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Prisca Hawlitschek ist Kindeswohlbeauftragte des Sportkreises Hochtaunus.

Vereine haben großes Interesse am Kindeswohl

»Viel Feedback« zum Thema Kindeswohl im Sportkreis Hochtaunus

Prisca Hawlitschek, die Kindeswohlbeauftragte des Sportkreises Hochtaunus, erlebt ein großes Interesse der hiesigen Vereine an Fortbildungen und Hinweisen. Sie gibt Tipps.

Hochtaunuskreis (rem). Neulich hat Prisca Hawlitschek sich wieder online mit einigen Vereinsvertretern getroffen. Gemeinsam mit einer Vertreterin des Kinderschutzbundes Hessen hat sie über »Elternarbeit und Umsetzung des Schutzauftrags« referiert.

»Das Seminar war so schnell ausgebucht, das Interesse in den Vereinen ist hoch«, erzählt die Kindeswohl-Beauftragte des Sportkreis Hochtaunus.

Die Teilnehmer unterhielten sich darüber, wie sie mit dem sensiblen Thema Kindeswohl zu den Eltern der Kinder aus Sportvereinen vordringen. Ein Informationsstand bei Wettkämpfen, ein Flyer für Eltern, die ihr Kind neu anmelden, ein Newsletter, der per E-Mail verschickt wird: An Ideen mangelte es in der Runde nicht.

Prisca Hawlitschek ist eine von bisher fünf Kindeswohl-Beauftragten in den hessischen Sportkreisen. Dass die 25-jährige Oberurselerin dies geworden ist, liegt zum einen daran, dass sie das Thema stets interessierte, wenn es wieder einmal in den Nachrichten aufpoppte und sie sich »für eine so gute Sache auf jeden Fall einsetzen« wollte, zum anderen aber auch an der Überzeugungskunst von Norbert Möller, dem langjährigen Sportkreisvorsitzenden.

Im Dachverband für 243 Sportvereine im Hochtaunus wirkt Hawlitschek nämlich schon seit Jahren mit. Erst vertrat sie als damalige Trainerin der »Tanzzwerge« ihren Verein, den TSC Grün-Gelb Neu-Anspach, beim Sportkreistag. Als sie ihre Bereitschaft signalisiert hatte, die Jugend im Sportkreis vertreten zu wollen, wurde sie prompt zur Jugendsprecherin gewählt. Inzwischen gehört sie als Beisitzerin dem Kreisjugendvorstand an. Also war fast klar, dass Möller auf sie zukam, als es darum ging, eine Kindeswohl-Beauftragte im Rahmen des Modellprojektes der Sportjugend Hessen zu gewinnen.

Die junge Frau wurde für dieses Amt geschult und hat inzwischen mehrere Seminare durchgeführt. Dies hat dazu geführt, dass mindestens 15 Vereine im Hochtaunus einen Kindeswohl-Beauftragten benannt haben.

Schon 60 Vereine

Mehr als 60 Vereine haben auf Betreiben der Leitstelle Kinder im Landratsamt des Hochtaunuskreises eine freiwillige Vereinbarung unterzeichnet, durch die »der bestmögliche Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Kindeswohlgefährdung und sexualisierter Gewalt« erreicht werden soll. Die Sportvereine erklärten sich damit bereit, innerhalb von zwölf Monaten ein Kindeswohl-Konzept zu erstellen. Sie verlangen außerdem von ihren Jugendtrainern die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. »Das Feedback der Vereine ist überwältigend«, schwärmt Prisca Hawlitschek, aber der Prozess zur Sensibilisierung für das Thema sei gar nicht abgeschlossen. Gerne könnten sich Vereine an den Sportkreis wenden, die den guten Beispielen folgen möchten. Sie vermittle gerne Kontakte zu Vereinen, die sich dem Thema Kindeswohl schon angenommen haben. FOTO: JF

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