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Kein Interesse an Fortbildung

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Hochtaunuskreis (jf). Fußball ist ein einfaches Spiel, aber der Weg vom Dachverband DFB hinunter zur Basis ist offensichtlich sehr weit.

»Vom Bolzplatz zum Training« lautete das Thema des 1. Trainings-Dialogs, den der Deutschen Fußball-Bund bundesweit angesetzt hatte und das von den rund 1200 Stützpunkt-Trainern als Informationsveranstaltung für die 24500 Vereine mit ihren rund sieben Millionen Mitgliedern umgesetzt werden sollte. Auch beim Stützpunkt in Königstein ist diese Einheit am Montagabend angeboten worden.

»Über welchen Weg sollen wir die Übungsleiter in den Vereinen denn noch erreichen?« fragte sich Andreas Arr-You, der neben seinen Trainer-Tätigkeiten beim Kreisoberligisten SG Eschbach/Wernborn, bei den Frauen von Eintracht Frankfurt und der Jugend des FV Stierstadt auch noch Chef des DFB-Stützpunkts für die Jahrgänge 2008 bis 2010 in Königstein ist.

Sowohl der DFB als auch der hessische Landesverband (HFV) hatten alle Betreuer von Nachwuchs-Mannschaften schon frühzeitig über ihre Internet-Seiten informiert, alle Jugendleiter der Hochtaunus-Clubs hatten eine persönliche Mail ins elektronische Postfach erhalten und auch die Heimatpresse auf diesen Termin hingewiesen.

Ergebnis? Bis auf zwei Mütter, die als »Taxi-Dienstler« die Abendsonne am Königsteiner Kreisel genossen, und einen älteren Herrn, der dem Treiben der 15 Jungs einige Zeit zuschaute, interessierte sich kein Mensch für diese Fortbildung im Rahmen des Talentförderprogramms!

Spieler haben viel Spaß

Die 15 D-Jugendfußballer hingegen hatten offensichtlich ihren Spaß an den angebotenen Trainingsinhalten. Vor allem an den ersten Übungen, bei denen sie gemäß des Themas in einer »Bolzplatz-Atmosphäre« selbständig für Organisation und Ablauf des Spiels verantwortlich waren. Ohne weitere Vorgaben von Andreas Arr-You und seinen beiden Co-Trainern Ugur Cigdem (DJK Helvetia Bad Homburg) und Tomo Toumpas (Sportfreunde 04 Frankfurt). »Gut, dass wir auch mal nach unseren eigenen Regeln spielen durften«, äußerte sich einer der 15 talentierten Kicker nach diesem außergewöhnlichen Trainingsabend sehr positiv.

Diese Einschätzung dürfte sicherlich auch die Initiatoren dieser Aktion beim DFB freuen und möglicherweise zu weiteren Denkanstößen veranlassen. Nur schade, dass die Jugend-Coaches in den Vereinen das Angebot nicht angenommen haben.

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