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Niklas Beckers Glück vor der ZDF-Torwand und Pech im Punktspiel

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Gleich geht es los: Niklas Becker (von links), Moderator Sven Voss und DOSB-Präsident Thomas Weikert vor dem Torwandschießen. © Red

Glück und Pech liegen oft eng beieinander. So auch bei Niklas Becker von der FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod. Erst gewinnt er das Torwand-Schießen des ZDF, doch tagsdrauf verletzt er sich schwer.

»Ja, das ist natürlich echt bitter. Bei einem Pressschlag in der 75. Minute habe ich mir einen Teil des Innenknöchels gebrochen«, berichtet Becker am Montagmittag, nachdem er die ärztliche Diagnose erhalten hatte. »Wahrscheinlich läuft es auf eine Operation hinaus. Wenigstens haben wir mit 4:3 gegen den FC Mammolshain II gewonnen.« Nun hofft Becker, bis Mitte Juli wieder fit zu sein. Denn dann findet das Finale des ZDF-Torwand-Schießens in Mainz statt.

Für dieses hatte sich Niklas Becker am Samstag in der Live-Sendung des »Aktuellen Sportstudios« qualifiziert, als er Thomas Weikert, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, mit einem Treffer mit dem letzten Schuss mit 1:0 besiegte. Die Sendung wurde diesmal nicht am frühen Abend aufgezeichnet, sondern live ausgestrahlt, da das ZDF so auf mögliche Nachrichten aus dem Ukraine-Krieg reagieren konnte.

Zusammen mit seiner Freundin Michelle Wenz hatte Niklas Becker am Samstagnachmittag in einem Hotel in Mainz eingecheckt. »Wir wurden dann gegen 21.15 Uhr abgeholt und zum Studio gefahren, wo wir als erstes einen Corona-Test machen mussten. Dann ging es in den Backstage-Aufenthaltsraum, wo auch Thomas Weikert schon wartete. Gemeinsam mit ihm habe ich auf eine Torwand dort geübt, ehe Moderator Sven Voss kam und mit uns Vorgespräche führte. Und dann ging es nach dem Verkabeln der Mikros auch schon ins Studio.« Beim Interview von Voss mit Weikert war der 2. Vorsitzende der FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod übrigens sehr oft im Hintergrund in der Sichtachse einer Kamera zu sehen.

Bis dahin war es für Niklas Becker »natürlich schon etwas anderes, aber ich war anfangs gar nicht nervös. Ich dachte nur, dass es irgendwie immer später wird und wenig Zeit bleibt. Erst, als ich zum Torwand-Schießen in die Studio-Mitte musste und vor den Kameras und unter den Scheinwerfern stand, da wurde ich etwas angespannt. Aber ich habe versucht, es locker zu nehmen und alles drumherum auszublenden.«

Dann ging es los, drei unten, drei oben. Vor einem Millionen-Publikum an den deutschen Fernseh-Bildschirmen traf erst Thomas Weikert unten rechts nicht, doch Niklas Becker konnte die Steilvorlage nicht nutzen. »Ich hatte schon etwas Respekt, denn Herr Weikert hatte bei seinem letzten Sportstudio-Auftritt zweimal getroffen und auch beim Üben vor der Sendung gut ausgesehen«, so Becker. »Unten war ich vielleicht etwas zaghaft. Ich hatte zwar vorher unter anderem auf dem Hasselbacher Sportplatz auf eine Torwand geübt, die meinen Eltern gehört, aber das war auf Rasen. Auf dem Studioboden sprang der Ball ganz anders.«

Nachdem Weikert auch oben links nicht erfolgreich war, hatte der heimische Fußball-Funktionär alle Chancen auf den Sieg. Schuss eins war eine knapp Kiste, ebenso Schuss Nummer zwei. Es hing also am allerletzten Versuch. Und bei dem flutschte der Ball genau in die Mitte des Lochs zum 1:0-Sieg von Niklas Becker . Moderator Sven Voss meinte angesichts der Spannungskurve: »Du brauchst den Druck, oder?!«

Der Schuss nach oben links ähnelte jenem Torschuss, mit dem Becker im Internet die Vorauswahl gewonnen hatte. »Ja, da schieße ich schon ganz gerne hin«, so der Fußball-Abteilungsleiter der SG Weilrod.

Becker kann sich damit über einen 1000-Euro-Gutschein und den Einzug ins Finale freuen, welches er hoffentlich bestreiten kann. »Mein Orthopäde meinte, nach drei Monaten müsste es wieder gehen. Und die Torwand hält ja auch nicht zu einem Pressschlag dagegen.«

»Nach der Sendung haben wir noch im Backstage-Bereich mit einem Teil der Crew, dem Moderator und Thomas Weikert das Catering genutzt und uns unterhalten. Gegen 2 Uhr waren wir dann wieder im Hotel«, erzählt Becker. Am Sonntagmorgen ging es dann mit einem Abstecher nach Bad Camberg, um seine Freundin abzusetzen, direkt (Becker: »Wir haben uns schon um 11 Uhr getroffen«) zum Spiel der FSG Merzhausen/Weilnau/Weilrod II gegen den FC Mammolshain, welches dem FSG-Spieler und -Funktionär aber kein Glück brachte.

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