1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Nick Lehl holt Silber

Erstellt:

uaspor_2401_lehl_NEU_250_4c
Nick Lehl holt bei der hessischen Hallen Meisterschaft in Hanau mit Silber die einzige Medaille für die TSG Wehrheim. Der Hessenkader-Springer überquert 4,20 Meter. © Jens Priedemuth

Die hessischen U20-Leichtathleten ermitteln ihre Hallen-Hessenmeister. Nicht nur mittendrin dabei, sondern richtig gut platziert: Nick Lehl von der TSG Wehrheim.

Hochtaunuskreis (kie). Mit drei Titeln, vier Vizemeisterschaften und einer Bronze-Medaille ist der Leichtathletik-Nachwuchs aus dem Taunus von den hessischen Hallen-Meisterschaften der Altersklasse U20 aus Hanau heimgekehrt.

Die einzige Medaille für die Truppe der TSG Wehrheim erzielte Stabhochsprung-Spezialist Nick Lehl. Eigentlich galt Benedikt Haug (ASC Darmstadt), der Dritte der Nachwuchs DM von Rostock, als der klare Favorit. Doch der Südhesse (Bestleistung 4,50 Meter) fand überhaupt nicht in die Spur und schaffte als Vierter lediglich 3,80 Meter. Lehl, der alle Wehwehchen der vergangenen Saison auskuriert hat, stieg bei glatten vier Metern erfolgreich in den Wettkampf ein und schwang sich schließlich als Zweiter über 4,20 Meter Der Titel ging an einen »Fremdgänger«. Markus Wagenleitner, Zehnkämpfer im Trikot des Königsteiner LV, packte auf seinen alten Hausrekord zehn Zentimeter drauf und ist nun bei 4,40 Metern angekommen.

Bereits beim Springen hatte Wagenleitner Rückenprobleme. Deshalb verzichtete er auch auf seinen Start über die 60 Meter Hürden, um nicht seinen Einsatz bei der DM im Hallen-Siebenkampf nächstes Wochenende in Leverkusen zu gefährden.

Das nächste Hessen-Gold für die KLV-Truppe gab es durch Finn Kohlenbach, der über 200 Meter in hervorragenden 22,15 Sekunden zum Titel stürmte und die von Colin Ansorge (SSC Bad Sooden-Allendorf) mit 23,09 Sekunden angeführte Konkurrenz problemlos abhängte. Fast eine Sekunde Vorsprung bedeuten Welten im Sprint. Finn Kohlenbach, der in der Woche zuvor bei der Männer-HM 22,47 Sekunden erzielt hatte, zeigte in seinem zweiten Hallen-Rennen des Jahres eine famose Steigerung und ist mit seiner neuen Bestzeit aktuell die Nummer fünf in Deutschland. »Das war ein richtig gutes Rennen. Ich habe bereits am Ausgang der Startkurve den Athleten vor mir überlaufen und weiter richtig Druck gemacht. Jetzt bin ich gespannt, was bei der Jugend-DM in Sindelfingen so geht«, freute sich Kohlenbach, der über die 400 Meter dem Bundeskader angehört. Im Freien scheint ohne die beiden engen Hallenkurven der Kreisrekord machbar zu sein. Der notiert seit acht Jahren bei 21,96 Sekunden und wird von Leon Rudolph (TSG Wehrheim) gehalten. Als einziger Youngster der U18 qualifizierte sich Julian Rubel (ebenfalls KLV) mit flotten 7,17 Sekunden fürs 60-Meter-Finale der älteren U20. Nach einem »technischen Fehlstart«, die Pistole löste nicht richtig aus, fehlte beim amtierenden Hessenmeister (U18) ein wenig die Spannung und Julian musste mit dem ungeliebten vierten Platz (7,21 sec.) zufrieden sein.

Gleich vier Athleten aus dem Kreis gingen über 800 Meter an den Start. Hier ließ an der Spitze Favorit Jan Dillemuth (TV Assenheim) mit 1:54,21 Minuten nichts anbrennen. Extrem spannend war der Kampf um die Vizemeisterschaft. Als es in die letzte Kurve ging, lag Louis Buschbeck noch auf dem vierten Platz. Mit einem knallharten Spurt sammelte der KLVer noch zwei Gegner ein und konnte nach 1:58,51 Minuten Silber bejubeln. Louis, der noch der jüngeren U18 angehört, knackte mit seiner neuen Bestzeit erstmals die »Zwei-Minuten« und blieb auch unter der DM-Norm für die ältere U20 (1:59,20 min.). Ob es für einen Start in Sindelfingen trotz der Norm reicht, ist noch offen, da die Starterzahl auf 16 Athleten gedeckelt ist.

Niklas Steffens (ebenfalls KLV und noch U18) beendete das Finale als Fünfter (2:03,71 min.). Dahinter sortierte sich Sven Müller (MTV Kronberg/2:06,36 min.) ein. Chancenlos war Elias Klink (TSG Wehrheim), für den lediglich 2:09,15 Minuten (10.) gestoppt wurden. Mit nur vier Athleten waren die 3000 Meter dünn besetzt. Mit rund 30 Sekunden Rückstand ging Bronze an Arvid Lösel (TV Oberstedten/9:29,35 min.).

Dass klare Favoriten nicht immer siegreich sind, musste die Startgemeinschaft »Königstein-Groß-Gerau-Kronberg« schmerzlich erfahren. Das Team in der Besetzung Aaron Amenta, Finn Kohlenbach, Maurice Andrew und Julian Rubel fabrizierte zwei unterirdisch schlechte Wechsel (inklusive Stabverlust) und musste sich vom sicher eingeplanten Titel verabschieden. Schlussläufer Julian Rubel stürmte mit viel Wut im Bauch noch vom dritten Rang auf die Silber-Position (1:33,15 min.) vor und sicherte damit dem Quartett die DM-Qualifikation hinter der siegreichen Startgemeinschaft »Gelnhausen-Darmstadt« (1:31,99 min.).

Bei den Mädels unterbot Mia Haselhorst (KLV) gleich zweimal die DM-Norm über die 60 Meter Hürden. Nach 8,82 Sekunden im Vorlauf wurde sie im Finale als Zweite mit 8,87 Sekunden gestoppt. Ihren dritten Start an diesem Tag absolvierte Haselhorst, die auch eine gute Mehrkämpferin ist, als Fünfte auf der 200-Meter Hallenrunde (26,03 Sekunden).

Eine gelungene Premiere über 400 Meter zeigte in ihrem zweiten U18-Jahr Raphaela Zali. Die Athletin von der TSG Wehrheim machte ihre Sache gut, lief prima mit und wurde am Ende als Achte mit soliden 61,12 Sekunden belohnt.

Auch interessant