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Otto Bärmann ist vom Sportkreis-Beauftragten Peter Kohl für 65-jährige Prüfer-Tätigkeit ausgezeichnet worden.

Deutsches Sportabzeichen

Glücksfall für den Sport im Hochtaunus

Otto Bärmann ist seit 65 Jahren als Prüfer für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens tätig. Selbst in Österreich darf er prüfen.

Hochtaunuskreis (jf). Kurz vor Weihnachten ist eine herausragende Leistung auf dem Gebiet des Sports gebührend gewürdigt worden. Der 88-jährige Otto Bärmann hat nämlich von Sportabzeichen-Referent Peter Kohl Auszeichnungen von höchster Ebene dafür erhalten, dass er bereits seit 65 Jahren als Prüfer für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens im Sportkreis Hochtaunus ehrenamtlich tätig ist.

Kohl hat diese Ehrung nicht - wie in der Vergangenheit üblich - im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde des Sportkreises, sondern in dessen Wohnung in Ober-Eschbach vorgenommen.

Neben Urkunden und Sachgeschenken vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vom Landessportbund Hessen hatte Kohl bei der Ehrung auch noch ein Weinpräsent vom Sportkreis Hochtaunus dabei.

Turnfestwart

Dieses Datum muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Bereits seit dem 9. November 1956 und seinem ersten Einsatz in München ist der inzwischen 88-jährige Otto Bärmann als Sportabzeichen-Prüfer unterwegs. Selbst hat er das Goldene Sportabzeichen 46 Mal erworben, dazu dreimal das Bayerische, zuvor bereits dreimal das für die Jugend und einmal das Österreichische.

Zu Österreich hat der in seinem Berufsleben als Bundesbeamter (in den Ministerien Finanzen, Einwicklungshilfe und Wirtschaft) tätige Bärmann eine ganz besondere Beziehung. Dort war er 20 Jahre lang als Turnfestwart im Einsatz und hat dort auch die Qualifikation erworben, als Deutscher im benachbarten Alpenland Prüfungen für das Sportabzeichen abzunehmen. Umgekehrt darf er hierzulande auch für Österreicher die Leistungen zum Erwerb des Abzeichens dokumentieren - was bis dato zweimal der Fall gewesen ist. Bärmann war im Hochtaunuskreis übrigens auch der Erste, der die Prüfungen zum Erwerb des Deutschen Sportabzeichens für Behinderte abgenommen hat, das es bereits seit 1952 gibt und für das der Deutsche Behindertensportverband zuständig ist.

Für seine Verdienste um den Sport und im beruflichen Leben hat Bärmann verdientermaßen zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Darunter das Bundesverdienstkreuz, das ihm bereits 1988 vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker verliehen wurde.

Sein eigenes vielseitiges sportliches Talent hat der am 1. April 1933 in Coburg geborenen Otto Bärmann zunächst beim Turnverein 1894 Coburg-Neuses und anschließend bei der DJK Aschaffenburg unter Beweis gestellt. In den Mannschafts-Sportarten Handball, Prellball und Volleyball, aber auch als Leichtathlet und Turner.

Dass berufsbedingt der Umzug nach Bad Homburg erfolgte, ist für den Sport im Hochtaunuskreis ein Glücksfall gewesen. Im September 1971 war Otto Bärmann in die SGK Bad Homburg eingetreten, deren 1. Vorsitzender damals der inzwischen legendäre Ernst-Ludwig Grimm gewesen ist. Bei den »Roten« wurde er bei der Jahreshauptversammlung am 29. September - ebenso wie seine Frau Ulla - im Kirdorfer Bürgerhaus für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Bei »seiner« SGK hat Bärmann im letzten halben Jahrhundert tiefen Spuren hinterlassen. Unter anderem gab er den Anstoß zur Gründung der Herzsport-Abteilung unter Leitung von Professor Dr. Günter Bodem, stand als 2. Vorsitzender sowie als Leiter der »Jedermänner« in der Verantwortung und hat den Stammtisch »Silberdisteln« ins Leben gerufen. Parallel dazu hat sich er sich nach seinem Umzug nach Bad Homburg auch im Sportkreis 31 Hochtaunus engagiert. Nicht nur als Sportabzeichen-Prüfer, sondern von 1981 bis 1991 als Fachverbands-Referent der Leichtathleten sowie von 1991 bis zum Sportkreistag 2000 in Oberstedten auch in der wichtigen Position des Sportwarts.

Täglich Gymnastik

Tägliche Gymnastik-Übungen in der eigenen Wohnung sowie zwei bis dreimaliges Schwimmen im Bad Homburger Seedammbad (»Immer so um die 1000 Meter«) sind die Basis dafür, dass Otto Bärmann bis auf den heutigen Tag topfit ist und er ein hervorragender Beleg dafür ist, dass Sport jung erhält.

Dazu beigetragen haben sicherlich auch seine Hobbys, zu denen neben einer gepflegten Skatrunde mit langjährigen Freunden auch das Kegeln und ausgiebiges Bergwandern gehören.

Auch der Fußball hat in Otto Bärmanns Leben natürlich stets eine Rolle gespielt. Zwar hat der gebürtige Coburger nie selbst in einem Verein gekickt, dafür war er in seiner Jugend Anhänger der »Cluberer« vom 1. FC Nürnberg und ist inzwischen Fan des FC Bayern München.

Im politischen Leben ist Otto Bärmann bei der CDU beheimatet. Bei der Jahreshauptversammlung der Senioren-Union Hochtaunus wurde er vor wenigen Tagen bei der Hauptversammlung im »Hirschgarten« zum Kassenprüfer gewählt.

Mehr an Treue als bei den Bärmanns geht nicht: Otto, der durch den Vater in Anlehnung an Reichskanzler Otto von Bismarck zu seinem Vornamen gekommen ist, weil sich die beiden Paten nicht auf einem gemeinsamen Namen einigen konnten, und seine Ursula sind schon seit 1959 verheiratet.

Die Eltern von drei Kindern und Großeltern von vier Enkeln haben - da sie unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören - im »Käppele« geheiratet, einer über die Grenzen Unterfrankens hinaus bekannte Wallfahrtskirche in Würzburg. Dort haben sie anschließend 1984 auch die Silberne Hochzeit gefeiert, 2009 die Goldene - und vor zwei Jahren auch die Diamantene.

Wer dieses aktive Ehepaar erlebt, der kann sich durchaus vorstellen, dass die Bärmanns in acht Jahren im »Käppele« in Würzburg auch noch die Gnadenhochzeit feiern werden.

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