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FC Neu-Anspach verliert Gruppenliga-Hit

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Für Torwart Mario Schreiber und den FC Neu-Anspach gibt es im Gruppenliga-Spitzenspiel bei den SF Friedrichsdorf keine Punkte zu holen. © Gerhard Strohmann

Für den FC Neu-Anspach war bei den Sportfreunden Friedrichsdorf mehr drin. Drei Standards entscheiden das Spitzenspiel der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West.

Friedrichsdorf (aro). Der FC Neu-Anspach hat am Sonntag das Gipfeltreffen der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West bei den Sportfreunden Friedrichsdorf mit 1:3 (1:1) verloren und dürfte damit die letzte Chance auf die Meisterschaft verspielt haben.

SF Friedrichsdorf - FC Neu-Anspach 3:1

Die personell erheblich dezimierte Mannschaft von Trainer Salvatore Cirrincione zog sich in den ersten 45 Minuten hervorragend aus der Affäre, ging überraschend in Führung und musste sich am Ende aufgrund drei erfolgreicher Standardsituationen der Gastgeber geschlagen geben.

In einem lange spannenden, aber an Torraumszenen armen Gruppenliga-Spitzenspiel sahen 150 Zuschauer im Friedrichsdorfer Sportpark favorisierte Gastgeber, die in den ersten 45 Minuten behäbig, ohne Ideen, zwar optisch dominant aber ohne Torgefahr auftraten. Die Neu-Anspacher Gäste agierten aus einer gut gestaffelten Deckung und störten immer wieder geschickt den Spielaufbau der Sportfreunde, die mit ihrem Ballbesitz nicht viel anzufangen wussten und keinen Weg in die gefährlichen Räume fanden. Stattdessen gelang Neu-Anspach mit dem schönsten Spielzug der gesamten Begegnung in der 12. Minute das überraschende 1:0 durch Tobias Hagen. Nach Ballstafette über Ismal Sy und Bilal El Makrini sowie Doppelpass mit Celi Cetinkaya war die SF-Deckung komplett ausgehebelt und Hagen drückte das Leder mühelos über die Linie. Der 1:1-Ausgleich resultierte aus einem Abstauber, als Kevin Assare Weber nach schlechter Freistoßabwehr der Gästedeckung das Leder vor die Füße fiel und er es in der 32. Minute mühelos einschob.

Bis dato hatten die Hausherren keine nennenswerte Strafraumszene zu verbuchen gehabt. In der 39. Minute gab es mächtig Aufregung.

Rot für Cirrincione

Schiedsrichter Sascha Sandermann aus Albshausen verwies den Neu-Anspacher Trainer aufgrund des Ausrufes »Skandal« mit der Roten Karte des Feldes verwies. Cirrincione hatte ein elfmeterreifes Foul an Frederick Coleman moniert.

Zwei Minuten nach der Pause ging Friedrichsdorf nach einer Ecke durch einen wuchtigen Kopfball von Masih Saighani mit 2:1 in Führung. Nach 67 Minuten markierte Saighani seinen zweiten Treffer, als er nach Foul von Julian Paul an Christopher Skoczny den fälligen Strafstoß sicher zum 3:1-Endstand verwandelte. Zuvor hatte bei den Gästen Celil Cetinkaya die beste Torchance aus dem Spielverlauf und das 2:2 verpasst, als er nach Pass von El Makrini einschussbereit das Leder verfehlte (55.). Im weiteren Spielverlauf verwaltete der Tabellenführer seinen Vorsprung souverän und nutzte die nachlassenden Kräfte beim Gegner, um das inzwischen verdiente Ergebnis ohne Schwierigkeiten ins Ziel zu bringen. Die beste Chance zum 4:1 vereitelte FC-Torwart Mario Schreiber, der mit dem Schlusspfiff im Eins-gegen-Eins gegen Skoczny glänzend parierte.

SF Friedrichsdorf: Schulze; Saighani, Jakubovic (57. Babic), Skoczny, Burcu (65. Tesfaldet), Topcu (46. Borzellino), Koyun, Talijan, Weber, Wade, Massfeller.

FC Neu-Anspach: Schreiber; Möbius, Coleman, Paul, van der Straeten, Damm (65. Lorenz), Calla, El Makrini (82. Ugrinaj), Cetinkaya, Sy, T. Hagen (73. Stoss).

