer Simon Bartsch eine sehr ernüchternde Bilanz vor dem Fußballstart 2022. Überschaubare Trainingsbeteiligung, nach wie vor erhebliche Personalprobleme, keine Testspiele und ein ungewisser Fitnesszustand lassen den Trainer ernsthaft grübeln, wie am Sonntag eine adäquate Mannschaft auf den Platz gebracht werden soll. Ausgerechnet jetzt wartet mit dem Gastspiel beim Abstiegskonkurrenten Teutonia Köppern II ein Gegner, gegen den nicht verloren werden darf. Zusätzlich verschärft wurde der personelle Aderlass durch Corona-Fälle. Eine komplette Neuausrichtung hält Bartsch für notwendig. Er muss bisherige Mitläufer zu Führungskräften machen. Eine außerordentliche Spielersitzung vor einer Woche unterstrich den Ernst der Lage. »Wir werden das Beste daraus machen«, gibt sich Bartsch kämpferisch und bricht eine Lanze für diejenigen, die auf dem Platz stehen werden: »Die haben alle Bock und sind ein super Haufen.« Am liebsten würde das SGH-Lager an den Schluss der Vorrunde anknüpfen, als drei ungeschlagene Spiele Zuversicht verbreiteten. Gegen Köppern sollen eigene Stärken zum Tragen kommen. Ein solider Defensivverbund soll es dem Gegner schwer machen und schnelles Spiel in die Offensive soll Erfolg bringen. »Wenn es nicht reicht, dann gehen wir eben in die B-Liga«, so Bartsch.

Eine »Wundertüte«

SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach II : Den Klassenerhalt hat Stefan Wagner, Trainer des Schlusslichts SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach II, noch lange nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Trotz diverser Corona-Fälle in der Vorbereitung bilanziert Wagner stabile Trainingsintensität und setzt auf viele A-Jugendliche. Den Leistungsstand bezeichnet er dennoch als »Wundertüte«. Mit Eintracht Feldberg, der SG Westerfeld, dem FC Oberursel und Tabellenführer FC Mammolshain warten vier Spitzenteams zum Auftakt, die Wagner generell für eine Klasse besser hält, als den Rest der Konkurrenz. Zum Auftakt gegen Feldberg soll dennoch der Heimvorteil genutzt werden, um mit dem Punktesammeln anzufangen. Wagner sagt: »Wir sind top motiviert, haben nichts zu verlieren und wollen das Spiel offenhalten, um das Momentum zu bekommen.« Das große Manko des Toreschießens muss der schlechteste Angriff der Liga irgendwie in den Griff bekommen.

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