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Frustriert und ratlos: Olle Forsell Schefvert (links) und Stefan Cavor nach dem unerklärlichen Wetzlarer Pokal-Untergang in Erlangen.

HSG Wetzlar

Pokal-Waterloo

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Die HSG Wetzlar hat beim Ligarivalen HC Erlangen ihr Pokal-Waterloo erlebt. Mit einem 19:31 (9:12) verabschiedet sich der Handball-Erstligist im Achtelfinale aus dem Wettbewerb.

Ohne den an Corona erkrankten Chefcoach Benjamin Matschke auf der Bank ist die HSG Wetzlar im DHB-Pokal-Achtelfinale beim Bundesliga-Rivalen HC Erlangen sang- und klanglos untergegangen. Das deklassierende 19:31 (9:12) im Fränkischen kommt vor allem wegen seiner Heftigkeit unerwartet. In der Bundesliga hatten die Grün-Weißen bislang allen Saison-Widrigkeiten getrotzt. Im K.o.-Spiel am Dienstagabend nicht mehr.

Unterirdisch der Auftritt der HSG Wetzlar bereits in der ersten Halbzeit. Gegen die offensiv ausgerichtete, zuweilen auf zehn, elf Meter rausrückende Erlanger Deckung gelangen den Lenny Rubin und Co. nur ganze fünf Feldtörchen. Hätte Till Klimpke im Tor nicht bereits mit sieben abgewehrten Würfen geglänzt und Maximilian Holst mit seinen 100 Prozent (4/4) von der Strafwurflinie, die Grün-Weißen hätten bereits zur Pause weit hoffnungsloser als nur mit 9:12 zurückgelegen.

Ohne Trainer Benjamin Matschke, der aus dem Corona-Krankenstand Kontakt hielt, ohne die Kreisläufer Tomislav Kusan und einmal mehr erneut kurzfristig Felix Danner, ohne die angeschlagenen Spielmacher Magnus Fredriksen und Filip Mirkulovski mussten die in der Bundesliga zuletzt so starken Wetzlarer nach einer zähen 7:4-Führung (17.) bis zur Pause einen 2:8-Lauf über sich ergehen lassen.

Zwar rührte auch der HCE-Mittelblock mit Simon Jeppsson, Sebastian Firnhaber und Nico Büdel geradezu Beton an, aber vor allem in den Unterzahl-Situationen bei allen drei Zeitstrafen sowie beim taktischen Mittel mit dem siebten Feldspieler wurden die Grün-Weißen für ihre Fahrigkeit, Ungeduld und technischen Fehler im Angriff brutal bestraft - 9:10, 9:11, 9:12!

Als Wetzlars Torwart-Schreck Martin Ziemer zwischen den HCE-Pfosten gleich zu Beginn der zweiten Hälfte vier HSG-Würfe wegnahm und zudem Steffen Fäth auf Erlanger Seite an die einst im grün-weißen Trikot gezeigten Leistungen anknüpfte, und die Gastgeber ihrerseits ihre ersten vier Angriffe nach dem Wechsel todsicher verwandelten, war nach 35 Minuten mit dem Gastgeber-16:10 bereits eine Art Vorentscheidung gefallen.

Mit einer Auszeit versuchte Matschke-Vertreter Jasmin Camdzic noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Im Gegenteil. Wiederanpfiff. Parade Nummer fünf in Serie von Ziemer, Gegenzug - 17:10 (!) durch Antonio Metzner für die Hausherren, die ja schon die SG Flensburg/Handewitt aus dem Pokal-Wettbewerb geworfen hatten.

Wetzlar, noch immer ohne Fredriksen, dafür nun kurzzeitig mit Mirkulovski, ohne jeglichen Zugriff auf den Bundesliga-Rivalen, mit zahnlosen Angriffsaktionen von Rubin und dem torlosen Cavor, hoher Fehlerquote von den Außenspielern, nicht stattfindendem Kreisläuferspiel und und und…

Unterirdisch also auch die zweite Hälfte der Grün-Weißen, deren Pokal-Träume schon vor dem Schlussdrittel brutalst beendet waren. Ab dem 16:26 in der 52. Minute ging es ergebnismäßig nur noch um Schadensbegrenzung. Frustrierte Wetzlarer Gesichter und geballte Ratlosigkeit prägten die Endphase eines Pokal-Achtelfinales, das es von Seiten der HSG Wetzlar vor allem nach dem 13:21 in doppelter Überzahl (47.) sowie der beim 19:31 Zwölf-Tore-Höchststrafe schnellstens zu vergessen gilt.

HC Erlangen: Ziemer, Hassferter; Sellin (6), Jäger (2), Overby, Fäth (4), Firnhaber (4), Büdel, Bissel (1), Metzner (4), Link, Jeppsson (3), Steinert (5/4), Leban (1), Olsson, Zechel (1).

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Suljakovic; Feld (1), Srsen (1), Nyfjäll (2), Ole Klimpke, Mirkulovski, Weissgerber (1), Holst (6/6), Fredriksen, Forsell Schefvert (1), Mellegard (3), Rubin (2), Novak (2), Cavor.

Im Stenogramm / SR: Kolb/Kauth (Augsburg). - Zuschauer: 300. - Zeitstrafen: 12:8 Minuten. - Torfilm: 4:4 (12.), 4:7 (17.), 7:7 (20.), 12:9 (Halbzeit); 17:10 (38.), 20:11 (43.), 26:16 (52.), 31:19 (Endstand).

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