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Von Anfang an wach sein

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Auch wenn Wetzlars Stefan Cavor (Mitte) hier bei der Hinspiel-Niederlage bei den Füchsen Berlin von Lasse Bredekjaer Andersson und Mijajlo Marsenic (v. l.) in die Zange genommen wird, will die HSG am Samstag im Rückspiel mit Biss und Durchhaltevermögen gegen die Hauptstädter bestehen. © Red

Nach dem 28:22-Erfolg bei der TSV Hannover-Burgdorf haben die Handballer der HSG Wetzlar an diesem Samstag in der Bundesliga wieder die eigenen Fans im Rücken. Gegner werden dann die Füchse Berlin sein, die noch um einen Champions League-Platz kämpfen.

Der Sieg bei der vermeintlich schwächeren TSV Hannover-Burgdorf ist unter Dach und Fach, jetzt heißt es für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar sich voll und ganz auf das am Samstag (Anwurf 18.30 Uhr) anstehende Match zu fokussieren. Denn dann sind die Füchse Berlin zu Gast in der Buderus-Arena. Die Hauptstädter werden wieder ein ganz anderes Kaliber als die Hannoveraner sein. Zudem bringen sie mit Hans Lindberg den Top-Torjäger der Liga, der sich derzeit in bestechender Form befindet, mit in die Domstadt. Für Trainer Benjamin Matschke und sein Team wird es also schwer, aber bei Weitem nicht unmöglich sein, den nächsten Sieg einzufahren.

Die Ausgangslage: Zwischen beiden Teams befindet sich in der Tabelle nur Frisch Auf Göppingen auf dem fünften Platz. Doch während die Berliner auf dem vierten Rang 42:12 Punkte aufweisen, hat die HSG Wetzlar zwei Plätze tiefer 31:25 Zähler auf dem Konto. Ein großer Unterschied also, trotz der tabellarischen Nähe. Mit der HSG, die in der eigenen Halle erst dreimal verlor, trifft eine heimstarke Mannschaft auf eine auswärtsstarke Handball-Sieben, die sich in der Fremde erst zweimal geschlagen geben musste.

So sind die Füchse Berlin einzuschätzen: Die Hauptstädter haben das Spitzenspiel am Maifeiertag beim SC Magdeburg knapp mit 27:28 verloren und sind damit auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht, mussten die SG Flensburg/Handewitt vorbeiziehen lassen. Nichtsdestotrotz wollen die Füchse nach wie vor in der nächsten Spielzeit in der Champions League antreten. Bei noch sieben verbleibenden Begegnungen kann der Platz hinter Magdeburg also noch erreicht werden, auch wenn Kiel derzeit - bei einem Spiel mehr auf dem Konto - vier Zähler mehr aufweist.

In überragender Form präsentiert sich derzeit Berlins 40-jähriger Rechtsaußen Hans Lindberg. Der Liga-Toptorschütze (194 Treffer) erzielte in Magdeburg 13 Tore, in den Partien zuvor gegen Hannover und beim Bergischen HC elf bzw. acht. Will das Matschke-Team gegen Berlin bestehen, muss der Däne »eingebremst« werden. Neben Lindberg kommen dessen Landsmänner Lasse Bredekjaer Andersson und Jacob Holm zusammen auf weitere 211 Tore. Für die Wetzlarer Verteidigung gilt es also vor allem das dänische Trio in Schach zu halten.

»Wir brauchen einen guten Start gegen Berlin. Wir müssen Zweikämpfe gewinnen, müssen die Isolation gut verteidigen, damit dieses Überzahlspiel, dieses Abräumen wie ich es nenne, einfach nicht so bei Berlin zustande kommt. Dass das über 60 Minuten nicht funktioniert, ist auch klar, aber auch da gibt es Plan B und Plan C, wie wir auf der rechten Seite agieren können«, sagt Matschke.

Das Personal: Bei den Füchsen hofft Chef-Trainer Jaron Siewert auf die Rückkehr seines nachverpflichteten kroatischen Kreisläufer-Routiniers Igor Vori, der in Magdeburg verletzungsbedingt fehlte.

Auf Wetzlarer Seite stehen neben den Langzeitverletzten Alexander Feld, Patrick Gempp und Anadin Suljakovic alle Akteure zur Verfügung. Auch Lenny Rubin, der nach seinem Magen-Darm-Infekt gegen Kiel und Hannover noch nicht bei 100 Prozent war, kann wieder voll angreifen. »Es sah die Woche so aus, dass Lenny jetzt wieder voll trainieren kann. Wichtig ist dann aber auch die Rhythmusfrage, ihn wieder ins Spiel zu bringen, Spielzüge zu spielen, die für ihn ein Stück weit einfacher sind. Das ist jetzt ein Prozess. Dann glaube ich auch, dass Lenny uns zeitnah wieder hilft«, erklärt der HSG-Coach voller Zuversicht.

Das sagt HSG-Coach Ben Matschke vor dem Spiel gegen Berlin: »Berlin ist eine Topmannschaft. Sie haben in den Topspielen jetzt richtig guten Handball gespielt. Trotzdem sind unsere Jungs gut drauf, haben gut trainiert die Woche. Wir freuen uns sehr, nicht nur auf das Heimspiel, sondern weil wir gerade auch noch mal viel anpassen, uns Ziele setzen auch in der Struktur wie wir Handball spielen. Ich bin mit dem Anspruch hierhergekommen ein zweites Deckungssystem zu etablieren. Und ich denke, dass wir aktuell ein adäquates Deckungssystem haben, sodass sich jeder Gegner jetzt auf zwei Systeme vorbereiten muss.«

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