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Gegenwehr ohne Belohnung

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Ober-Erlenbach (jf). Es hat wieder nicht gereicht: Nach dem 0:3 gegen den TTC Neu-Ulm hat der TTC OE Bad Homburg auch sein zweites Rückrundenspiel in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Herren (TTBL) verloren. Gegen den Tabellenneunten SV Werder Bremen gab es gestern Nachmittag nach dem 0:3 am 16. Januar gegen den TTC Neu-Ulm ein 1:3, wodurch die Ober-Erlenbacher in Deutschlands Eliteliga weiterhin das Schlusslicht bilden.

Ohne den in Japan nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne befindlichen Yuta Tanaka und ohne den an deiner Fußverletzung laborierenden Lubomir Jancarik waren die Erfolgsaussichten allerdings von vornherein deutlich geringer als im Hinspiel in Bremen, das der TTC OE am 12. September in Bestbesetzung nur knapp mit 2:3 verloren hatte.

Vor nur 70 Zuschauern im Wingert-Dome (Minusrekord in der Bundesligageschichte der Ober-Erlenbacher) entfachte Rares Sipos im Auftakt-Einzel gegen seinen 29-jährigen rumänischen Landsmann Hunor Szöcs einen Hoffnungsfunken. Hochmotiviert fegte der von einer Corona-Erkrankung ins Team zurückgekehrte Sipos seinen Kontrahenten in nur 17 Minuten mit 11:2, 8:11, 11:1 und 11:5 förmlich von der Platte.

Das Feuer, das der Rechtshänder bei seinen Teamkollegen entfacht hatte, hielt allerdings nur kurze Zeit an. Benno Oehme führte gegen den 25-jährigen Kasachen Kirill Gerassimenko zwar schnell mit 5:0, aber damit hatte der Angriffsspieler drei Tage vor seinem 22. Geburtstag sein Pulver verschossen. Gerassimenko profitierte beim 5:1 von einem Netzball und gab sich anschließend keine Blöße mehr. Mit 11:8, 11:7 und 12:10 sorgte er in etwas mehr als 21 Minuten für den 1:1-Ausgleich und ebnete seinem Team von der Weser den Weg zum fünften Saisonsieg.

Der lange Schwede Mattias Falck, 2019 in Budapest Vize-Weltmeister im Einzel und im selben Jahr Nummer sieben der Weltrangliste, machte mit dem aus der Corona-Quarantäne zurückgekommenen Cedric Meissner kurzen Prozess und brachte die Werderaner nach knapp 40 Minuten mit 2:1 in Führung. Da nutzte es auch nichts, dass Meissner diesmal mir Kurzhaar-Bürstenschnitt angetreten war. Das selbe Aussehen drohte zumindest nach der schnellen 1:0-Führung gestern auch TTC-Geschäftsführer Bernd Röschenthaler. Der hatte nämlich versprochen, sich im Falle des dritten Saisonsiegs ebenfalls »rasieren« lassen zu wollen.

Dass es nicht dazu gekommen ist, lag keinesfalls am Engagement des Ober-Erlenbacher Trios. »Es fehlt hat noch das letzte Quäntchen«, erkannte Sven Rehde, der Sportliche Leiter, der sich aber zumindest über den glatten Erfolg von Rares Sipos freuen durfte. Beim zweiten Einzel gegen Kirill Gerassimenko gewann der 21-jährige Rumäne den ersten Satz mit 11:8, musste dann jedoch der größeren Erfahrung seines Kontrahenten Tribut zollen und verlor die nächsten drei Sätze mit 6:11, 7:11 und 5:11.

Die beiden wegen positiver Corona-Fälle ausgefallenen Begegnungen gegen den TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell und beim TTC Schwalbe Bergneustadt werden im Laufe dieser Woche neu angesetzt. Am nächsten Sonntag steht um 15 Uhr die Partie gegen den TSV Bad Königshofen auf dem Rückrunden-Spielplan, so dass der TTC OE Bad Homburg bereits zum dritten Mal in Folge im heimischen Wingert-Dome antreten wird.

Wann Yuta Tanaka aus Japan zurückkommt, hängt auch von den beiden Nachhol-Terminen ab. Lubomir Jancarik hat inzwischen wieder mit leichtem Lauftraining begonnen und wird in absehbarer Zeit ebenfalls wieder zur Verfügung stehen.

Was die konkrete Planung für die nächste Bundesliga-Saison 2022/23 betrifft, sieht man am 1. März klarer. Bis zum 28. Februar müssen die Clubs in den beiden höchsten Spielklassen Deutschlands nämlich bei der TTBL-Geschäftsstelle in Fulda ihre Bewerbungsunterlagen für die Lizenz einreichen.

TTC OE Bad Homburg - SV Werder Bremen 1:3 (4:10 Sätze): Sipos - Szöcs 3:1 (11:2, 8:11, 11:1, 11:5), Oehme - Gerassimenko 0:3 (8:11, 7:11, 10:12), Meissner - Falck 0:3 (8:11, 8:11, 7:11), Sipos - Gerassimenko 1:3 (11:8, 6:11, 7:11, 5:11).

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