Tore: 0:1 T. Hagen (12.), 1:1 Weber (32.), 2:1 Jeghani (47.), 3:1 Jeghani (67./FE.) - Schiedsrichter: Sandermann (Albshausen) - Gelbe Karten: Talijan; Cetinkaya, Sy, Paul - Zuschauer: 150.

Die Stimmen zum Spiel:

Alexandros Theosiadis (Trainer SF Friedrichsdorf): Wir wussten, dass der FC angeschlagen war. Sie haben das gut und uns das Leben schwer gemacht. Das erste Tor von Neu-Anspach war eine Super-Kombination. Danach stellten wir um, damit wir mehr Druck über die Außen erzeugen. Das 1:1 vor der Pause war wichtig. Aufgrund der zweiten Hälfte haben wir verdient gewonnen. Standards sind ein wichtiges Werkzeug für den Erfolg. In den ersten 45 Minuten waren wir zu behäbig und zu langsam. Wir kassieren generell zu leicht Gegentore und machen es dem Gegner zu leicht. Dann müssen wir viel Aufwand betreiben. Das war ein wichtiges Spiel in Sachen Meisterschaft. Wir haben alles in der eigenen Hand.

Salvatore Cirrincione (Trainer FC Neu-Anspach): Das war ein ganz klarer Elfer und eine Rote Karte. Wenn man dann nicht mehr Skandal rufen darf... Es war das erwartete Spiel, in dem die Sportfreunde Druck machen und wir Nadelstiche setzen wollten. Wir haben wenig zugelassen und der Gegner keine einzige herausgespielte Torchance. Es war eine tolle Mannschaftsleistung, bei der wir nur durch Standards ins Hintertreffen gerieten. Mit einem Mann mehr und einem Elfmeter für uns wäre das Spiel anders ausgegangen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie sich taktisch verhalten hat. Alles ist sehr unglücklich gegen uns gelaufen.

Denis Talijan (Spielführer SFF): Die erste Hälfte albzeit war schwierig, weil sich der Gegner nur hinten reinstellte. Durch einen blöden Konter haben wir das 0:1 kassiert und haben glücklich das 1:1 gemacht. In der Pause haben wir uns versprochen, wieder zu alter Stärke und Ruhe zurückzufinden. Das haben wir geschafft.

Tobias Hagen (Torschütze FC NA): Ich bin nicht enttäuscht, weil wir eine gute Leistung zeigten. Angesichts der Ausfälle haben wir das mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gut gemacht. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren, denn wir haben nicht viel falsch gemacht. Drei Standards waren es. Der Gegner war fußballerisch nicht überlegen.

Holger Krieg (SFF Vereinspräsident und Mäzen): Das war von uns eine erste Hälfte ohne Wille und ohne Leidenschaft. Eine Katastrophe. Das war Alte-Herren-Fußball. In der zweiten Hälfte waren wir präsenter. Die Einwechslungen von Babic und Tesfaldet haben das Spiel in eine gute Richtung gelenkt. Das war noch nicht die Meisterschaft, aber wir sind auf einem guten Weg. Am Donnerstag geht es gegen unseren Angstgegner Stierstadt. Wenn wir das gewinnen, sieht es sehr gut aus. Der FC hat das sehr gut gemacht. Ohne ihre vier besten Spieler machten sie Räume eng und zeigten, dass sie etwas reißen wollten.

Martin Schmidt (Sportlicher Leiter FC Neu-Anspach): Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Glückwunsch an die Sportfreunde zur Meisterschaft. Nach den Ausfällen haben wir Riesenmoral und superstarke Spielzüge gezeigt. Alle drei Tore der Sportfreunde fielen nach Standards und keines aus dem Spiel heraus. Da ist ihnen nicht viel eingefallen. Davon geht bei uns die Welt nicht unter. Das war ein Bonbon-Spiel, in dem wir nichts zu verlieren hatten. Wir wollen in die Aufstiegsrelegation. Das ist unser Ziel. Vor der Saison hätten wir das nicht gedacht. Gegen die Sportfreunde ist alles aufgegangen. Wir haben das spielerisch und taktisch gut gelöst. Kein Vorwurf wegen der Standard-Gegentore. ARO

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