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Neue Vereine, neue Herausforderungen für Hochtaunus-Athleten

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Karolin Leiacker (bisher TSG Wehrheim) packt die Stäbe am »Oberloh« ein und startet für die Saison 2022 einen Neuanfang beim USC Mainz. © Jens Priedemuth

Kurz vor Start der Hallen-Saison: Die UA-Übersicht über die Vereinswechsel der Leichtathleten im Hochtaunus. Eine Stabhochspringerin der TSG Wehrheim verschlägt es zum Ex-Bundestrainer.

Hochtaunuskreis (kie). Neues Jahr, neues Trikot: In der in Kürze beginnenden Leichtathletik-Saison werden einige neue Gesichter die heimische Szene der Läufer, Springer und Werfer bereichern. Das »Wechsel-Karussell« drehte sich diesmal jedoch mit rund zehn Veränderungen etwas langsamer.

Erwartungsgemäß die größten Bewegungen gab es beim Königsteiner LV, dem führenden Verein in der Hochtaunus-Region. Die Burgstädter konnten am Ende der Wechselfrist drei Zugänge begrüßen und verabschiedeten auch ein Trio. Bei der TSG Friedrichsdorf werden zwei Athleten studienbedingt für Wettkämpfe nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Ein wenig kompensiert werden diese Abgänge durch den Wechsel eines Sprinters in die Zwiebackstadt. Bei der TSG Wehrheim gab es einen Abgang.

»Durchstarten«

Gleich auf mehreren Ebenen hat es Karolin Leiacker mit einem neuen Umfeld zu tun. Die Stabhochspringerin, die bisher für die TSG Wehrheim aktiv war, trägt nun das Trikot des Traditionsvereins USC Mainz. Doch der Reihe nach. Leiackers persönliche Bestmarke datiert mit guten 3,50 Metren aus dem Jahr 2018, gesprungen bei der Jugend-DM in Rostock. Danach zeigte die Kurve der Leistungsentwicklung nicht unbedingt steil nach oben. Nach der Saison 2020 standen 3,42 Meter in den Bestenlisten. Im abgelaufenen Jahr brachte die TSG-Athletin keinen einzigen Wettkampf in die Wertung. »Ich habe zwar regelmäßig trainiert, aber irgendwie fehlte der entscheidende Kick für eine Wettkampfteilnahme. Im Training hat es mit den weichen Stäben immer gut geklappt. Mit den für größere Höhen notwendigen harten Stäben kam ich nicht so richtig klar. Zudem stand 2021 noch das Abitur bei mir auf dem Programm«, zählt Leiacker einige Gründe auf. Seit dem vergangenen Oktober befindet sich die 20-jährige Leichtathletin nun in der Ausbildung zur Physiotherapeutin. Die findet in Mainz statt. In der Uni-Stadt auf der anderen Seite des Rheins hat Karolin ein Zimmer in einer Vierer-WG gefunden. Beim USC möchte Leiacker sportlich neu durchstarten. Die Rahmenbedingungen stimmen, gibt es doch vor Ort eine Halle mit entsprechender Anlage, Einrichtungen zum Krafttraining und auch ein schmuckes Stadion. Für den »Input« auf der Trainerseite sorgt Herbert Czingon. Der ehemalige Frauen-Bundestrainer (Stabhochsprung) kehrte nach einem mehrjährigen Gastspiel als National-Coach der Schweiz in seine alte Heimat zurück und gibt nun hier sein Wissen weiter. »Wir haben hier eine tolle Gruppe mit drei Mädels, was echt prima ist. In Wehrheim hat es auch Spaß gemacht. Es ist jedoch ein Unterschied, wenn du die einzige Springerin in einer Gruppe mit sonst nur männlichen Athleten bist«, so Leiacker.

