Paul Harmanns unerfüllter Pokaltraum

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GEDERN/GEISS-NIDDA - Gedern/Geiß-Nidda. Kreispokalendspiele und Paul Harmann - das passt irgendwie nicht zusammen. Vor zwei Jahren fehlte der Gruppenliga-Fußballer des FC Alemannia Gedern verletzt. Am vergangenen Wochenende stand er zwar auf dem Platz, verlor mit seinem Team aber 0:1 gegen den Ligakonkurrenten Sportfreunde Oberau. Damit bleibt sein Pokaltraum mit Gedern erst einmal unerfüllt.

Harmann tat die Niederlage auf dem Sportgelände des TSV Geiß-Nidda richtig weh, "weil ich eigentlich noch eine persönliche Pokalrechnung offen hatte". Der 22-Jährige wollte unbedingt den Pott holen. 2019, als Gedern den FC Germania Ortenberg im Finale mit 5:0 schlug, musste er verletzt passen. "Ich zog mir damals einen Knöchelbruch zu und ging leider nicht sofort zum Arzt. Dadurch verzögerte sich der Genesungsprozess und ich verpasste das Endspiel", erzählt Harmann.

Diesmal war der Offensivspieler fit, ging aber als Verlierer vom Platz. "Unter dem Strich war die Niederlage nicht unverdient. Wir wurden zwar vor dem Spiel von fast allen in die Favoritenrolle gedrängt. Dort sah ich uns auch aufgrund der Ausfälle von Anton Krutenko, Maximilian Vonalt und Spielertrainer Jannik Jung nicht unbedingt." Oberau sei zwar nicht eingespielt. An der individuellen Klasse habe es dem Gegner aber nicht gefehlt. "Keines der beiden Teams konnte sich viele Chancen erspielen. Deshalb war mir irgendwie klar: Wer das erste Tor schießt, wird das Finale gewinnen", so Harmann, der im A-Jugendbereich nach einem Auslandsaufenthalt in den USA zur JSG Obere Nidder wechselte, weil seine Heimatspielgemeinschaft JSG Hardeck keine Mannschaft stellen konnte. "Ich kam vor vier, fünf Jahren als Jugendspieler nach Gedern und konnte mir damals nicht ansatzweise vorstellen, was sich daraus entwickeln würde. Wir wechselten fast geschlossen in den Seniorenbereich, stiegen zweimal auf, wurden Hallenkreismeister und erreichten drei Pokalendspiele mit Gedern. Ein toller Teamgeist und viele neue Freundschaften runden diese Erfolge ab."

Dass diese Reise (vorerst) mit dem Pokalfinale in Geiß-Nidda endet, überwältigte den Offensivspieler nach dem Abpfiff emotional. Denn: Der Gruppenliga-Saisonauftakt gegen Steinheim am kommenden Sonntag wird Harmanns vorerst letztes Spiel im Trikot des FC Alemannia sein, weil der Wirtschaftspsychologie-Student ein Auslandssemester in Utrecht absolviert. "Es wird mein Abschlusssemester sein. Was danach kommt, kann ich nicht so genau sagen. Vielleicht muss ich mich so langsam vom Gedanken verabschieden, einmal mit Gedern den Pokal zu gewinnen", sagt der 22-Jährige, der früher in Rohrbach sowie Leisenwald lebte und wegen seines Studiums aktuell in Frankfurt wohnt.

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