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Werden die Löwen noch zum Primus?

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Frankfurt (löf). Spannender hätte es selbst Thriller-Spezialist Alfred Hitchcock nicht hinkriegen können. Seit einem halben Jahr wird in der Deutschen Eishockey Liga (DEL)2 intensiv gespielt, zuletzt vier Mal in der Woche. Dennoch sind die wichtigsten Fragen noch offen. Wer wird Hauptrunden-Primus, wer das Heimrecht in den Play-offs genießen? Obwohl die Runde für acht der 14 Teams bereits beendet ist, werden die Rätsel erst heute Abend in den beiden Nachholspielen in Hessen gelöst.

Dass dabei in der Frankfurter Eissporthalle alle ausgerechnet den Kassel Huskies die Daumen drücken werden, ist ein Kuriosum, das seinesgleichen sucht. Es ergab sich so: Der nordhessische Rivale kann heute mit einem Sieg über Spitzenreiter Dresdner Eislöwen nicht nur den Roten Teufeln Bad Nauheim den vierten Platz und damit das Heimrecht im hessischen Play-off-Viertelfinale »klauen«, sondern mit einem Punktgewinn auch den Frankfurtern zu Platz eins verhelfen. Voraussetzung ist natürlich ein Sieg der Löwen im Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau (19.30 Uhr).

Pausenlos

Die Chance auf Platz eins eröffneten die Huskies den Löwen bereits am Samstag mit dem 5:2-Coup in Dresden. Ein Tor in den regulären 60 Minuten hätte den Frankfurtern genügt, um die Tabellenspitze zu übernehmen. Die Löwen stürmten pausenlos - schossen zweimal so oft aufs Tor wie Heilbronn - doch die massive Deckung der Falken wurde nicht geknackt.

Erst in der nach dem 0:0 notwendigen Verlängerung gelang es Rylan Schwartz, einen Alleingang zum Siegtreffer zu vollenden.

»Es war ein intensives Spiel, das wir auf Grund der vielen Chancen in 60 Minuten hätten gewinnen müssen«, sagte Sportdirektor Franz Fritzmeier. »Für die Leistung hätten wir drei Punkte verdient«, meinte Trainer Bo Subr. »Wir sind gut gestartet, haben auch bravourös eine Drei-gegen-Fünf-Situation überstanden. Im zweiten Drittel haben wir alles gut gemacht - nur nicht getroffen. Im dritten Drittel haben wir dann einige Dinge ausprobiert, wobei der Gegner durch unnötige Puckverluste auch zu Chancen kam.«

Held des Tages hätte Tomas Sykora werden können. Der schnelle, robuste und technisch starke Slowake mit dem deutschen Pass war neben Verteidiger Reid McNeill der stärkste Löwe an diesem Abend. Er hatte allein vier große Chancen, die Begegnung zu entscheiden. Im ersten Drittel hatte er getroffen, das Tor wurde jedoch nicht gegeben, weil es eine Sekunde nach der Sirene gefallen war. »Bei meinem Alleingang wurde ich mehrmals beharkt, das hätte - wie ich später auf dem Video sah - einen Penalty geben müssen. Dennoch hätte ich es besser lösen können«, so der 31 Jahre alte Stürmer.

Ohne die enge und konsequente Abwehrarbeit der Heilbronner schmälern zu wollen: Ein frisches Löwen-Rudel hätte die Festung erobert. Aber den Frankfurtern merkte man die Strapazen schon an. »Wir haben in neun Tagen fünf Spiele bestritten. Bei den drei Reisen nach Bayern kehrten wir jeweils erst um vier Uhr früh nach Frankfurt zurück«, erklärte Sykora. »

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