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Spannungsgeladenes Derby

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Im Kreisoberliga-Derby erwartet die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach am Sonntag um 15 Uhr den FC Neu-Anspach mit Rahmat Qaiumi (rechts) auf dem »Oberloh« in Wehrheim. © Gerhard Strohmann

Hochtaunuskreis (aro). In der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus kommt es am Sonntag um 15 Uhr in Wehrheim zum interessanten Derby zwischen Gastgeber SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach und dem Nachbarn FC Neu-Anspach II. Nach wechselhaften Ergebnissen beider Teams zu Saisonbeginn ist die Vergabe der Favoritenrolle schwierig. Im Gespräch mit dem UA blickten SG-Spielertrainer Torben Selzer und FC-Trainer Martin Schmidt auf ein interessantes Derby mit offenem Ausgang.

Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Torben Selzer: Ja; wenn wir das letzte Spiel gegen Oberursel ausklammern. Sieben Punkte aus vier Spielen sind zufriedenstellend. Das hätten wir im Vorfeld sicher unterschrieben. Allerdings war die Leistung in den ersten 45 Minuten gegen Oberursel nicht das, was wir uns vorstellen und auch imstande sind zu leisten. Gegen Köppern und Mammolshain hatten wir nach der Führung Selbstvertrauen und gutes Passspiel. Da haben wir souverän gewonnen. Aber in den beiden Auswärtsspielen war es möglich, mehr mitzunehmen. Gegen die SGK hätten wir gewinnen können und gegen Oberursel hatten wir 45 Minuten alles vermissen lassen, was uns stark macht. Nach dem 0:4 zur Halbzeit war nicht mehr viel zu machen.

Martin Schmidt: Wir sind sicher nicht 100 Prozent zufrieden. Wegen der vielen Urlauber konnten wir noch nicht so weit sein, wie wir wollten. Seit letzter Woche sind alle Urlauber zurück und wir haben wieder gute Trainingsleistungen. Sicher werden wir wieder besser Fußball spielen. Wir sind seit dem Spiel gegen Vatanspor wieder in der Spur. Die Situation war zum Saisonstart nicht einfach wegen der Trainingsbeteiligung. Automatismen, Abstimmung, Kraft und Kondition passten noch nicht zusammen. Gegen Vatanspor haben wir gezeigt, dass wir in der Lage sind, sehr gut Fußball zu spielen.

Zuletzt gab es recht unterschiedliche Ergebnisse. Was muss passieren, damit mehr Konstanz ins eigene Spiel kommt?

Selzer: Generell ist die Liga extrem ausgeglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Vereine auf ähnlichem Niveau spielen und häufig die Tagesform entscheidet. Deswegen müssen in jedem Spiel die Grundtugenden, Einsatzwille, Laufbereitschaft und die Lust am Fußballspielen gezeigt werden. Wenn das nicht zu 100 Prozent stimmt, gewinnt der Gegner wegen der besseren Tagesform. Wenn wir 100 Prozent bringen, können wir in jedem Spiel Paroli bieten und das Duell für uns entscheiden.

Schmidt: Das ist relativ einfach. Höhere Trainingsbeteiligung ermöglicht systematisches Training zum besseren Einspielen der taktischen Abläufe. Das hat großen Einfluss auf das Spiel. Am Donnerstag hatten wir 20 Mann im Training. Das wird ausschlaggebend auf dem Platz sein. Am Ende des Tages haben wir mehr Erfolg. Wir haben den Anspruch im vorderen Drittel der Tabelle zu spielen. Die Qualität ist im Kader.

Wie sind die Rollen im Derby 2022 verteilt?

Selzer: Letzte Saison war der FC Neu-Anspach II leichter Favorit. Jetzt sind wir noch sehr früh in der Saison und beide Mannschaften haben neue Spieler.

Da gibt es keine Favoritenrolle in einer ausgeglichenen Liga. Wahrscheinlich wird wieder die Tagesform entscheiden. Wenn wir unser Leistungspotential auf den Platz bringen, haben wir mit Sicherheit Chancen. Aber wir müssen an unsere Leistungsgrenzen gehen. Sonst wird es schwierig. Unseren Platz in Wehrheim sind wir gewohnt, aber das ist aus meiner Sicht kein Plus. Denn wir hatten uns auf Rasen schwer getan. Allerdings haben wir beide Heimspiele gewonnen. Auf die Unterstützung unserer eigenen Fans zählen wir. Das ist ein Vorteil.

Schmidt: Wehrheim/Pfaffenwiesbach ist im Derby immer stark. Letzte Saison verloren wir auf Kunstrasen in Pfaffenwiesbach. Auf dem großen Rasen in Wehrheim wird es ein schweres Spiel. Wir wollen da gewinnen und werden mit breiter Brust antreten. Es ist große Qualität im Kader. Allerdings müssen wir die Tugenden jedes Derbys annehmen. Dann bin ich sehr optimistisch, dass wir drei Punkte mitnehmen. Wir müssen den Kampf annehmen und ein körperliches, kampfbetontes Spiel liefern.

Das sind die Tugenden von Wehrheim. Es braucht die richtige Einstellung. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt.

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