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Virus stoppt Olympionikin

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Vanessa Grimm muss warten. Ende Mai steht die zweite Möglichkeit an, die WM-Norm zu schaffen. © Imago Sportfotodienst GmbH

Hochtaunuskreis (kie). Eigentlich wollte Vanessa Grimm an diesem Wochenende den ersten von zwei Matchbällen für ein eventuelle Qualifikation für die Leichtathletik-WM in Eugene in Angriff nehmen. Doch das internationale »Stadtwerke Meeting« findet ohne die Siebenkämpferin vom Hochtaunus-Club Königsteiner LV statt.

Die Olympiateilnehmerin von Tokio wurde jäh von einer Corona-Infektion ausgebremst. Eigentlich wäre die Quarantäne-Frist in dieser Woche abgelaufen, doch im Team der Bundeskaderathletin ist man vorsichtig.

»Ich bin von schweren Symptomen verschont geblieben und fühle mich ok. Doch ein Start so kurzfristig ist uns zu riskant. Nächte Woche steht erst einmal ein Termin beim Kardiologen zum finalen Check auf dem Programm«, bestätigt die sympathische KLVlerin. In Ratingen wäre Grimm, die sich im Vorjahr auf tolle 6316 Punkte steigerte, die zweitstärkste Athletin in der Meldeliste gewesen. Ärgerlich, denn die Formkurve im letzten Trainingslager zeigte klar nach oben. Bei Testwettkämpfen in Belek (Türkei) zeigte Vanessa Grimm eine ziemlich flotte Zeit über 100 Meter Hürden, konstante Weitsprünge und näherte sich mit dem Speer (bisher eher eine schwächere Disziplin) der 50-Meter.Marke an.

Für einen WM-Start verlangt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) stramme 6420 Punkte. Die sollen nun nach Möglichkeit am letzten Mai-Wochenende in Götzis in Angriff genommen werden. An das Meeting hat Grimm beste Erinnerungen, stellte sie dort doch 2021 ihren Hausrekord auf. »Götzis ist immer extrem motivierend, wenn auch hier das Feld nochmals um Klassen stärker ist und wahrscheinlich die komplette Weltweite startet. Also Augen zu und durch«, bestätigt die sportliche Polizeibeamtin.

Die Norm von 6250 Zählern für die EM in München, sie findet einen Monat nach der WM statt, bringt Grimm aus dem Vorjahr schon mit. Für beide internationalen Großveranstaltungen kann der DLV jeweils drei Athletinnen nominieren, wenn die entsprechende Norm erfüllt wurde.

Abwarten, wie sich die Punkte-Lage bei den besten deutschen Siebenkämpferinnen nach den beiden Qualifikations-Wettkämpfen präsentiert. Für München hat Vanessa Grimm auf jeden Fall ein Eisen im Feuer.

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