Löwen fehlt erneut die Konstanz

Frankfurt . Max Faber stocherte mit seiner Kelle auch noch ein bisschen im Eis herum, doch das half offenbar nicht viel. Diese Reparaturarbeiten waren kein Fall für den Kapitän des Eishockey-Zweitligisten Frankfurter Löwen, sondern für die Spezialisten - und nach einer Weile hatten die Eismeister in der Eissporthalle am Ratsweg das Tor, das der überragend haltende Gästegoalie Christian Schneider ein paar Minuten vor Schluss versehentlich verschoben hatte, dann auch wieder fest verankert.

Tatsächlich bereitete Schneiders Tor den Gastgebern auch ihm Spiel gegen dessen Eispiraten aus Crimmitschau einige Probleme, weil der Puck einfach nicht dort rein wollte - und ihre Versuche, das Ergebnis noch zu reparieren, führten schließlich höchstens zu einem Teilerfolg. Nach der 2:3 (0:1, 0:1, 2:0/0:1)-Niederlage nach Verlängerung mussten sie sich am Sonntagabend mit einem Punkt begnügen. Das hatte sich der Spitzenreiter der DEL 2 zwei Tage nach dem 3:1 im Derby beim EC Bad Nauheim anders vorgestellt.

Nur bei 60 Prozent

»Wir waren die ganze Zeit am Drücker und sind selbst schuld: Wir haben so viele Großchancen liegen lassen«, ärgerte sich Löwen-Stürmer Pierre Preto kurz nach der letzten Sirene, die Scott Timmins nach genau vier Minuten Extraschicht mit dem Siegtor für die nun achtplatzierten Crimmitschauer ausgelöst hatte. Immerhin konnten Tomas Sykora (46.) und Carson MacMillan (55.) den 0:2-Rückstand nach Eispiraten-Toren von Patrick Pohl (11.) und Marius Dremmler (27.) noch ausgleichen und die Löwen in die Verlängerung retten können.

Ihr Trainer hatte nicht nur einen Mangel ausgemacht. »Wir müssen sehen, dass wir das Spiel besser beginnen. Am Anfang waren wir höchstens bei 60 Prozent«, tadelte Headcoach Bo Subr, für den Konstanz über 60 Minuten schon seit Längerem ein Thema ist, ebenso wie der Umgang mit den eigenen Möglichkeiten und die nötige Absicherung gegen Gegenangriffe. »Im Lauf des Spiels haben wir mehr dominiert. Es ist für uns im Moment aber schwer zu treffen«, betonte Subr. »Daran müssen wir arbeiten.«

Dass Crimmitschau, das bis dahin gemeinsam mit Frankfurt die wenigsten Gegentore der Liga kassiert hatte, den Löwen das Leben auf ähnliche Weise wie die Besucher zuvor das Leben schwer machen würde, kam nicht unerwartet. Die Eispiraten machte ihre Abwehrzone eng, blockten viele Scheiben - und sie hatten mit Schneider einen herausragenden Goalie.

Für dessen Gegenüber Bastian Kucis, der wieder einmal anstelle von Jake Hildebrand zwischen die Frankfurter Pfosten durfte, war es hingegen kein gelungener Abend. Beim 0:1 durch einen Powerplay-Schuss sah er nicht glücklich aus, beim 0:2 hatte er Pech, dass sein Abwehrversuch genau auf der Kelle Demmlers landete. Und das Gegentor in der Verlängerung war schwer zu verhindern.

Und wie wird das mit der Chancenverwertung besser? »Wir müssen es einfach weiter versuchen«, meinte Pierre Preto. Die nächste Gelegenheit bietet der volle Terminkalender am Dienstagabend (19.30 Uhr) mit dem Nachholspiel beim EV Landshut. »Die Chancen reinmachen und hinten weniger zulassen, dann nehmen wir die drei Punkte mit nach Frankfurt«, gab der junge Löwen-Angreifer tapfer als Losung aus - ehe er frisch frustriert von der Crimmitschauer Begegnung in die Kabine skatete. MARKUS KATZENBACH

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