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Großes Ziel mit neuem Partner

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Tim Pütz beim Davis-Cup-Einsatz. © Imago Sportfotodienst GmbH

Usingen (jf). Tim Pütz, der Tennis-Profi aus Usingen, hätte sich sechs Tage nach seinem 35. Geburtstag selbst ein wunderschönes nachträgliches Geschenk machen können, aber im spanischen Malaga ist der gebürtige Frankfurter mit der deutschen Nationalmannschaft durch eine 1:2-Niederlage gegen Kanada im Viertelfinale des Davis-Cup-Finals 2022 ausgeschieden (siehe auch überregionalen Sportteil).

Es war gestern früh exakt zwei Minuten nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit, als Pütz und sein Partner Kevin Krawietz gegen die Kanadier Vasek Pospisil und Denis Shapovalov den Matchball zum 6:2, 3:6 und 3:6 kassiert haben, der für die DTB-Auswahl das »Aus« im Viertelfinale besiegelte Damit nicht genug: Dieses 1:2 bedeutete für Deutschland nicht nur den Knockout im attraktiven Nationen-Wettbewerb, sondern im neunten gemeinsamen Auftritt von Pütz/Krawietz nach einer Bilanz von zuvor makellosen 8:0-Siegen die erste gemeinsame Niederlage.

Nach einem bärenstarken ersten Satz, mit dem die Weichen für den Einzug ins Halbfinale gestellt zu sein schienen, musste auch Krawietz anerkennen, »dass die Kanadier verdient gewonnen haben, weil sie zum Schluss einfach besser waren«.

Für Pütz ist 2022 ein Jahr mit mehr spektakulären Höhepunkten als Tiefschlägen gewesen. Begonnen hatte es am 7. Januar mit der Geburt seines Sohnes Theo - und zu Ende gegangen ist es mit den knapp verpassten ATP-Finals im Doppel in Turin sowie dem Viertelfinale-Aus im Davis-Cup in Malaga. Für den besten Doppelspieler Deutschlands in der ATP-Weltrangliste (am 29. August 2022 stand er auf Platz sieben) war unter anderem auch die Niederlage in Paris ausschlaggebend dafür, dass es nicht für einen Start in Turin reichte. Im Viertelfinale der »Rolex Masters« in Frankreichs Hauptstadt (Kategorie 1000) hatte der Rechtshänder aus dem Taunus Anfang November nämlich zusammen mit Venus mit 3:6 und 3:6 gegen die beiden deutschen Davis-Cup-Kumpels Kevin Krawietz und Andreas Mies verloren!

Dies sollte im Rückblick von heute der letzte gemeinsame Auftritt von Pütz und Venus sein, denn ab sofort geht der Usinger zusammen mit seinem Davis-Cup-Partner Kevin Krawietz auf die ATP-Tour. Pütz: »Unser übergreifendes Ziel für 2023 ist die Qualifikation für die ATP-Finals in Turin. Unser längerfristiger Ansatz ist, dass wir uns als Topteam etablieren wollen. Und natürlich wollen wir auch Grand-Slam-Titel holen.«

Dass Tim Pütz Sportler werden würde, stand früh fest. Er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Tom (der seit dieser Saison für die Herren 30 des TV Ober-Eschbach das Tennis-Racket schwingt und mit den Jungsenioren in die Bundesliga aufgestiegen ist) rannten in der G-Jugend in der damaligen JSG Usingen/Pfaffenwiesbach dem runden Leder hinterher, ehe sie der größeren Faszination des Tennissports erlegen waren.

Nach dem Abitur im Jahr 2007 studierte Tim Pütz mit einem Tennis-Stipendium an der Auburn University im US-Bundesstaat Alabama und schloss diese Ausbildung als Bachelor ab. Am 24. Juni 2013 stand er erstmals unter den »Top 250« der ATP-Weltrangliste. Es folgten die erste Qualifikation für Wimbledon im Jahr 2014 und das Debüt in der deutschen Davis-Cup-Mannschaft im Jahr 2018. Seine Qualität als ausgewiesener Doppel-Spezialist wurde auf internationaler Ebene erstmals 2018 bekannt, als er zusammen mit Philipp Petzschner das ATP-Turnier in Stuttgart gewann, wobei die beiden Deutschen mit einer Wildcard ins Teilnehmerfeld gerutscht waren.

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