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Weinrot dominiert

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Bei den Ehrungen der Sportler des Jahres im Rahmen des Leichtathletik-Kreistages waren die weinroten Shirts der KLV-Asse die dominierende Farbe. Auszeichnungen gab es für (von links) Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf), Sven Wagner, Okai Charles, Mia Haselhorst und Vanessa Grimm (alle Königsteiner LV). Es fehlt Maryse Luzolo. © Jens Priedemuth

Hochtaunuskreis (kie). Eigentlich sind Leichtathleten, besonders die Läufer, ja immer ziemlich flott unterwegs. Diesmal dauerte der Kreistag der olympischen Kernsportart in der Vereinsturnhalle der TSG Friedrichsdorf etwas länger. Mit knapp zwei Stunden gab es trotzdem noch eine gute »Endzeit«, da diesmal auch eine ganze Reihe von Ehrungen auf dem Programm standen und Klaus Schuder (Präsident des Hessischen Leichtathletik Verbandes) als Gast ein paar Informationen zur geplanten Strukturreform des Verbandes vortrug.

Auch Lars Keitel, Friedrichsdorfs neuer Bürgermeister, machte den Leichtathleten seine Aufwartung. Gleich zu Beginn der Sitzung erhoben sich die rund 30 Gäste der Veranstaltung, nur wenige Vereine hatten keinen Vertreter geschickt, zum Totengedenken von den Sitzen. Ein großer Verlust war der Tod von Gabi Kriwenko (LC Steinbach). Die amtierende zweite Vorsitzende des LA-Kreises verstarb letztes Jahr völlig überraschend nur wenige Wochen nach dem Kreistag 2021. Auch von Harry Fritsch (TV Oberstedten) und Horst Günther Fuhrmann (TV Dornholzhausen), beide langjährige Unterstützer der Leichtathletik im Kreis, musste man sich verabschieden.

»Auch im zweiten Corona-Jahr konnten im unter erschwerten Bedingungen im Kreis zwei Meisterschaften und ein paar weitere Wettkämpfe durchgeführt werden. Bedauerlich ist jedoch, dass besonders für die jüngeren Altersklassen im Schülerbereich recht wenig Startmöglichkeiten bestanden«, so die Kreisvorsitzende Dagmar Fuhrmann (Usinger TSG).

Wolfgang Kleemann (TV Oberstedten), er verantwortet den Bereich Wettkampfwesen, konnte berichten, dass die Meldungen über das Portal LA.net mittlerweile recht gut laufen. Eine neue und verbesserte Version soll ab Ende April verfügbar sein, wobei erfahrungsgemäß ein »Nachsteuern« bei den Meldungen für die Schülerklassen nötig sein könnte. Statistiker Bruno Gold (LC Steinbach) berichtete, dass trotz der nicht immer einfachen Wettkampfsituation 33 neue Kreisrekorde (18 im männlichen sowie 15 im weiblichen Bereich) erzielt wurden.

Bei der Präsentation der »Sportler des Jahres«, hier werden unabhängig von der Altersklasse die besten drei bei den Männern und Frauen ausgezeichnet, räumte einmal mehr der Königsteiner LV gewaltig ab. Gleich fünf von sechs Auszeichnungen gingen an den jüngsten Verein im Kreis. Die »Weinroten« aus der Burgstadt stellten im weiblichen Bereich alle Top-Kräfte. Führend war hier Weitspringerin Maryse Luzolo. Die Olympia-Starterin nahm noch an der Hallen-EM teil, siegte beim Team-Europacup, holte Silber und Bronze (Freiluft und Halle) und stellte aus noch einen neuen Kreisrekord auf.

Ihre Teamkollegin Vanessa Grimm war bei Olympia in Tokio im Siebenkampf im Einsatz, stellte in verschiedenen Disziplinen drei neue Kreisrekorde auf und lieferte bei den internationalen Mehrkampf-Meetings in Götzis (AUT) sowie Ratingen absolut Spitzenresultate ab. Mia Haselhorst gehörte 2021 noch der U18. Sie startete bei der Jugend-DM, wurde süddeutsche Meisterin, und holte zwei Hessen-Medaillen. Bei den »Jungs« hatte Sprinter Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf) ein bärenstarkes Jahr mit zwei süddeutschen Titel, einmal SDM-Bronze, zweimal Hessen-Gold und zwei neuen Kreisrekorden (100 und 200 m). Okay Charles (Königsteiner LV) holte bei der Nachwuchs-EM im estnischen Tallinn mit der deutschen Staffel Bronze über 4x400 Meter, sackte zudem bei der Jugend noch den DM-Titel (400 m) ein und stellte gleich drei neue Kreisrekorde auf. Sein Teamkollege Sven Wagner liefe in Tallinn die 1500 Meter, erkämpfte sich DM-Silber (in der U23), Rang sieben bei den Männern und sorgte über 1500 Meter auch für einen Kreisrekord.

Ursprünglich gehörte noch Max Lehl (TSG Wehrheim) zu den Top-Drei im Kreis. Nachdem aber bei Versand der Einladungen der DM-Titel von Okai Charles nicht berücksichtigt wurde, rutschte der TSG-Stabhochspringer nach der Korrektur auf den vierten Plaza zurück.

Kein vakanter Posten besetzt

Peggy Martens (TSG Wehrheim) konnte vermelden, dass es momentan lediglich 18 lizensierte (und einsatzbereite) Kampfrichter im Kreis gibt. Fast alle 40 Jahre oder deutlich älter. Jüngerer Nachwuchs ist hier nicht in Sicht. Bei weiteren Ausfällen ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass ein geregelter Wettkampfbetrieb nicht mehr garantiert werden kann. Dies betrifft dann auf Kreisebene besonders die Schülerklassen. Top-Athleten wie Luzolo, Grimm, Wagner oder Charles haben bedingt durch ihre Ausrichtung auf internationale Einsätze und die damit zusammenhängende Saisonplanung Starts auf Kreisebene so gut wie nie auf der Agenda. Licht am Ende des Tunnel bei der Kampfrichter-Misere zeichnet sich ein wenig durch den KLV ab, der demnächst sechs engagierte Eltern zu einer Grundausbildung entsenden wird.

Betretenes Schweigen und angestrengtes Starren auf den Boden herrschte im Auditorium, als die Ergänzungswahlen zum Führungs-Gremium auf der Tagesordnung aufgerufen wurden. Kein einziger der acht vakanten Posten konnte besetzt werden. Hier darf man gespannt sein wohin die Kreis-Leichtathletik steuert, wenn sich 2023 eventuell einige der seit über zehn Jahre aktiven Führungskräfte nicht mehr zu Wahl stellen.

Gesunde Finanzen

In ihrem Kassenbericht konnte Julia Leiacker (SG Anspach) vermelden, dass die Finanzlage weiterhin gesund ist und das Jahr mit einem soliden vierstelligen Plus abgeschlossen werden konnte. Ausrichter des nächsten Kreistages wird 2023 die TSG Wehrheim sein.

Beim hessischen Verbandstag am 12. November in Baunatal werden Bruno Gold (LC Steinbach), Dagmar Fuhrmann (Usinger TSG), Kai Kaufmann sowie Anette Fröhlich (beide TSG Wehrheim) die Interessen des Kreises vertreten. Lars Kolbe (TSG Friedrichsdorf), Katja Weinig (Königsteiner LV), Julia Leiacker (SG Anspach) sowie Christina Kuchta (TV Dornholzhausen) stehen als Ersatzdelegierte zur Verfügung.

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