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Mächtig unter Erfolgsdruck

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Frankfurt. 56 Tage nach dem torlosen Unentschieden bei Hessen Kassel greift der FSV Frankfurt wieder ins Geschehen der Fußball-Regionalliga Südwest ein. Am Samstag um 14 Uhr gastiert Astoria Walldorf am »Hang«. Nach dem enttäuschenden Verlauf des ersten Saisonabschnitts stehen die Bornheimer als Tabellen-16. extrem unter Erfolgsdruck. Gelingt es ihnen nicht, sich im Klassement zu verbessern, dann steigen sie definitiv in die Hessenliga ab.

Der FSV in der fünften Liga - dies hat es in der über 122-jährigen Vereinshistorie noch nicht gegeben.

Die Angst, in unbekannte Niederrungen zu fallen mit für den Traditionsverein folgenreichen Konsequenzen in sportlicher wie finanzieller Hinsicht, und die Erkenntnis, dass einiges in den ersten 22 von 36 Meisterschaftspartien falsch oder unbefriedigend gelaufen ist, hat die Protagonisten vom Bornheimer Hang zum Handeln angestachelt, ja fast schon gezwungen. Gleich sechs Spieler verpflichtete der FSV in der Winterpause. Und sie geben der Mannschaft ein neues Gesicht.

Einen Leistungsschub erwarten die Schwarz-Blauen vor allen von Marcel Heller (35). Der ehemalige Bundesliga-Profi (u.a. Eintracht Frankfurt, Darmstadt 98), vom Trainer und Sportlichen Leiter Thomas Brendel als Wunschspieler tituliert, soll die bisweilen recht harm- wie einfallslose Offensive auf Trab bringen. Ebenso Felix Heim (20), der vom Top-West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen ausgeliehen werden konnte.

Um den mageren Trefferdurchschnitt von 1,2 hochzutreiben, wurde der langjährige niederländische Zweitligastürmer Cas Peters (28) verpflichtet - ebenfalls ein Wunschspieler. Für Stabilität im Mittelfeld soll Dusan Crnomut (25) sorgen. Dort soll auch der Ex-Offenbacher Luka Garic (21) eingesetzt werden. Clirim Recica (22) kam als Ersatz für den langzeitverletzten Robin Williams und dürfte sich mit Manuel Reutter einen Zweikampf um die Position des linken Außenverteidigers liefern.

Nicht mehr im Kader stehen Denis Mangafic, Ihab Darwiche, Dren Hodja und Ersatztorwart Sebastian Schreiber. Pikant: Angelo Barletta, nach nur drei Monaten Wirkungszeit beim FSV von seinem Amt entbunden, lotste Hodja und Schreiber zu seinem neuen, alten Arbeitgeber, dem Hessenligisten Bayern Alzenau. Während mit dem verletzungsanfälligen Darwiche der Vertrag aufgelöst wurde, ist Mangafic nach internen Differenzen freigestellt worden und steht weiter auf der Gehaltsliste.

Nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ hat der FSV in der Januarwechselperiode zugelegt. Nach der Auffrischung sollte, ja müsste der Fußballsportverein in der Lage sein, das Worst-case-Szenario abzuwenden. Erleichtert wird die Aufgabe dadurch, dass wahrscheinlich kein Südwest-Team aus der 3. Liga in diese Regionalliga absteigt - Aufsteiger SC Freiburg II hat überraschenderweise bereits neun Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, der SV Wehen Wiesbaden elf. Bei dieser Konstellation müssten die Frankfurter also nur einen Kontrahenten überholen. Doch die letzten Monate haben gezeigt, wie turbulent eine Runde verlaufen kann. Sogar für einen Club, der gefestigt schien, mitunter als Geheimfavorit galt. STEFAN FRITSCHI

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