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Nur ein Schritt fehlt noch

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Die Löwen Frankfurt um Rylan Schwartz, Reid McNeill und Alexej Dmitiriev jubeln: Ihnen fehlt nur noch ein Sieg zum DEL 2-Titel und Aufstieg in die DEL. © Imago Sportfotodienst GmbH

Frankfurt (mka). Um 22.06 Uhr brachen die Dämme in der Eissporthalle am Ratsweg. Genau sechs Minuten hatte die Extraschicht zwischen den Frankfurter Löwen und den Ravensburg Towerstars gedauert, als der Bann endlich gebrochen und der Meisterschaftsanwärter vom Main ihrem Traumziel ganz nah gekommen war. Mit seinem Treffer in der Verlängerung bescherte Max Faber am späteren Mittwochabend den Löwen in einem ungewöhnlich torarmen, aber dramatischen Ringen einen 1:

0 (0:0, 0:0, 0:0/1:0)-Erfolg und damit den dritten Sieg im dritten Duell der Finalserie in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys. Nun fehlt nur noch einer, um mit den DEL2-Titel auch den Aufstieg in die erste Liga feiern zu können.

Kurz bildete sich eine wilde Jubeltraube aus lauter Löwen um Kapitän Faber, kurz winkten sie ihren aus dem Häuschen geratenen Fans zu, dann ging es flott in die Kabine. Am Freitag schließlich steht mit dem vierten Finaltermin in Ravensburg die nächste Aufgabe an - und dann kann Frankfurter Eishockey-Geschichte geschrieben werden.

»Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Aber die Serie ist noch nicht vorbei«, betonte Headcoach Bo Subr und urteilte für den Mittwochabend: »Es war ein Spitzenspiel, zwischen zwei Spitzenmannschaften, die schon die ganze Saison dominiert haben.« Wobei diesmal die Defensivreihen sowie die Goalies Jake Hildebrand auf Frankfurter und Jonas Langmann auf Ravensburger Seite besonders herausstachen.

Den offiziell 6770 Zuschauern, die es vorbei an den Vergnügungen der Dippemess bei schönster Frühlingsabendsonne in die wieder ausverkaufte Eissporthalle geschafft hatten, wurde im ersten Drittel ein ähnliches Bild wie über weite Strecken der vorherigen Begegnungen zuteil - nur dass diesmal keine Tore fielen. Die Löwen waren von zwei guten Mannschaften die bessere, verteidigten konzentriert und kombinierten flüssig nach vorne, im Selbstbewusstsein von da schon zehn Siegen aus zehn Play-off-Partien, eine beeindruckende Bilanz.

Ein wenig mangelte es diesmal an Schussglück und der letzten Konsequenz. Es war aber auch eine bewusst kontrollierte Offensive, für größeres Risiko gab es keinen Anlass - und das eigene Tor geriet so kaum in Gefahr. Erst als eine Serie riss, änderten sich die Kräfteverhältnisse zwischenzeitlich: Zu Beginn des zweiten Abschnitts gelang es den Löwen nach zuvor vier erfolgreichen Versuchen erstmals in dieser Finalserie nicht, eine Überzahlsituation mit einem Tor zu verwerten. Diese stolze 100-Prozent-Quote war natürlich ohnehin kaum haltbar gewesen und somit dahin, die Spielkontrolle allerdings auch.

Ravensburg, das auch bei dem am Ende berauschenden Frankfurter 7:0 am Karsamstag nicht die ganze Zeit hoffnungslos unterlegen gewesen war, das dann schon im zweiten Duell daheim am Ostermontag erbittert um eine Trendwende gekämpft hatte und nur knapp mit 1:3 verloren hatte, wuchtete sich in dieses dritte Aufeinandertreffen, das ebenfalls torlose Mitteldrittel bestimmten die Towerstars zeitweise - um mit Beginn des dritten Akts dann doch wieder schwer unter Druck zu geraten.

»Alles für die Meisterschaft«, sangen die Frankfurter Fans hinter dem Gästetor, die Löwen fuhren einen Angriff nach dem anderen in Richtung der stimmungsvollen Kurve ihrer Getreuen. »Ein überragender Support«, schwärmte Coach Subr, »das kann auch den Unterschied ausmachen.« Nur mit einem Treffer wurde es immer noch nichts, auch auf der anderen Seite nicht, als Ravensburg plötzlich noch einmal aufkam. 0:0 nach 60 Minuten - eine Seltenheit im Eishockey. Und dann traf Faber im Powerplay, nach einer Strafe für Ravensburg wegen Spielverzögerung, als der Puck auf Löwen-Bank landete, »Wegen so einer Entscheidung zu verlieren ist extrem bitter«, haderte Towerstars-Trainer Peter Russell. »Dieses Ende ist so einem tollen Spiel nicht würdig.«

So oder so: Zwölf Jahre nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger steht Frankfurt damit kurz vor der Rückkehr in die erstklassige DEL, nun, da das Tor nach oben seit voriger Saison wieder offen ist - ein Schritt nur fehlt noch, um als Meister hindurch zu schreiten. Die erste von vier Gelegenheiten: Am Freitag (20 Uhr) in Ravensburg.

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