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Sonderlob für Sprinter

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Vanessa Wallisch (TSG Wehrheim) holt sich mit 11,54 Metern Hessen-Bronze bei den Frauen. Es ist ein rundum gelungener Wiedereinstieg nach diversen Verletzungsproblemen, datiert der letzte Kugel-Wettkampf der TSGlerin doch vom Juni letzten Jahres. © Jens Priedemuth

Hochtaunus (kie). Überaus erfolgreich waren die heimischen Leichtathleten, die bei den Hessischen Hallen-Meisterschaften der Aktiven im Sportzentrum Kalbach gleich sieben Titel, vier Silber- und eine Bronze-Medaille holten.

Für Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) wäre alles andere als der Weitsprung-Titel eine herbe Enttäuschung gewesen. Der Jugend-Europameisters (U20) aus Schmitten kam bei seinem Einstieg in die Hallensaison mit drei ungültigen Versuchen nur etwas holprig in den Wettkampf rein. Mit starken 7,52 Metern bestimmte »Oli« dann aber doch klar das Geschehen vor seinem Altersklassen-Kollegen Marc Mercier (ASC Darmstadt/7,10 m).

Zehnkämpfer Markus Wagenleitner (Königsteiner LV/auch U20) lieferte als Siebter mit 6,37 Metern eher »solide Hausmannskost« ab. Beim Stabhochsprung wurde der KLVler Vierter und stellte mit 4,30 Hallenbestmarke ein. Eine Klasse für sich war hier Max Lehl (TSG Wehrheim) der Fünfmeter-Springer wurde seine Favoritenrolle gerecht und holte sich mit 4,90 Meter Hessen-Gold. Der Vizetitel ging an Lehls Trainingskollegen Gordon Porsch (Eintracht/4,70 m), bei dem endlich wieder der Anlauf passte. »Drauf lässt sich aufbauen. Jetzt können wir mit den längeren Stäben weiterarbeiten und dann auch andere Höhen in Angriff nehmen. Vor den Süddeutschen im Februar hier in Kalbach werden wir jetzt noch bei Meetings in Sindelfingen und Dortmund an der Form feilen«, so Dietmar Porsch, Trainer der beiden Höhenjäger.

Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleich drei Sprinter aus dem Hochtaunuskreis schafften den Sprung ins 60-Meter-Finale. Doch es sollte noch besser kommen. Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf) deutete bereits als Sieger seines Vorlaufes (6,92 Sekunden) an, dass es nach zwei Trainingslagern auf den Kanaren bestens drauf ist. Mit starken 6,90 Sekunden setzte sich Kolbe im Finale dann auch gegen Daniel Borchardt (Eintracht Frankfurt) durch. Dritter wurde Eintracht-Neuzugang Philip Hennemuth (6,99 sec.).

»Schade, nach einem Aussetzer der Startpistole war beim zweiten Versuch ein wenig die Spannung weg. Gerade über die kurzen 60 Meter ist ein optimaler Start sehr wichtig. Eventuell wäre es ja sogar noch einen Tick schneller gegangen«, so der siegreiche Wirtschaftsingenieurs-Student, aktuell zu den acht schnellsten Jungs in Deutschland gehört.

Abzuwarten bleibt, ob, wann und wie Elias Goer, Nils Keßler (beide schon 6,83 sec.) und Hallen-EM-Starter Kevin Kranz (alle Sprintteam Wetzlar) wieder ins Geschehen unter dem Hallendach eingreifen werden. Kurzhürden-Spezialist Aaron Heinz (MTV Kronberg) meldete sich nach langer Wettkampfpause als Fünfter mit 7,04 Sekunden zurück. Jonas Hennig (TSGF) wurde in 7,21 Sekunden Sechster (VL 7,19 sec.).

Auf den 200 Metern mischte mit Finn Kohlenbach ein Jugendlicher in der Spitze mit. Der Bundeskaderathlet vom Königsteiner LV befindet sich in seinem ersten Jahr bei den U20ern und landete mit 22,47 Sekunden auf dem undankbaren vierten Platz. Eventuell wäre der Kampf um Bronze anders ausgegangen, wenn Routinier Florian Daum (Eintracht/3. in 22,34 sec.) und Finn in einem Lauf aufeinandergetroffen wären. Nachholbedarf in Sachen saubere Wechsel über 4x200 Meter haben Kohlenbach und seine Mitstreiter von der Startgemeinschaft Königstein/Groß-Gerau. Das gemischte Quartett lief zwar hinter der siegreichen Eintracht (1:28,48 min.) auf Position zwei über die Ziellinie, musste aber dann disqualifiziert werden.

Straßenlaufspezialist Michael Geißler (TSGW) hatte einen harten Stand über 3000 Meter und musste als Neunter mit 9:34,57 Minuten zufrieden sein. Mittelstreckler Kai Rechinger (auch TSGW) testete über 400 Meter seine Tempohärte, die mit nur 57,12 Sekunden (11.) jedoch noch stark ausbaufähig ist.

Ein Novum gab es beim Ausgang des Kugelstoßen bei den Frauen, ging doch hier der komplette Medaillensatz in den Taunus. Am Ende war es eine Siebenkämpferin, die den Spezialistinnen zeigte, wie Kugelstoßen geht. Olympia-Starterin Vanessa Grimm (KLV) dominierte mit mehreren Versuchen klar jenseits der 14 Meter das Geschehen nach Belieben. Der weiteste Versuch hatte erst bei 14,74 Meter wieder Bodenkontakt. Hinter Grimm sortierten sich Jessica Penzlin (HTG Bad Homburg/11,75 m) und Vanessa Wallisch (TSGW/11,54 m) ein. Für die Wehrheimen war es ein gelungenes Comeback nach diversen Verletzungsproblemen. Grimm beendete als Fünfte des B-Finals (60 m in 7,91 sec.) nun die Hallensaison, steigt in den nächsten größeren Trainingsblock ein, ehe dann Mitte Februar ein zweiwöchiges TR-Lager auf dem Program steht.

Die Schmittenerin Viktoria Koletzko (Wiesbadener LV) ließ nach ihrem guten Auftritt beim Eintracht-Sportfest am letzten Wochenende nun auch bei der Hessenmeisterschaft nichts anbrennen und holte sich in 7,53 Sekunden knapp den 60-Meter-Titel vor der Gianina Gartmann (SSC Bad Sooden-Allendorf/7,59 sec.). Die Hürdenspezialistin aus Glashütten wurde dann noch in 8,58 Sekunden (60 m Hürden) ihrer Favoritinnenrolle in ihrer Paradedisziplin gerecht. Zudem führte Gartmann noch die siegreiche 4x200-Meter-Staffel der Startgemeinschaft Nordhessen (1:40,06 Minuten) an und avancierte damit zur erfolgreichsten Athletin bei den Frauen. Lene Maurer (KLV) hatte beim Dreisprung mit 11,74 Meter die Silbermedaille im Gepäck und möchte bei den Süddeutschen die zwölf Meter in Angriff nehmen.

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