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Karriereleiter

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Eine glückliche Familie: HTG Bad Homburgs Basketball-Trainer Jay Russell Brown mit Ehefrau Ewa und den Söhnen Jay junior und Julian. © Gerhard Strohmann

Den richtigen Zeitpunkt zu finden, um eine Karriere auf dem Höhepunkt zu beenden oder einen Vereinswechsel vorzunehmen, gehört zu den schwierigsten Entscheidungen im Leben eines Sportlers. Für Jay Russell Brown, den Erfolgstrainer der Falcons Bad Homburg, die am Samstag Meister in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen geworden sind (der UA berichtete), ist ein solcher Zeitpunkt jetzt gekommen.

Hochtaunuskreis. Jay Russell Brown, der am 13. Juli 1982 in Frankfurt am Main als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren wurde, arbeitet nämlich künftig als Geschäftsführer bei den Rheinland Lions. Dieser Basketball-Club hat seit dem Sommer 2020 mit der Form einer Betreibergesellschaft professionelle Strukturen erhalten, ist 2021 in die 1. Damen-Bundesliga (DBBL) aufgestiegen.

In der Endspiel-Serie um die Deutsche Meisterschaft 2022 steht es beim Duell Rheinland Lions kontra Eisvögel USB Freiburg aktuell 1:1. Spiel drei des Playoff-Finales findet am Mittwoch um 20 Uhr in der Sporthalle Herkenrath statt.

Die Rheinland Lions waren 2015 als Spielgemeinschaft Bergische Löwen aus den Basketballabteilungen des TV Bensberg, den TV Herkenrath und des TV Hoffnungsthal entstanden und gehören aktuell mit mehr als 400 Aktiven in 27 Mannschaften zu den größten Vereinen im Bereich des DBB.

Erfahrungsschatz

Jay Russell Brown macht nun den nächsten Schritt auf einer beeindruckenden Karriereleiter. Mit der HTG Bad Homburg, wo er selbst als 14-Jähriger mit dem Basketballspielen begann, hat er am Samstagabend alles erreicht, was er erreichen konnte. Abgesehen von einer Saison, als er bei Pedja Glisic Co-Trainer beim TuS Makkabi Frankfurt war, hat er auch als Übungsleiter ausschließlich bei der HTG gearbeitet.

Die eigene sportliche Laufbahn endete wegen zahlreicher Verletzungen bereits mit 28 Jahren, nachdem er für den SC Bergstraße in der Ober- und Regionalliga gespielt hatte.

Das Frauen-Team der HTG übernahm Brown zu Saisonbeginn 2009/10 in der Oberliga Hessen. Damals wurde noch in der altehrwürdigen Turnhalle des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums gespielt und in Ermangelung einer angemessenen Sporthalle sind die Heimspiele jahrelang auch in der Christian-Wirth-Schule in Usingen sowie der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf ausgetragen worden. Der Aufstieg in die Basketball-Regionalliga Südwest erfolgte 2013 und seit der Saison 2015/16 gehören die Bad Homburgerinnen der 2. Bundesliga an. Die sieben Jahre in der zweihöchsten deutschen Spielklasse (bis auf die Saison 2018/19 im Norden stets in der Gruppe Süd) sind in den letzten zwölf Monaten gekrönt worden. 2021 hat man das Playoff-Endspiel bei den Rheinland Lions noch deutlich mit 43:102 verloren, aber am Samstag folgte mit dem 93:66 im Endspiel um den Zweitliga-Titel gegen ALBA Berlin die »Kirsche auf der Torte« (Brown).

Meisterfeier

Die Meisterfeier am Sonntag hat in gebührendem Rahmen im Garten der Familie Brown im Frankfurter Stadtteil Oberrad stattgefunden. Mit dabei natürlich auch die beiden Söhne Jay junior und Julian und die Ehefrau, die der gelernte Kaufmann unter ihrem Mädchennamen Ewa Blazejewska als Basketballerinnen bei der HTG kennen- und lieben gelernt hat.

»Da wollen wir auf jeden Fall noch mal hin«, sind die Hawaii-Inseln Kauai und Maui im Pazifischen Ozean die Lieblings-Urlaubsziele der Browns. Dort haben sie 2016 bereits ihre Flitterwochen verbracht.

Kochen am heimischen Herd ist für den engagierten und an der Seitenlinie stets rastlosen Trainer der perfekte Ausgleich zum Hobby Basketball, das künftig auch seinen beruflichen Alltag bestimmen wird. Zuletzt hatte der 39-jährige ein Sportfachgeschäft geleitet.

Fan der NBA

»Vor allem die Boston Celtics aber grundsämtlich alle Teams, die den schönsten Basketball spielen«, ist Brown als Insider ein großer Fan der NBA. Beim American Football hält er es mit den Dallas Cowboys und das Finale um den Superbowl ist für ihn stets einer der großen Feiertage im Jahr. »Aktuell lese ich das Buch Eleven Rings - The Soul of Success von Phil Jackson, das mich sehr begeistert«, schwärmt Brown aber nicht nur von dieser außergewöhnlich erfolgreichen Trainer-Legende (Chicago Bulls und Los Angeles Lakers), sondern auch von Coaches wie Ettore Messina, Mike Krzyzewski und Gregg Popovich, die für ihn Inspiration sind. Italienisches Essen und aktuelle Spargel sind auf der Speisekarte die Favoriten von »JR« Brown, der nach dem Abschied von der Homburger Turngemeinde für seine persönliche Zukunft zwei Wünsche hat: »Dass meine Familie gesund bleibt und dass ich in meinem neuen Job genauso viel Spaß habe wie ich ihn in Bad Homburg hatte.«

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