+
Dritte der Sportaerobic-Europameisterschaften 2021: Annika Junck (links, 18) aus Oberreifenberg und Lilli Kaiser (21) aus Oberstedten.

Topleistung bei Sportaerobic-EM

Medaillentraum der Schmittenerin Annika Junck wird wahr

Die 18-jährige Annika Junck aus Schmitten hat ihren großen Traum von einer EM-Medaille in der Sportaerobic verwirklicht. Zuvor gab es noch eine klasse Leistung auf anderem Gebiet.

Schmitten (red). Ein Traum ist wahr geworden: Die Sportaerobic-Athletinnen Annika Junck (18 Jahre) aus Schmitten-Oberreifenberg und Lilli Kaiser aus Oberursel-Oberstedten (21) haben sich bei der FISAF-Europameisterschaft in Agen in Frankreich ihren Traum erfüllen. Sie holten als Duo die Bronze-Medaille in den Taunus.

Einmal auf dem Treppchen stehen bei einem bedeutenden internationalen Wettkampf, das ist das Ziel aller Leistungssportler. Aber bekanntermaßen ist in der Sportaerobic die europäische Konkurrenz aus Tschechien, Belgien, der Schweiz und anderen Ländern sehr groß und deshalb ist dieses Ziel nur selten zu erreichen.

Annika Junck und Lilli Kaiser konnten mit einer außerordentlich harmonisch abgestimmten Choreografie zur Musik, sauber ausgeführten Sprüngen in den Spagat, in den Liegestütz, einarmigen Kraftelementen und überraschenden Rollen das Publikum und die Kampfrichter überzeugen. Zu dem Thema »Sailor« boten sie in zwei Umläufen absolut synchron getanzte Elemente, die mit starker Mimik und Gestik unterstrichen wurden. So beeindruckten sie beispielsweise bei dem Lied »The drunken sailor« als betrunkene Turnerinnen auch komödiantisch. Selbst die Teamtrainerinnen und Atlethinnen anderer Nationen gönnten den Deutschen den Erfolg und freuten sich aufrichtig mit ihnen über ihre sensationelle Leistung.

Abi und Medaille

Auch das Publikum in Agen - das unter strengen Corona-Regeln zugelassen war - wurde von der Darbietung der Deutschen mitgerissen und honorierte dies mit euphorischem Applaus. Umso höher ist die Leistung dieser beiden Athletinnen einzustufen, da sie auch in der Corona-Zeit alleine vor den Laptops trainieren mussten, alleine die Kondition aufrechterhalten mussten und erst im vergangenen halben Jahr überhaupt gemeinsam trainiert werden konnte.

Hinzu kommt, dass Annika Junck im Juni dieses Jahres ein exzellentes Abitur machte und mittlerweile in Heidelberg Jura studiert und Lilli ebenfalls studiert, nämlich International Sports Management in Bad Homburg. Sich trotz dieser ganzen Belastungen so konsequent und hart dem Sport zu widmen, ist schon bewundernswert.

Beide Athletinnen traten auch im Einzel an und belegten auch dort - in der schwersten Kategorie der »Adults« - sensationelle Plätze. Lilli Kaiser, die mittlerweile auch die Leistungsgruppe der Sportschule Michaela Farnung trainiert, wurde verdient Fünfte. Zwischenzeitlich lag sie sogar auf Platz vier. Annika Junck wurde nach starker Darbietung Achte. Natalie Schwerdtfeger (17 Jahre) aus Bad Homburg, die mit einem schwarzen, funkelnden Kostüm beeindruckte, konnte in dieser Kategorie überzeugen und wurde 13.. Sie war die jüngste Teilnehmerin in der schweren Kategorie der Erwachsenen.

Ein weiteres Duo der Sportschule Farnung, die von Michaela Steyer geführt wird, konnte mit einem achten Platz in dieser Kategorie überzeugen, nämlich Natalie Schwerdtfeger und Nina Thorne (18 Jahre) aus Bad Homburg, die zu einem Lied von ABBA die Bühne rockten. In der jüngeren Kategorie der Juniorinnen holte Emma Bühnemeyer (16 Jahre) aus Königstein einen achten Platz und überzeugte durch sauber ausgeführte Pflichtelemente. Die jüngste deutsche Teilnehmerin, Cosima Steyer (15 Jahre), die in einem roten Statement-Kostüm auftrat, belegte einen guten Platz zehn und war damit ebenfalls unter den besten zwölf der europäischen Elite in dieser Sportart.

Michaela Steyer freute sich sehr über den Erfolg »ihrer« jungen Damen. Die Athletinnen bedankten sich für die sensationelle Vorbereitung der Leistungsgruppe bei ihrer Trainerin Lilli Kaiser.

Es war also eine der erfolgreichsten Sportaerobic-Europameisterschaften, die ein deutsches Team mit so vielen Spitzenplätzen je absolviert hat.

Am meisten freuten sich aber alle für Annika und Lilli, die in ihrer bereits im Alter von acht beziehungsweise zehn Jahren gestarteten Leistungssportkarriere durch viele Höhen und Tiefen gingen und auch schwere Rückschläge wie Knie- und Knöchelverletzungen auskurieren mussten. Umso erfreulicher, dass jetzt der Traum von einer Medaille bei den Europameisterschaften wahr wurde.

Das könnte Sie auch interessieren