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Nun Mitglied des deutschen Nachwuchs-Bundeskaders: Milina Wepiwe (TSG Wehrheim), hier bei den deutschen Jugendmeisterschaften der U18 in Rostock, wo das Diskuswurf-Talent den undankbaren vierten Platz belegte.

Leichtathletik

Milina Wepiwe im Bundes-Nachwuchskader

Leichtathletik: Erste Bundeskader-Berufung für das große Wehrheimer Talent. Weitere Hochtaunus-Athleten werden in Bundes- und Landeskadern gefördert. Ein Überblick.

Hochtaunuskreis (kie). Leistung wird belohnt. Das können gleich neun - teilweise noch junge - Leichtathleten aus Hochtaunus-Vereinen bestätigen, die wegen ihrer guten Leistungen in der abgelaufenen Saison vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zur Aufnahme in die entsprechenden National-Kader vorgeschlagen und dann vom Bundesausschuss Leistungssport auf politischer Ebene auch bestätigt wurden.

Führend im Kreis ist hier, wie auch schon in den vergangenen Jahren, der Königsteiner LV, der gleich acht Athleten in der Förderung auf Bundes-Ebene hat. Dem sogenannten Perspektiv-Kader gehören erneut Mehrkämpferin Vanessa Grimm und Weitspringern Maryse Luzolo an, die sich beide für Olympia in Tokio qualifizieren konnten. Beide verbrachten Ende des vergangenen Jahres mehrere Wochen mit der Nationalmannschaft auf Gran Canaria, um sich bei guten klimatischen Bedingungen auf die Saison 2022 vorzubereiten. Hier haben die beide KLV-Asse einen Start bei der Weltmeisterschaft in Oregon und/oder den kontinentalen Titelkämpfen in München im Visier.

Lisa Oed (bisher SSC Hanau-Rodenbach) wird ab Januar die Top-Truppe des KLV ergänzen. Die Dritte der U23 EM von Tallinn (10.000 Meter) gehört dem Perspektivkader auf der Langstrecke an. Sven Wagner (KLV und auch EM-Starter U23) ist in Deutschland mit 3:40,92 Minuten die Nummer zwei seiner Klasse über 1500 Meter. Vereinskollege Max Grabosch blickt auf ein extrem hartes Jahr zurück. Wegen einer Knie-Operation und einem Fahrradsturz konnte der 10000-Meter-Spezialist gar nicht in Erscheinung treten, wurde vom zuständigen National-Coach aber wegen seiner tollen Leistungen in der Saison 2020 und damit verbundenen guten Perspektiven nach der Genesung trotzdem erneut in den Nachwuchskader U23 berufen.

Richtig durchgestartet ist Finn Kohlenbach (KLV/U20), der erst seit 18 Monaten intensiver Leichtathletik betreibt, nebenher bei den Bad Homburg Sentinels (Jugendmannschaft) noch als Wide-Receiver im Einsatz ist und auf seiner Position jüngst zum MVP gewählt wurde. Auf den Strecken von 100 bis 400 Meter legte Finn eine famose Steigerung hin, ist auf der Stadionrunde bei 49,62 Sekunden (Achter in Deutschland) angekommen und nun Mitglied im Langsprint-Bundeskader (U20).

Im Hessenkader

Für eine weitere Saison sind auch Finns Vereins- und Altersklassen-Kollegen Lasse Schmitt (Langhürden) sowie Okai Charles (Mittelstrecke) mit von der Partie. Charles ist über 400 Meter der amtierende deutsche Meister (U20/Bestzeit 47,30 sec.) und über 800 Meter bei 1:51,60 Minuten angekommen. Schmitt wird über 400 Meter Hürden im nationalen Ranking mit 53,02 Sekunden auf der vierten Position geführt.

Den Sprung in den Nachwuchskader der U18 packte Milina Wepiwe. Für die Diskuswerferin von der TSG Wehrheim klappte es in der letzten Saison zwar noch nicht mit einer DM-Medaille, doch das soll sich ändern. Der hochgewachsene Schützling von Adrian Ernst profitiert von guten Hebeln - ein wichtiges Faktum im Diskusring. Im technischen Bereich und in der Konstanz besteht noch Luft nach oben, an der das große Talent aber eisern arbeitet. Milina ist mit einer Bestweite von 43,93 Metern Achte im DLV-Ranking und gehört in ihrer Klasse aber noch zum jüngeren Jahrgang. »Bei guter Vorbereitung und einem optimalen Saisonverlauf peilen wir den DM-Titel an. Als Weite haben wir uns für 2022 die 48 Meter als Ziel gesetzt. Dann könnte es ziemlich sicher auch mit einem Start bei der U18-Europameisterschaft in Jerusalem etwas werden«, skizziert Trainer Adrian Ernst die Pläne für die kommende Saison.

Auch auf Hessenkader-Ebene ist der Königsteiner LV mit neun Vertretern einmal mehr der dominierende Verein in der Region. Auf Landesebene ist eine Förderung bis maximal U23 (früher Junioren) möglich. Neben konstant guten Leistungen in der Saison ist hier das Erreichen der DM-Norm ein Kriterium für die Nominierung. Die Jugendlichen müssen also bundesweit ungefähr zu den Top-20 in ihrer Disziplin gehören. Der Königsteiner LV hat hier Moritz Hinrichsen (Sprint), Julian Rubel (Langsprint), Mia Hasselhorst (Hürden), Louis Buschbeck, Niklas Steffens, Neuzugang Svenja Clemens (alle Mittel- bzw. Langstrecke), Anton Hinrichsen, Markus Wagenleitner (beide Mehrkampf) sowie Jette Priedemuth (Hammerwurf) in der Förderung.

Aus den Reihen der TSG Wehrheim werden Raphaella Zali (Sprint), die Brüder Max und Nick Lehl (beide Stabhochsprung), Fynn Lenzner (Speerwurf) sowie erstmals Nadjela Wepiwe (Diskus) besonders unterstützt.

Das Trikot des MTV Kronberg trägt das Trio Aaron Heinz (Kurzhürden), Alexander Ries (Dreisprung) und Sven Müller (Langsprint). Die TSG Friedrichsdorf ist mit einem Athleten präsent. Tim Kolbe hatte ein bärenstarkes Jahr mit einer famosen Steigerung auf den beiden Sprintstrecken. Der Student der Wirtschaftswissenschaften steigerte die Kreisrekorde auf pfeilschnelle 10,70 und 21,65 Sekunden und gehört damit in der U23 zur erweiterten deutschen Spitze.

Sonderrolle

Im Sonder-Kader des hessischen Verbandes hat Gianluca Puglisi (KLV) angedockt. Der Medizinstudent und Weitsprung-Dritte der Hallen-DM ist zu alt für den Hessenkader und trotz starker 7,69 Meter aktuell nicht mehr im Bundeskader. Als Mitglied des S-Kader kann Puglisi das Leichtathletik-Zentrum in Kalbach, das Leistungszentrum in der Hahnstraße und auch die Physiotherapie am Stützpunkt nutzen und so das Training mit der sehr zeitintensiven Endphase seines Studium gut koordinieren.

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