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Galaxy will wieder vorne mitspielen

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Der Hainchener Thomas Kösling hat schon einmal den Titel gewonnen und reckt die Trophäe in die Höhe. © IMAGO

Frankfurt. Ab dieser Woche soll das Ei wieder fliegen, dann steigen die heimischen Spieler von Frankfurt Galaxy ins Footballtraining ein. Einmal in der Woche, jeweils dienstags, wird dann neben dem Stadion am Bornheimer Hang geübt. »Noch ohne Ausrüstung«, wie der in Hainchen lebende Headcoach Thomas Kösling betont, »ganz locker.«

Der Kader, mit dem der Meister von 2021 in der im Juni beginnenden Saison der European League of Football (ELF) nach dem Verpassen der Play-offs zuletzt wieder ganz vorne mitspielen will, stehe »zu 90 bis 95 Prozent«, so der Trainer. Ein amerikanischer Wide Receiver sei noch notwendig; für diese Position verhandeln die Hessen mit Wunschkandidat Reece Horn, den sie im Sommer nachverpflichtet hatten. Der 29-Jährige mit NFL-Erfahrung schiele aber noch auf eine Fortsetzung seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga.

Auch sonst seien die Gespräche mit Kandidaten für die einzelnen Positionen schwieriger und intensiver geworden, sagt Kösling. Man spüre die höhere Zahl an Konkurrenzteams, »die Spieler sprechen mittlerweile mit fünf, sechs Klubs, bevor sie sich entscheiden«. Die ELF ist von zuletzt zwölf auf jetzt 17 Teams angewachsen.

Schmerzhaftester Abgang am Main ist Passempfänger Marvin Rutsch, der aus familiären Gründen zu den Raben in seiner Heimatstadt München wechselt. Kapitän Lorenz Regler, über den ähnliche Befürchtungen kursierten, bleibt der Galaxy treu. »Vielleicht kommt das irgendwann«, so Kösling, dass auch Regler den Weg zurück in den Süden einschlägt. Doch noch sei das dortige Team nicht reif genug, um Chancen aufs Finale zu haben. Die Galaxy sieht der nicht ganz objektive Fachmann erneut als »eines der besten Teams der Liga«.

Aus dem frühen Scheitern gelernt

Aus dem frühen Scheitern im vergangenen Sommer habe man gelernt. Es soll wieder mehr Schwung in die nach dem Premierentriumph damals vielleicht satte Truppe kommen. Eigens um Quarterback Jakeb Sullivan voranzubringen, wird mit »Guru« Peter Vaas kooperiert. Der frühere Trainer des Jahres in der NFL Europe soll über Video die Entwicklung seines Landsmanns von den USA aus steuern; seine Ideen setzt Conrad Schumann vor Ort mit dem Spielmacher um. Der junge Neuzugang im Betreuerteam hospitierte nicht nur vor drei Jahren beim NFL-Klub Tampa Bay Buccaneers, dem Team von Superstar Tom Brady, sondern war selbst 18 Jahre lang in den USA aktiv. Zudem wird Offense Coordinator Patrick Griesheimer während der Saison hauptamtlich für die Frankfurter arbeiten.

Die Western Conference, in der die Galaxy diesmal platziert wurde, ist nicht minder anspruchsvoll als jene »Todesgruppe«, in der Kösling sein Team 2022 sah. Paris nennt er den vermutlich »stärksten Neuling« in der Klasse, das Zusammentreffen mit Rhein Fire Düsseldorf sei »logisch«, denn das Duell der beiden Langzeitrivalen verspreche hohe Zuschauerzahlen.

Hamburg und Köln ergänzen das Quintett. Die Hessen bekommen es im Kampf um einen der insgesamt sechs Plätze, die zum Weiterkommen reichen, zudem mit Mailand und dem ungarischen Vertreter Fehérvár aus den beiden anderen Conferences zu tun.

Dass ProSieben Maxx in Zukunft zwei Partien statt bislang nur eine pro Spieltag live überträgt, wertet Kösling ebenso positiv wie die Vergabe des Finals am 24. September nach Duisburg.

Der Endspielort mitten in Deutschland biete die Chance, nach 22 000 Zuschauern 2021 in Düsseldorf und einer rückläufigen Tendenz 2022 in Klagenfurt einen neuen Rekord aufzustellen. Noch sind das jedoch Visionen, erst mal muss das Ei überhaupt wieder fliegen.

Katja Sturm

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