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Favorit Koletzko springt zum Titel

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Der Schmittener Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) wird seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und gewinnt mit 7,63 Metern als U20er bei den Süddeutschen Meisterschaften den Weitsprung der Männer. © Red

Hochtaunuskreis (kie). Wie erwartet hat sich Oliver Koletzko (Wiesbadener LV/noch U20) bei den süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Halle den Weitsprung-Titel bei den Männern geholt. Mit 7,63 Metern stellte der deutsche Jugend-Leichtathlet des Jahres 2021 aus Schmitten im zweiten Durchgang eine neue Hallenbestmarke auf und ist somit weiterhin der klare Favorit für die Jugend-Titelkämpfe in knapp zwei Wochen in Sindelfingen.

In Sachen Konstanz könnte »Oli« noch etwas nachlegen, hatte er doch mit 7,51 Metern nur noch einen weiteren gültigen Versuch auf der Habenseite. Aber auch dieser Sprung hätte locker ausgereicht, um den Titel zu holen. Zu schwach war die von Benedikt von Hardenberg (LG Telis Finanz Regensburg) mit 7,22 Metern angeführte Konkurrenz. Über 40 Zentimeter Vorsprung bedeuten Welten im Weitsprung.

Bei Kür gepatzt

Pflicht erfüllt, jedoch bei der Kür gepatzt. So könnte man den Auftritt von Max Lehl betiteln. Der Stabhochspringer im Trikot der TSG Wehrheim war von der Papierform her die klare Nummer zwei im Feld hinter Lamin Krubally (ASV Landau). Lehl machte es aber spannend, zeigte er bei seiner Einstiegshöhe von 4,70 Meter doch gleich einmal zwei ungültige Versuche. Zittern war also angesagt, doch beim dritten Anlauf flog Max Lehl problemlos über die Latte. Die dann aufgelegten 4,80 Meter klappten im zweiten Durchgang. Dann war aber Schluss. Die 4,90 Meter, die der Wehrheimer in diesem Winter bereits zweimal überwunden hatte, wollten nicht klappen. Eventuell lag es ja an den neuen Stäben, für die zum Eingewöhnen noch ein paar Wettkämpfe nötig sind. Favorit Krubally stieg bei 4,90 Metern problemlos ins Geschehen ein, verzichtete dann auf die fünf Meter und packte auch die 5,10 Meter auf Anhieb. Die 5,20 Meter waren diesmal für den Pfälzer dann aber zu hoch.

Endlauf-Teilnahme und etwas »mehr«, so lautete die klare Vorgabe für Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf). Der amtierende Hessenmeister setzte als Dritter des dritten 60-Meter-Vorlaufes den ersten Teil seines Vorhabens mit 6,94 Sekunden auch problemlos um. Im Finale brachte ein Fehlstart etwas Unruhe ins Feld. Im zweiten Versuch ging aber alles glatt. An der Spitze setzte sich Elias Goer (Sprintteam Wetzlar) mit 6,80 Sekunden knapp gegen Felix Frühn (MTG Mannheim) durch.

Für die Vergabe von Bronze musste das Zielfoto bemüht werden. Das Kampfgericht fällte hier eine Entscheidung »pro Athlet« und vergab zweimal Bronze. Neben Daniel Borchard (Eintracht Frankfurt) konnte sich auch der U23er Kolbe in 6,90 Sekunden über Edelmetall freuen. »Die Platzierung ist absolut ok. Trotzdem wäre ich gerne in Richtung 6,85 Sekunden gelaufen. Wir haben aber sicher von der Disqualifikation von Nils Keßler profitiert, der wahrscheinlich einen Tick schneller gewesen wäre«, resümierte der schnelle Student aus der Zwiebackstadt. Im Flachsprint war noch Hürdenläufer Aaron Heinz (MTV Kronberg/7,11 sec.) am Start. Gleich vier Rennen waren nötig, ehe die Siegerin über 60 Meter gekürt werden konnte. Nach den Vorläufen war der Hochtaunuskreis im Finale mit zwei Sprinterinnen vertreten. Die Glashüttenerin Gianina Gartmann (SSC Bad Sooden-Allendorf) löste das Ticket mit 7,62 Sekunden, bei der Schmittenerin Viktoria Koletzko (Wiesbadener LV) waren es 7,63 Sekunden (Siebte).

Zwei Wiederholungen

Im Finale wurde ein klarer Fehlstart nicht zurückgeschossen. Es »siegte« vorerst Pia Ringhoffer (VfL Sindelfingen) mit 7,56 Sekunden vor Lena Brunnhübner (LG Rhein-Wied) mit 7,57 und Laura Müller (SV Go! Saar/7,59 sec.), die mit einem Zucken in der Startphase gehörig für Irritation sorgte. Viktoria Koletzko (diese Saison bereits 7,52 sec.) fand als Sechste (7,68 sec.) nicht richtig ins Rennen. Von einigen Trainern wurde Protest gegen die Wertung eingelegt. Im ersten Wiederholungsrennen fiel dann die Zeitmessung komplett aus. Der zweite Versuch klappte dann. Hier nahmen nur noch Gartmann und Sina Kammerschmitt (TG Worms) die erneute Startmöglichkeit wahr. Die Glashüttenerin war dann mit 7,54 Sekunden so schnell unterwegs, dass sie an die Spitze der neuen Ergebnisliste aufrückte und sich vor Kammerschmitt (7,55 sec.) den Sprint-Titel holte.

Über 60 Meter Hürden hätte Gartmann fast ihre zweite SDM-Medaille geholt. Nach 8,59 Sekunden im Vorlauf steigerte sich die angehende Lehrerin im Finale auf die Saisonbestmarke von 8,50 Sekunden und landete auf dem ungeliebten vierten Platz. Ein schöner Trost war da sicherlich, dass sie im nationalen Ranking ein gutes Stück nach vorne rutschte und somit ihre Chancen auf einen Start bei der Hallen-DM in Leipzig wahrte. Komplettiert wurde das Feld der heimischen Starterinnen durch Jessica Penzlin (HTG Bad Homburg), die im Kugelstoßen mit 11,92 Metern Fünfte wurde.

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