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Sprint zum deutschen Meistertitel

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Alles richtig gemacht - Fynn Lenzner (TSG Wehrheim) stellt bei den deutschen Winterwurf-Meisterschaften in Sindelfingen mit 58,90 Metern einen neuen Kreisrekord (U20) auf und belegt am Ende einen guten fünften Platz. © Jens Priedemuth

Hochtaunuskreis (kie). Das war nichts für schwache Nerven: Traditionell bilden die Staffel-Läufer immer den Schlusspunkt großer Titelkämpfe. So auch bei den deutschen Hallen-Meisterschaften der Jugend (U20) in Sindelfingen. Mit dabei unter den 17 Teams auch die Truppe der Startgemeinschaft »Königstein/Groß-Gerau/Kronberg«, die im Vorfeld mit starken 1:

29,97 Minuten auf Position vier der Meldestatistik rangierte. Die Chance auf eine DM-Medaille war also durchaus gegeben.

Als die »gemischte« Truppe aus dem Taunus im vierten von fünf Zeitläufen auf die Bahn ging, hatte der SV Preußen Berlin mit 1:30,55 Minuten die bis dahin schnellste Zeit vorgelegt. Aaron Amenta (Groß-Gerau), Finn Kohlenbach (Königstein), Maurice Andrew (Groß-Gerau) und Julian Rubel (Königstein) machten von Beginn an mächtig Druck, gingen gleich in Führung, zeigten gute Wechsel und stürmten in hervorragenden 1:28,28 Minuten vor dem später disqualifizierten SCC Berlin ins Ziel und an die Spitze des Rankings. »Wahnsinn, was für ein Rennen. Jetzt müssen die anderen Teams erst einmal liefern«, jubelte KLVler Finn Kohlenbach kurz nach dem Rennen. Die Entscheidung um den DM-Titel musste also im letzten Zeitlauf fallen, in dem die beiden Top-Favoriten mit von der Partie waren. Doch die Startgemeinschaft »Team Sachsen-Anhalt« kam mit 1:28,82 Minuten nicht ganz an ihre Vorleistung ran. Die Jungs des TV Wattenscheid vergeigten einen Wechsel und gaben vorzeitig auf, sodass der DM-Titel etwas überraschend nach Hessen ging. Bemerkenswert, denn die Startgemeinschaft hatte zwei Jungs der jüngeren Altersklasse U18 in ihren Reihen und Startläufer Aaron Amenta war Anfang des Jahres wegen eines Infekts längere Zeit ausgefallen

Ein richtig hartes Programm hatte Staffelmitglied Finn Kohlenbach, absolvierte er doch gleich drei 200-Meter-Rennen an einem Tag. Los ging es mit den Vorläufen auf der Hallenrunde. Hier zauberte Finn hervorragende 21,91 Sekunden auf die Bahn, blieb damit erstmals unter der »22er-Marke« und zog überraschend ins A-Finale ein. Die Zeit von Kohlenbach war trotz der beiden engen Hallenkurven so schnell, dass er damit unter dem Freiluft-Kreisrekord von Leon Rudolph (TSG Wehrheim) blieb, der bei 21,96 Sekunden notiert. Im Finale musste der KLVler dann auf der Innenbahn ran und hatte hier wegen seiner Körpergröße Probleme, bei den engen Radien in der Spur zu bleiben. Am Ende wurden 22,27 Sekunden und ein vierter DM-Platz notiert. Auch Julian Rubel, der zweite Königsteiner Staffelläufer, war noch im Einzel über 60 Meter im Einsatz. Der U18-Youngster hielt mit der teilweise mehr als zwei Jahre älteren Konkurrenz richtig gut mit. Julian konnte sich im »Glaspalast« nochmals steigern und hatte mit flotten 7,11 Sekunden eine neue Bestzeit im Gepäck. Der Zwischenlauf, es wären 7,04 Sekunden nötig gewesen, war nicht so weit weg.

Fest eingeplant war eigentlich eine Medaille bei Okai Charles (KLV). Der Bundeskaderathlet zeigte mit flotten 48,65 Sekunden die schnellste Zeit der insgesamt fünf Vorläufe über die 400 Meter. In einem sehr unruhig gelaufen Finale passte es dann aber gar nicht. Taktische Fehler, Versuch des Überholens am Anfang der Kurve, machten Okai einen Strich durch die Edelmetall-Rechnung. Mit »nur« 48,83 Sekunden und einem vierten Platz war der Königsteiner absolut unzufrieden, schließlich ist er in diesem Winter bereits 48,16 Sekunden gelaufen. Einen Knaller lieferte Teamkollege Louis Buschbeck ab. Als einer der jüngsten Starter im Feld lief der U18er bei den älteren Jungs bestens mit, zeigte taktisch viel Übersicht und arbeitete sich auf der letzten Runde mit einem langen Spurt kontinuierlich nach vorne. Mit der neuen Bestzeit von 1:57,76 Minuten (4.) hätte Louis fast noch den Medaillen-Anwärter Franz Walther (Dresdner SC) eingesammelt, der seine Finalteilnahme mit winzigen 0,02 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete.

Lenzner wird noch abgefangen

Einziger DM-Starter aus der Usinger Region war Fynn Lenzner. Der Hessenkader-Athlet machte im Speerwerfen alles richtig. Richtigen Quali-Druck hatten die Jungs hier nicht, denn mit nur acht Startern war klar, dass es keinen Vorkampf gibt und alle Starter sechs Würfe haben. Lenzner hatte eine solide Serie mit gleich fünf gültigen Versuchen. Alle jenseits der 51 Meter. Im fünften Durchgang gelang Fynn mit tollen 58,90 Metern eine Verbesserung seines eigenen Kreisrekords (56,86 m) um über zwei Meter. Damit rückte er kurzfristig auf den dritten Platz vor, wurde aber danach von Marc Wietasch (LG Fichtelgebirge) und Jakob Eberler (LG Landkreis Roth/61,47 m) abgefangen. An der Spitze dominierte Max Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 72,63 Metern.

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