Rote Teufel vor drei Spielen in sechs Tagen

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Bad Nauheim (mn). Am Ende wurden in der Fankurve das Banner ausgerollt. »Wir müssen gehen, aber Ihr seid nicht allein«, lautete die Botschaft an die Roten Teufel. Zum vorerst letzten Heimspiel mit Zuschauern waren noch einmal über 2000 Eishockey-Interessierte ins Colonel-Knight-Stadion gekommen. Der EC Bad Nauheim verabschiedete sich für die kommenden (mindestens drei) Heimspiele mit einem Sieg vom eigenen Publikum und geht nun in eine englische Woche mit den Spielen in Landshut (Dienstag, 19.

30 Uhr), gegen Kassel (Donnerstag, 19.30 Uhr) und in Bayreuth (Sonntag, 17 Uhr).

Wie sollen die Ausfälle von Philipp Maurer und Philipp Wachter kompensiet werden? Philipp Maurer, der Backup zwischen den Pfosten, fehlt voraussichtlich den kompletten Januar. Philipp Wachter, der Verteidiger, muss möglicherweise über drei Monate hinweg ersetzt werden. Kurz- und mittelfristig werde man nicht reagieren, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer. Mit Nicolas Moll aus der eigenen U20 und dem 16-jährigen Leon Willerscheid aus dem Nachwuchs von Kooperationspartner Köln wolle man den Jahreswechsel überbrücken, zudem würde Louis Busch von Kooperationspartner Diez-Limburg einspringen können. Nach der U20-Weltmeisterschaft hoffen die Roten Teufel auf Niklas Lunemann, der einen starken Profi-Einstand gegen die Löwen Frankfurt gefeiert hatte. Der Keeper ist allerdings auch die Nummer eins der U20 der titelambitionierten Junghaie aus der Domstadt. In den vergangenen Tagen hatte überraschend Jan Guryca - in Limburg unter Vertrag - im Training ausgeholfen.

In der Abwehr könnte der Wachter-Ausfall durch das Comeback von Patrick Seifert aufgefangen werden. Überwiegend lässt Harry Lange fünf gestandene Verteidiger rotieren, wirft Nikonoah Dobryskin immer mal wieder in die Partie. Klar ist, passieren darf hier nichts mehr. Die Hoffnung: Förderlizenzspieler Maxi Glötzl spielt nach der Rückkehr von der WM die zweite Saisonhälfte in Bad Nauheim. Aktuell ist die Defensive im DEL-Kader von Köln quantitativ ausreichend bestückt.

Einmal Amerika und zurück: Jerry Pollastrone fehlt im Kader für das Landshut-Spiel. Der US-Amerikaner ist am Montag in seine Heimat gefolgen und wird am Donnerstagmorgen zurückerwartet. Der Hintergrund: ein Trauerfall in der Familie wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Ursprünglich hatte Coach Lange schon am Sonntag nicht mit dem 35-Jährigen gerechnet. Pollastrone hatte seinen geplanten Flug nach dem Kaufbeuren-Spiel aber verlegt, um seine Mannschaft gegen die Lausitzer Füchse untersützen zu können - und er erzielte dann noch das Siegtor.

Der Ex-Teufel in Landshut: Heiko Vogler hatte zwischen 2008 und 2010 für Bad Nauheim gespielt. Inzwischen ist der 37-Jährige Trainer beim EV Landshut. Beim damaligen Oberligisten Sonthofen sowie in der U20-Mannschaft von DEL-Klub Augsburg hatte sich der frühere Verteidiger empfehlen können. Mit einem Heimsieg gegen Frankfurt feierte Vogler seinen Einstand, vier Niederlagen sollten folgen. Überhaupt: Der EVL hat aus den letzten 13 Partien nur eine Begegnung gewonnen können. Bei zwei Spielen weniger ist der Rückstand auf Rang zehn bereits auf 15 Punkte angewachsen. Und dabei galten die Niederbayern zum Saisonstart als Mitfavorit auf den Titel. Zur ersten Spielzeit in der nun komplett sanierten Spielstätte am Gutenbergweg hatten Ralf Hantschke und Axel Kammerer aufgekauft, was Rang und Namen (und seinen Preis) hat. Torwart Olaf Schmidt beispielsweise, DEL-Verteidiger Benedikt Brücker, DEL-Stürmer Thomas Holzmann, die DEL2-Scorer Marco Pfleger und Andre Hult. Dazu wurde 1,96-Meter-Mann Brandon Alderson (derzeit verletzt) zurück in die zweite deutsche Liga geholt.

»Glücksgriff«

Trotz der Negativserie: Geschäftsführer Hantschke bescheinigt Vogler »einen tollen Job«. Er sei ein »Glücksgriff« und die Handschrift bereits erkennbar. »Die Kabine erkennst du nicht wieder«, wird der EVL-Macher in der Fachzeitung Eishockey News zitiert. Zuletzt hatte sich der EVL in Dresden (2:3 nach Verlängerung) und gegen Crimmitschau (3:4) quasi selbst um den Sieg gebracht. Vogler sprach angesichts der Dramaturgie beider Partien von einem »Schlag ins Gesicht«.

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