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Jake Hirst entscheidet

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Jake Hirst darf jubeln: Er erzielt den entscheidenden Treffer zum 2:0-Auswärtssieg des FSV Frankfurt in Balingen. © Imago Sportfotodienst GmbH

Balingen/Frankfurt . Die Kritik, dass endlich auch mal auswärts feiner Fußball gezeigt werden sollte und dazu drei Punkte ins Reisegepäck kommen, nahm sich der FSV Frankfurt einen Tag vor dem ersten Advent zu Herzen. Dank einer überzeugenden, mitunter starken Leistung gewannen die Bornheimer mit 2:0 (0:0) bei der TSG Balingen, die zuvor in zwölf Regionalliga-Partien nur eine Niederlage hinnehmen musste.

Bei diesem (kleinen) Coup avancierte Jake Hirst zum entscheidenden Akteur. Verlief sein Start mit Gelber Karte nur eine Minute nach Einwechslung noch unglücklich (65.), bereitete der Stoßstürmer das Führungstor sozusagen vor. Nach Pass in die Spitze setzte Hirst zu einem Lupfer an - TSGB-Torwart Marcel Binanzer konnte die Situation nicht bereinigen, und der ebenfalls eingewechselte Giorgio Del Vecchio köpfte ins leere Tor ein (81.). Und dann Hirsts Sololauf. Übers halbe Feld verfolgte ihn Matthias Schmitz, doch der 26-Jährige behauptete sich und traf mit Wucht hoch ins kurze Eck (86.). »Jeder bringt seine Qualitäten ein«, war Trainer Tim Görner erfreut darüber, dass die Joker Hirst und Del Vecchio stachen.

Dabei war der Start im Schwäbischen alles andere als verheißungsvoll. Die Balinger setzten den FSV unter Druck oder pressten früh. So konnten die Frankfurter kaum konstruktive Aktionen initiieren. Zweimal kam die TSGB gefährlich vors Tor (2./7.), nach 24 Minuten hätte beinahe Torwart Omer Hanin das 1:0 verschuldet. Kurz davor hatte Jihad Boutakhrit schon angedeutet, dass Balingens Defensive Lücken aufweist. Und der Ball landete alsbald im Netz - doch bei Leon Müllers Freistoß aus spitzem Winkel soll im Pulk ein FSV-Spieler im Abseits gestanden haben. »Eine grenzwertige Entscheidung«, bemerkte nicht nur Görner.

Davon ließen sich die Frankfurter aber nicht beirren. Es war der Auftakt der stärksten FSV-Phase, die Balinger verloren bisweilen den Überblick. Bei zwei Ecken mussten sie in höchster Not retten (33./34), ehe Cas Peters (40./42.) und Amid Khan Agha (44.) beste Chancen zur Führung nicht nutzen konnten. »Du musste mit einer Führung in die Pause«, sagte Görner zum klaren Chancenplus.

In der zweiten Halbzeit agierten die Frankfurter nicht mehr so zwingend, dafür kontrollierend - und wären beinahe doch in Rückstand geraten, Leander Vochatzer zielte aus vier Metern über die Latte (69.). Das war für den FSV das Signal, wieder mehr tun zu müssen. Während Tim Weißmann (75.) und Peters (80.) noch knapp scheiterten, sorgten die frischen Kräfte von der Bank für späte Glücksmomente.

»In den ersten 20 Minuten hatten wir Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Dann haben wir einen guten Auftritt hingelegt«, sagte Görner bescheiden zur besten Saisonauswärtsleistung. Die Flexibilität verkörperte Leon Müller: Der etatmäßige Mittelfeldakteur überzeugte in zentraler Verteidigungsposition. Stefan Fritschi

TSG Balingen: Binanzer - Eisele, Curda, Vogler, Müller (62. Akkaya) - Schmitz, Kuhn (62. Vochatzer), Wöhrle, Ramser (84. Viventi) - Meiser (89. Awortwie-Grant), Vegelin (62. Almeida Morais).

FSV Frankfurt: Hanin - Reutter, Awassi, Müller, Weißmann - Ünlücifci (78. Del Vecchio), Azaouagh, Khan Agha (90.+1 Messina), Sannomiya - Boutakhrit (64. Hirst), Peters.

Tore: 0:1 Del Vecchio (81.), 0:2 Hirst (86.) - Schiedsrichter: Huthmacher (Sigmaringen) - Zuschauer: 862.

STEFAN FRITSCHI

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