Eine echte »Hochkaräterin« ist Lisa Oed. Die Medizinstudentin kommt vom SSC Hanau-Rodenbach nach Königstein und gehört dem National-Kader (Perspektiv-Kader) an. Mit ihren 22 Jahren hat Oed schon diverse internationale Starts bei großen Meisterschaften absolviert. Der Schwerpunkt liegt auf den längeren Bahn-Distanzen. Lisa Oed »kann« aber auch Berglauf und fühlt sich ebenso auf dem Cross-Terrain oder der Straße wohl. Letzten Sommer gewann sie bei den Europameisterschaften der U23 in Tallinn (EST) die Bronzemedaille über 10000 Meter (Bahn) und setzte sich mit ihrer neuen Bestzeit von 33:35,99 Minuten an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste (U23). Aber auch in den Jahren zuvor konnte die Neu-KLVlerin auf internationaler Ebene Edelmetall einsammeln. Bei der U20-EM im italienischen Grosseto (2017) gab es »Gold« über 3000 Meter Hindernis. Im gleichen Jahr gab es noch einen weiteren EM-Titel, beim Berglauf in Kamnik/SLO. Ein Jahr später kam WM-Silber beim Berglauf in Canillo (Andorra) hinzu. Trainiert wird die angehende Ärztin von Wolfgang Heinig, der auch Top-Athletin Gesa Felicitas Krause unter seinen Fittichen hat. Mit ihrem Wechsel in die Burgstadt möchte das 22-Jährige Lauftalent »den nächsten Schritt der sportlichen Weiterentwicklung« vollziehen.

Auch Svenja Clemens (U20) ist Läuferin mit Tendenz zur Langdistanz. Die Studentin der TU Darmstadt kommt von der LG Odenwald und konnte 2021 den Hessentitel im Crosslauf bejubeln. Bei den deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock wurde sie über 3000 Meter mit der neuen persönlichen Bestzeit von 9:33,69 Minuten Sechste. Auf der Habenseite in dieser Saison steht zudem noch der DM-Titel im Berglauf. Wie eine ganze Reihe weiterer KLV-Athleten trainiert die Hessenkader-Athletin bei Landestrainer Benjamin Stalf. Um ihr sportliches Ziel »Start bei einer internationalen Meisterschaft« zu erreichen«, verlegt die 19-Jährige Langstrecklerin ihren Lebensmittelpunkt ins Rhein-Main-Gebiet.

Dritte Läuferin im Bunde, die demnächst im weinroten KLV-Trikot auf die Jagd nach neuen Bestzeiten gehen wird, ist Sina Moira Wiedmann (Jahrgang 1997). Sie kommt von der Frankfurter Eintracht und hat ihre Stärken auf der Mittelstrecke. Zudem ist die Studentin auch im Langsprint (400 m 57,75 sec.) ganz flott unterwegs. Wiedmann betreibt erst seit zwei Jahren intensiv Leichtathletik und ist mittlerweile bei 2:10,83 Minuten (800 Meter) und 4:34,46 Minuten (1500 Meter) angekommen. Das Training von Heimtrainer Jürgen Friedrich (Oberstedten) wird demnächst noch durch Ratschläge von Landestrainer Robert Schieferer (Bad Soden) ergänzt.

Verlust

Ein herber Verlust ist der Abgang von Nele Weßel. Die angehende Polizistin kam letztes Jahr vom SCC Berlin aus einer langen Verletzungspause zum KLV und startete im neuen Umfeld hervorragend durch. Die neuen Frauen-Kreisrekorde über 800 Meter (2:06,86 min.) und 1500 Meter (4:18,41 min.) sind dafür eindrucksvoller Beweis. In der neuen Saison wird Weßel für Eintracht Frankfurt unterwegs sein.

Wegen einer Verletzung konnte Jessica Grimm (Jhg. 2002), die »kleine Schwester« von KLV-Olympionikin Vanessa Grimm, lediglich einen Start für den KLV absolvieren. Ausbildungsbedingt geht es für sie nun zurück zu ihrem Stammverein, der LG Reinhardswald.

Hindernis-Spezialist Conrad Heinemann (U20) hofft durch den Anschluss an eine Trainingsgruppe bei der Frankfurter Eintracht auf eine Leistungssteigerung auf seiner Paradestrecke.

Die TSG Friedrichsdorf freut sich über den Zugang von Ansgar Wachenfeld (Jahrgang 1992). Er gehörte seit der Vereinsgründung vor ein paar Jahren dem Sprintteam Wetzlar an, hatte dort aber keine Chance, in die erste Staffel zu kommen. Wachenfeld, der in der Saison 2019 seine Bestzeiten über 100 Meter (11,23 sec.) und 200 Meter (23,11 sec.) aufstellte, möchte im neuen Umfeld diese Leistungen weiter nach unten drücken.

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