1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

In Crunchtime Nerven behalten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

imago1009576467h_070222_4c
Urschreie vor Freude bei Hüttenbergs Trainer Johannes Wohlrab und seinem Handball-Zweitliga-Team nach dem knappen 28:27 in Aue. © pv

Ein Handball-Krimi in Aue mit einem Happy End für den TV 05/07 Hüttenberg. In der Crunchtime sind die Mittelhessen nervenstark und kehren mit dem 28:27 aus Sachsen zurück.

Der TV 05/07 Hüttenberg ist mit einem 28:27 (13:17)-Auswärtssieg aus der EM-Pause gekommen. Beim abstiegsgefährdeten Handball-Zweitligisten EHV Aue tat man sich zwar lange schwer und lief einem Rückstand hinterher - in den entscheidenden Momenten behielten die Blau-Weiß-Roten aber die Nerven.

Denn es war fast schon paradox - und aus Sicht der Gastgeber sogar tragisch -, dass 34 Sekunden vor dem Schlusspfiff der bis dahin überragende Rechtsaußen Maximilian Lux mit einem Siebenmeter an Dominik Plaue scheiterte. Lux, bis dahin mit einer Trefferquote von 13 Toren bei 15 Versuchen, gegen Plaue, der nach gut 20 Minuten glücklos das Tor geräumt hatte. »Manchmal muss man als Torhüter keinen guten Tag haben, aber den entscheidenden Ball halten«, sagte TVH-Trainer Johannes Wohlrab schmunzelnd.

Bis dahin war es ein steiniger Weg für die Mittelhessen, die zwar in einer ausgeglichenen Anfangsphase durch ihren besten Torschützen Ian Weber in der neunten Minute beim 4:3 führten. Diesen Vorteil aber schnell mit einem 0:5-Lauf deutlich aus der Hand gaben. Und die Gastgeber blieben am Drücker und erhöhten in der 20. Minute durch - natürlich - Maximilian Lux gar auf 13:7. Beim TVH kam nun Simon Böhne zwischen die Pfosten. Und der 21-jährige, gerade erst von einem Kahnbeinbruch genesen, führte sich gleich gut ein. Seine Vorderleute nutzten die Paraden und verkürzten durch Weber und zwei Treffer von Philipp Schwarz auf 11:14 in der 25. Minute. Dieser Rückstand hatte auch zur Pause Bestand, nachdem der Kempa-Treffer von Niklas Theiß nach Anspiel von Hendrik Schreiber zum 14:17 aus Gästesicht Hoffnung auf Besserung in der zweiten Hälfte machte. »In der ersten Halbzeit waren wir nicht bereit für den Pflichtspielcharakter, für die Aggressivität von Aue und waren in der Abwehr zu passiv«, erklärte Wohlrab nach Spielende.

Nach Wiederbeginn wartete der Coach mit einer überraschenden Personalie auf. Denn er beorderte den etatmäßigen Außen Ryuga Fujita in den rechten Rückraum. Eine durch den verletzungsbedingten Ausfall von Dominik Mappes notwendige Umstrukturierung im Hüttenberger Angriffsspiel, die sofort mit dem 15:17 des Japaners erste Früchte trug. Die Mittelhessen waren nun aber auch, gestützt auf Simon Böhne, der am Ende auf eine starke Quote von fast 42 Prozent gehaltener Bälle kam, in der Abwehr griffiger und glichen durch einen Doppelschlag von Hendrik Schreiber zum 17:17 aus, um nach dem 19:19 von Rechtsaußen Tristan Kirschner durch Tore von Vit Reichl, abermals Kirschner und Fujita mit einem coolen Heber sich zum 22:19 in der 44. Minute erstmals etwas Luft zu verschaffen. Die Erzgebirgler, bei denen ebenfalls der beste Torschütze Bengt Bornhorn fehlte, beendeten jedoch ihre Torflaute von nur zwei Toren in der Viertelstunde nach Wiederanpfiff und holten die Führung in der 52. Minute durch Goncalo Ribeiro zurück. Doch die junge TVH-Truppe behielt in der Crunchtime die Nerven, Böhne nahm Ribeiro einen freien Wurf weg, und Hendrik Schreiber nutzte einen leichtfertigen Fehlpass des EHV zu einem Tempogegenstoß und dem am Ende siegbringenden 28:26. Denn nach dem abermaligen Anschlusstreffer durch Kevin Roch stand Dominik Plaue dem möglichen Unentschieden im Weg.

»In der zweiten Halbzeit haben die Jungs begriffen, was wir in der Pause besprochen haben, dass es nicht an unserer taktischen Ausrichtung gelegen hat. Dann haben sie den Schalter um gelegt in der Art, wie wir die Zweikämpfe führen. Das haben sie durch die Bank phantastisch gemacht und sich ins Spiel zurück gekämpft«, nannte der TVH-Coach die Gründe für den Sieg.

EHV Aue: Petursson, Töpfer; Roch (2), Ebert, Egilsnes (1), Maximilian Lux (13/1), Bombelka, Dutschke, Sova, Slachta, Schauer, Kammlodt (4), Paraschiv (2), Halfdansson (3), Ribeiro (2).

TV Hüttenberg: Plaue, Böhne; Schwarz (3), Kneer (1), Kirschner (3), Opitz, Theiß (2), Fujita (2), Weber (8/3), Rompf, Zörb (2), Reichl (1), Hahn, Klein (2), Jockel, Schreiber (4).

SR: Scharfe/Kittel (Berlin/Neuenhagen) - Siebenmeter: 2/1 - 3/3 - Zeitstrafen: 6 - 10 Strafminuten - Zu.: 550.

Auch interessant