Über die Fortsetzung der Regionalliga: Es bleibt falsch

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Die Saisonfortsetzung in der Regionalliga Südwest ist nach der Entscheidung des Landgerichts Mannheim rechtens. Die Regionalliga Südwest kann folglich am bevorstehenden Wochenende starten. Das mag die Gesellschafterversammlung der Südwest GbR für den Moment zufriedenstellen, das mag die Offenbacher Kickers als Kopf der Befürworter in ihrer Haltung bestärken.

Da das Gericht aber nicht zu beurteilen hatte, ob es sinnvoll und das richtige Zeichen ist, in diesen Zeiten 22 Mannschaften in einer semiprofessionellen Liga Woche für Woche durch vier Bundesländer zu schicken, sondern nur das formaljuristische Prozedere zum Re-Start beurteilte, bleibt auch nach dieser Entscheidung die Frage, in welcher Blase die Südwest-Verantwortlichen eigentlich leben? Offensichtlich ist ihnen die gesellschafts-politische Debatte entgangen. Dabei geht es um einen harten Lockdown, um weitere Einschränkungen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen, um mögliche Schließung der Schulen, um steigende Infektionszahlen und täglich mehr Tote. Und während zum Beispiel die Regionalliga Nord ihr Programm drastisch reduziert, während die 2. Basketball-Bundesliga der Damen sich nun entschlossen hat, zu unterbrechen, startet der Südwesten genau in dieser Phase ein Mammutprogramm, ohne sich über Alternativen Gedanken zu machen. Es ist grotesk, unverantwortlich und nicht nachzuvollziehen. Es wird mit der Gesundheit der Akteure und deren Umfeld gespielt und die Vorbildfunktion des Sports mit Füßen getreten. Fast schon bedauernswert ist, dass die Verantwortlichen glauben, sie könnten die exorbitante Saison auf diese Art komplett durchziehen. Auch wenn das Gericht es anders entschieden hat, war der Vorstoß der sechs Vereine richtig. Und was die GbR macht, bleibt falsch. Rüdiger Dittrich

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