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»Ohne Drei« wird´s schwer für den TTC OE Bad Homburg

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Betreuer Hans-Jürgen Kleemann und Dominik Scheja, der am Sonntag beim TTC OE Bad Homburg zu seinem Bundesliga-Debüt kommt. © Gerhard Strohmann

Tischtennis-Bundesligist Bad Homburg muss gegen den Champions-League-Starter TTC Neu-Ulm ohne seine Topspieler antreten. Ein Nachrücker feiert sein Bundesliga-Debüt.

Bad Homburg (jf). Das erste Heimspiel im Jahr 2022 in der Tischtennis-Bundesliga der Herren (TTBL) steht für den TTC OE Bad Homburg unter einem ganz unglücklichen Stern.

Wenn am Sonntag um 15 Uhr der Champions-League-Teilnehmer TTC Neu-Ulm im Wingert-Dome an der Seulberger Straße aufschlägt, können die Gastgeber nämlich auf keinen jener drei Spieler zurückgreifen, die am 21. Dezember beim 3:2-Sieg beim TSV Bad Königshofen an der Platte standen.

Der 34-jährige tschechische Olympiateilnehmer Lubomir Jancarik ist beim Joggen mit dem Fuß umgeknickt und kann ebenso wenig eingesetzt werden wie der 21-jährige Rumäne Rares Sipos, der positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurde. Da sich zudem auch noch der 21-jährige japanische Spitzenspieler Yuta Tanaka in seiner Heimat befindet, müssen die Ober-Erlenbacher gegen Neu-Ulm »ohne Drei« antreten.

Mit Scheja

Was im Skatspiel schon schwierig genug ist, dürfte in der Tischtennis-Bundesliga unmöglich werden. »Ohne Drei« heißt für den TTC OE im Klartext, dass es am Sonntag die beiden 21-jährigen Cedric Meissner und Benno Oehme sowie Dominik Scheja richten müssen.

Scheja, Kapitän der zweiten Mannschaft, die am Samstagabend um 18 Uhr zum Rückrundenstart in der Oberliga Hessen die TG Langenselbold erwartet, kommt mit seinen 25 Jahren somit doch noch zu seinem Debüt in der 1. Bundesliga.

Auf die Umstände, die zu seiner Nominierung führten, hätte der Immobilien-Kaufmann sicherlich gerne verzichtet, aber dessen ersten Einsatz in der TTBL wird ihm niemand mehr nehmen.

Verdient hat ihn sich der 1,93 Meter große Rechtshänder allemal, denn er trägt seit seinem Wechsel vom Gießener SV bereits seit 2010 (!) das Trikot des TTC OE, der damals noch unter den Namen TTC Ober-Erlenbach angetreten ist.

Scheja, der als Schützling von Trainer-Legende Helmut Hampl und hessisches Ausnahme-Talent im April 2014 als 17-jähriger an der Seite von Leon Abich vom SC Poppenbüttel in Mühlhausen deutscher Jugendmeister im Doppel geworden war, ist seitdem an allen Aufstiegen des Bad Homburger Stadtteil-Clubs bis in die 1. Bundesliga beteiligt gewesen.

Champions League

»Ich bereite mich jetzt erst einmal auf das Oberligaspiel gegen Langenselbold vor und dann sehen wir weiter«, ist bei Scheja von Aufregung vor dessen Bundesliga-Debüt absolut nichts zu spüren. Diese Gelassenheit hat seinen Grund, denn am Sonntag hat der Mannschaftsführer des TTC OE Bad Homburg im dritten Einzel (vermutlich gegen Kay Stumper) nichts zu verlieren. Selbst ein Satzgewinn wäre für ich ein Erfolgserlebnis für die Ewigkeit.

Die Gäste vom TTC Neu-Ulm sind angesichts der personellen Misere aufseiten der Gastgeber nicht nur wegen des sechsten Tabellenplatzes und des 3:0-Erfolgs im Hinspiel am 31. August ganz klarer Favorit. Nicht zuletzt deshalb, weil sie Erfahrung aus der Champions League mitbringen. Im Hinspiel des Viertelfinales der »Königsklasse« ist der TTC in Pfaffenhofen gegen den russischen Spitzenclub TTSC UMMC Jekaterinenburg angetreten. Für Jekaterinenburg schlägt übrigens der 25-jährige Kroate Tomislav Pucar auf, der in der Saison 2016/17 für Ober-Erlenbach aktiv war. Für einen aktuellen Profi des TTC Neu-Ulm ist es am Sonntag übrigens eine Rückkehr in den Wingert-Dome: Der 21-jährige Lev Katsman hat von 2019 bis 2021 das Trikot des TTC OE getragen. Im Hinspiel war der Russe nur für das Doppel nominiert worden und ist deshalb nach dem 3:0 nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Cedric Meissner (gegen den Portugiesen Joao Geraldo) und Benno Oehme (gegen den Puerto-Ricaner Daniel Gonzalez) sind in dieser Woche noch beim »Feeder-Cup« in Düsseldorf gegen internationale Konkurrenten im Einsatz gewesen und treten am Sonntag zum ersten Bundesligaspiel im Jahr 2022 hochmotiviert an.

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