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»Über Schmerzgrenze gehen«

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Milovan Gajic (rechts) hofft, mit der SG Eschbach/Wernborn II noch die Relegation zu erreichen. © Gerhard Strohmann

Hochtaunuskreis (aro). In der Fußball-Kreisliga A Hochtaunus zählen für die SG Eschbach/Wernborn II angesichts von fünf Punkten Rückstand bei drei noch ausstehenden Spielen im Abstiegskampf nur noch Siege. Im Gespräch mit dem UA äußerte sich Trainer Kai Schroers vor dem ersten Schicksalsspiel am Sonntag um 13 Uhr in Wernborn gegen Teutonia Köppern II zum Umgang mit dem Druck und den Chancen, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

Zuletzt zwei Siege in Folge, davor Niederlagen gegen direkte Konkurrenten. Warum bekommt das Team keine Kontinuität rein im Abstiegskampf?

Kai Schroers: Es fehlt Kontinuität, weil wir im April in 13 Tagen fünf Spiele absolvieren mussten. Das war zu viel. Das geht im Amateurbereich gar nicht. Aber der Klassenleiter hat darauf bestanden. So mussten wir mit elf Spielern das wichtige Spiel gegen Wehrheim/Pfaffenwiesbach II bestreiten. So etwas können wir mit unserer Personaldecke nicht stemmen. Zuletzt wurden sogar Alte-Herren-Spieler wie Vorstandsmitglied Sebastian Wirth, Sven Oldenburg oder Michael Lühn reaktiviert. Auch wegen Corona hat uns Man-Power gefehlt. Das war eine äußerst schwierige Situation.

Jetzt dürfen keine Spieler aus der ersten Mannschaft mehr eingesetzt werden. Wie schaffen Sie das?

Wir haben auch in der ersten Mannschaft nicht genug Personal. Wir werden dennoch genug Spieler zur Verfügung haben. Alle wissen, dass es rechnerisch noch geht, die Klasse zu halten. Wir haben es in der eigenen Hand, neun Punkte aus drei Spielen zu holen. Dann kann uns keiner die Relegation mehr nehmen, weil wir mit Köppern II und Ober-Erlenbach II noch gegen zwei direkte Konkurrenten spielen. Das ist schwer, aber wir werden es versuchen, solange es rechnerisch geht. Wir müssen über die eigene Schmerzgrenze gehen und uns einschwören. Keiner will sich später nachsagen lassen, dass nicht alles versucht wurde.

Gegen Köppern II geht es um alles oder nichts. Wie geht die Mannschaft mit dem Druck um ?

Schroers: Im Hinspiel haben wir richtig auf die Ohren bekommen, weil der Gegner mit Verstärkung aus der Kreisoberliga angetreten war. Jetzt wollen wir den Heimvorteil an der Elfengrube in Wernborn nutzen. Der Platz muss brennen. In dem Spiel geht es nicht um taktische Finessen, sondern Wille, Einsatz, Leidenschaft und Zusammenhalt als Mannschaft zählen. Jeder Spieler muss in sich gehen und sehen, wie er noch etwas draufsetzen kann. Es gibt die absolute Bereitschaft vom gesamten Verein, in der A-Liga zu bleiben. Auf dem kleinen Platz an der Elfengrube tun sich viele Gegner schwer. Das wird ein Alles-oder-nichts-Duell. Wir müssen gewinnen, aber wir werden nicht kopflos sein. Das Spiel dauert nicht fünf, sondern 90 Minuten.

Welches Gesicht müssen Sie zeigen, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen?

Alle haben die Saison gelesen, in der wir zwei Gesichter zeigten. Es hat viel gegen uns gespielt. Es wäre auch kein Beinbruch, wenn wir es nicht schaffen. Ich weiß noch gar nicht, wer am Sonntag auflaufen wird. Es gab in der Saison das Gesicht, welches wir zeigen wollten, aber manchmal auch nicht zeigen konnten. Wenn wir bei Hitze nur mit elf Spielern antraten und der Gegner 16 Mann im Kader hatte, dann wird das klar. Wir glauben bis zur letzten Minute an unsere Chance, dass wir das schaffen können und werden alles geben, was wir können. Das muss man auf dem Platz sehen. Wer mehr in das Spiel reinwerfen wird, wird gewinnen.

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