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Rückfall in alte OFC-Zeiten?

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Von: Anette Weil

Region (op). Der ebenso feige wie brutale Angriff auf den Mannschaftsbus des FC Rot-Weiß Koblenz am Freitagabend nach dem Fußball-Regionalliga-Spiel bei Kickers Offenbach sorgt weiter für Entsetzen. »Wir sind absolut schockiert«, teilte die Regionalliga Südwest GbR mit und stellte zudem klar, dass sie den Vorfall »aufs Schärfste« verurteile. Man stehe weiter im Austausch mit beiden Vereinen sowie der Polizei, hieß es.

Die Ermittlungen konnten erst mit Verzögerung beginnen, da der FC erst nach der Ankunft in Koblenz Anzeige erstattet hatte. Polizeilich ermittelt wird gegen eine »Gruppe Unbekannter« - und zwar wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. Es sei aus dieser Gruppe heraus »mit Stein- und Flaschenwürfen sowie mittels Tritten und Schlägen auf das Fahrzeug eingewirkt« worden, heißt es. »Dabei kam es neben einer gänzlich zerstörten Seiten- und einer geborstenen Heckscheibe auch zu mehreren Dellen an der Karosserie.« Verletzt wurde glücklicherweise niemand, es entstand allerdings ein hoher Sachschaden. Dieser soll ersten Schätzungen zufolge zwischen 20 000 und 30 000 Euro betragen. Nicht nur die Regionalliga Südwest GbR geht davon aus, dass es sich bei den Angreifern (von 30 bis 50 ist die Rede) um Fans des OFC handelte. Mit sportrechtlichen Sanktionen müssen die Kickers jedoch nicht rechnen, da sich die Tat außerhalb des Stadions ereignete. Sollte sich bestätigen, was naheliegend ist, wäre das ein nicht für möglich gehaltener Rückfall in alte Zeiten, als OFC-Anhängern der Ruf vorauseilte, gewaltbereit zu sein. Beim Fanprojekt Offenbach zeigte man sich »von der Nachricht überrascht«. Man habe von diesem Vorfall »nichts mitbekommen«. Der OFC hatte mehrfach Kontakt mit Verantwortlichen des FC Koblenz aufgenommen und sich entschuldigt. In einer Mittelung distanzierte sich der Verein zudem von der Gewaltaktion. Das Verhalten der Kickers-Führung wurde wohlwollend in Koblenz aufgenommen. Auslöser für den Gewaltexzess (unter anderem wurde auch eine vereinseigene LED-Bande im Stadion beschädigt) war offenbar der Jubel des Koblenzers Nils Fischer, der seinen Siegtreffer gestenreich direkt vor dem harten Kern der Kickers-Fans auf der Gegengerade gefeiert und dafür Gelb gesehen hatte. Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer des OFC, sagte: »Wir können es eh nicht ändern und müssen uns auf uns konzentrieren.« Zudem habe sich Fischer inzwischen »für sein provokantes Verhalten« (Sobotzik) bei ihm entschuldigt: »Das ist zumindest im Nachgang eine faire Geste.«

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