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Schwere Favoritenrolle

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Hochtaunuskreis (kie). Milina Wepiwe (TSG Wehrheim) reiste als Führende der Meldestatistik und klare Medaillen-Anwärterin im Diskuswerfen zu den Deutschen Winterwurf- und Hallenmeisterschaften nach Sindelfingen. Hervorragende 45,34 Meter (Kreisrekord) hatte die talentierte Technikerin aus dem Taunus jüngst vorgelegt und sich damit in die Favoritinnenrolle gebracht.

Eine Woche vor den Titelkämpfen legte mit Curly Brown (Eintracht Frankfurt) eine weitere Hessin stramme 45,30 Meter nach. Für ein spannendes Duell aus lokaler Sicht war also gesorgt, da Jolina Lange (LV 90 Erzgebirge) mit bisher 44,47 Metern von der Papierform schon etwas Rückstand hatte.

Das Feld der Starterinnen in der Altersklasse U18 war mit sieben Athletinnen recht überschaubar. Somit war vorab schon klar, dass der Stress die Qualifikation zu überstehen, automatisch weg war. Alle Technikerinnen hatten somit sechs Versuche und konnten vollkommen entspannt die Titelkämpfe in Angriff nehmen.

Als Erste musste Curly Brown in den Ring. Die Eintrachtlerin zeigte gleich einmal starke 44,94 Meter und ging damit in Führung. Auch Milina lieferte zum Auftakt einen gültigen Versuch ab, doch mit nur 37,17 Metern bestand noch reichlich Luft nach oben. Danach ging bei der Bundeskader-Athletin aus dem Taunus leider fast nichts mehr, wurden doch drei ungültige Versuche im Ergebnisprotokoll notiert.

Kleiner Lichtblick

Im fünften Durchgang dann ein kleiner Lichtblick. Der Diskus schlug am rechten Rand der Sektorengrenze gerade noch gültig bei 39,41 Metern auf. Damit schob sich Milina zwischenzeitlich kurz auf den dritten Platz und hätte das Minimalziel DM-Medaille erreicht. Doch die Freude währte nur kurz, denn Jolina Lange (LV 90 Erzgebirge), eigentlich eine Kugel-Spezialistin, schob sich mit ihrem letzten Wurf (39,82 m) auf den Silberrang vor. Zuvor hatte Soraya Sprenger (LG Steinlach-Zollern) schon 39,52 Meter gezeigt und damit Bronze eingetütet. Für Wepiwe, die eigentlich mit um den Titel kämpfen wollte, blieb nur der undankbare vierte Platz.

Brown dominiert

Ganz vorne setzte dann Curly Brown noch einen drauf und steigerte ihren »Hausrekord« bei kalten und windigen Bedingungen um einen knappen halben Meter auf nun tolle 46,19 Meter. Als einzige Werferin brachte die Hessin auch gleich fünf Würfe jenseits der 40 Meter in die Wertung. Beachtlich, gehört Curly doch noch dem jüngeren Jahrgang in der Altersklasse U18 an und hatte zudem noch den Kugelstoß-Wettkampf vom Vortag (10. Mit 12,38 Metern bei der älteren U20) in den Armen.

»Milina hat nur mit Kraft und Gewalt geworfen. Da war leider nur wenig Beinarbeit zu sehen. Die Fehler konnte sie dann im Wettkampf auch nicht mehr korrigieren. Sie wollte irgendwie zu viel. Zudem hat sich gezeigt, dass in der Vorbereitung die Wurf-Routine fehlte«, bilanzierte TSG-Coach Adrian Ernst.

Rundum zufrieden war mit ihrem DM-Auftritt dagegen Mia Haselhorst vom Königsteiner LV. Sie war zu den Titelkämpfen im Sindelfinger Glaspalast mit einer Bestzeit von 8,82 Sekunden über die 60 Meter Hürden angereist. Nach ihrem Vorlauf (dort Dritte) hatte sich Mia auf 8,71 Sekunden verbessert. Eine gute Zeit für die KLVlerin, die 2022 von der U18 und die ältere U20 aufgerückt ist. Jule Behrens (ebenfalls KLV) betreibt Leichtathletik lediglich als »Nebensportart«, trotzdem ist die Triathletin so gut, dass es locker für einen DM-Start reicht. Über 3000 Meter lief Jule konstant in einer Verfolgergruppe mit, musste erst in der Endphase ein wenig abreißen lassen und erkämpfte sich mit 9:57,22 Minuten einen guten siebten Platz. »Ich wollte die Deutschen unbedingt laufen. Das hat auch gut in meine aktuelle Trainings-Planung gepasst. Leider hatte ich hinten raus ein wenig muskuläre Probleme«, berichtet die amtierende Triathlon-Weltmeisterin (Jugend).

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