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Mentalität als große Stärke

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Das 13-jährige Tennistalent Emilia Brune ist in Essen deutsche Vizemeisterin der Altersklasse U14 geworden. © Gerhard Strohmann

Usingen (jf). Carlos Tarantino, der Erfolgstrainer des Usinger THC, hat auf der Anlage am Hattsteinweiher ein weiteres Tennis-Talent auf dem Weg zu einer möglicherweise großen Karriere begleitet. Emilia Brune, die in der Saison für die U-18-Juniorinnen des UTHC in der Hessenliga aufgeschlagen hat, ist in Essen nämlich deutsche Vizemeisterin der Altersklasse U14 geworden.

Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da die am 9. Februar in Frankfurt am Main geborene Emilia Brune erst 13 Jahre jung ist und auch im kommenden Jahr nochmals in der »U14« antreten kann. Dann startet sie allerdings für den TC Bad Homburg, dem sie sich in der Wechselperiode angeschlossen hat und für den sie auch schon in Essen an den Start gegangen ist.

Wechsel vom UTHC nach Bad Homburg

Als jüngste aller Teilnehmerinnen musste die Friedrichsdorferin zunächst in die Qualifikation, in der sie sich in ihrer Gruppe 3 gegen Monique Murek (ETUF Essen) mit 6:2 und 6:1 sowie gegen Mia Keuler (HTC Bad Neuneahr) mit 6:3 und 6:3 durchsetzen konnte.

Im Achtelfinale folgte ein 7:5 und 6:4 gegen die an vier gesetzte Fenna Steveker (SV Bayer Wuppertal) und im Viertelfinale ein 4:6, 6:3 und 6:3 gegen Kristina Sachenko (TC Bredeney). Im Halbfinale gegen Michelle Kirsch vom DTV Hannover stand es 6:7 und 6:3, ehe ihre Kontrahentin verletzungsbedingt aufgeben musste.

Im Finale wartete in Essen die an Nummer eins gesetzte Favoritin Michelle Khomich vom TC Rot-Weiß Gersthofen auf das Talent aus dem Taunus, das sich nach einem hochklassigen Drei-Satz-Match knapp mit 2:6, 6:3 und 4:6 geschlagen geben musste. »Ich hatte im dritten Satz bereits mit 3:1 geführt und war schon enttäuscht, dass es mit dem Titel nicht geklappt hat«, beschreibt sie ihre Gefühlslage nach dem Endspiel.

»Mentalität« beschreibt die Rechtshänderin als ihre große Stärke, die sie auch in der Hessenliga-Mannschaft des Usinger THC zum Vorteil ihres Teams erfolgreich eingesetzt hat. Mit 7:0-Siegen blieb sie nämlich als einzige der neun UTHC-Juniorinnen ungeschlagen und hatte damit den größten Anteil am Klassenerhalt in der Eliteklasse des Landesverbands.

Mit dem Wechsel zum TC Bad Homburg folgt nun die nächste Etappe auf der sportlichen Karriere-Leiter. Parallel dazu hat sich die deutsche Vizemeisterin von der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf verabschiedet und besucht seit diesem Schuljahr ein privates Gymnasium in Mannheim. Dort ist die Vereinbarkeit von Schule und Tennis deutlich besser, weil lediglich montags und dienstags Präsenzpflicht besteht.

Mit dem Tennisspielen begonnen hat Emilia im Alter von sechs Jahren beim TC Burgholzhausen, ehe sie nach Usingen wechselte. Dort gehört sie demselben Jahrgang 2009 an wie Antonia Guth, der jüngeren Schwester von DTB-Kaderspielerin Mara Guth.

Parallel zum Tennis hat die Friedrichsdorferin lange Zeit auch Fußball gespielt und stand bei der SGK Bad Homburg bis zur E-Jugend im Tor, ehe das Pendel in Richtung Rückschlagsport ausgeschlagen ist. Nicht zuletzt der großen Erfolge wegen, denn in der Saison 2021 wurde sie Zweite sowohl bei den Yonex-Masters (inoffizielle deutsche Meisterschaft der Altersklasse U12) als auch beim »Tennis Europe« im luxemburgischen Grevenmacher.

Dem Erreichen des Viertelfinales Anfang Juni bei den deutschen U13-Meisterschaften im Sommer in Ludwigshafen, als sie noch für den Usinger THC gestartet war, folgten nun die Vizemeisterschaft in der »U14« und nun auch noch die Berufung in den Nationalkader 2 des Deutschen Tennisbunds für die Saison 2023.

Parallel zum Wechsel ins Gymnasium nach Mannheim erfolgte auch ein Wechsel auf der Trainerposition. Nach Usingens Talente-Förderer Carlos Tarantino sind nun Benjamin Ebramhizadeh in der »T2 Tennisacademy in Wiesbaden«, Paul Günther und Fitness-Coach Klaus Luisser sowie Cheftrainer Björn Simon vom Hessischen Tennisverband für das Coaching und die sportliche Weiterentwicklung verantwortlich.

»Ich möchte in der Hessenliga der Damen zu Einsatzzeiten kommen«, beschreibt die 13-jährige selbstbewusst ihre Ziele für die Saison 2023. »Wir freuen uns mit Emilia für den großen Erfolg bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften und wünschen Ihr bei uns eine tolle Zeit«, freut sich auch Ralph Weißenberger, der Sportliche Leiter beim TC Bad Homburg, bereits auf den Neuzugang mit großer Perspektive.

Zur Familie Brune gehört auch noch Emilias 16-jähriger Bruder Matteo, der zurzeit ein Auslandsjahr in Kanada verbringt und der als Fußballer nach der Zeit bei der SGK Bad Homburg inzwischen einen Spielerpass beim SC Dortelweil hat.

Als Familie aus Gelsenkirchen schlägt das Fußballerherz von Eltern und Kindern selbstverständlich für den FC Schalke 04. Auch noch und genauso heftig, nachdem die Eltern vor 20 Jahren ins Rhein-Main-Gebiet und vor zehn Jahren nach Friedrichsdorf gezogen sind.

»Frankreich«, legt sich Tennis-Prinzessin Emilia Brune auf die Frage nach dem Fußball-Weltmeister 2022 fest.

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