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Wetzlar mit Auftaktniederlage

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Bei der 27:31-Saisonauftaktniederlage der HSG Wetzlar beim HC Erlangen setzt sich Jonas Schelker (21) gegen den Gastgeberspieler Christopher Bissel (l.) durch. © Red

Mit einer Niederlage ist die HSG Wetzlar in ihre Jubiläumssaison gestartet. Beim HC Erlangen unterliegt der heimische Handball-Bundesligist am Donnerstagabend mit 27:31 (13:16) und verpasst die insgeheim erhoffte Überraschung.

Die erste schlechte Nachricht ereilte die HSG Wetzlar bei der 27:31 (13:16)-Niederlage beim HC Erlangen bereits vor der Partie. Der serbische Linkshänder Jovica Nikolic musste zu Hause bleiben, weil er sich in der Vorbereitung auf das Spiel eine Kapsel- und Bänderverletzung am rechten Fuß zugezogen hat.

Seine Kollegen schienen zudem in der Anfangsphase noch mit dem Kopf im Bus zu sein. Nach zehn Minuten hieß es 2:6 und Trainer Benjamin Matschke bat seine Mannschaft erstmals zum Gespräch. Wetzlar agierte im Angriff fahrig, Mittelmann Magnus Fredriksen gelang es nicht, das Spiel zu ordnen. Hinzu kamen einige unvorbereitete Fehlwürfe aus ungünstigen Positionen.

Erlangen machte der HSG mit seiner kompakten Abwehr das Leben schwer, zeigte ein schnelles Rückzugsverhalten und war im Angriff durchschlagskräftiger.

Matschke brachte Neuzugang Jonas Schelker für Fredriksen auf die Platte und der sorgte sofort für mehr Alarm im Wetzlarer Angriff. Mit Radojica Cepic und Hendrik Wagner an seiner Seite wirkte das Spiel dynamischer. In der Abwehr gelang nun auch der ein oder andere Ballgewinn. So verkürzte Lars Weissgerber per Gegenstoß auf 6:9 (15.). Matschke ließ seine Truppe von der 5:1-Formation ab und an auf 6:0 wechseln und streute nebenbei noch die 4:2-Defensive ein, um Erlangen immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Im Tor löste Anadin Suljakovic Till Klimpke ab, der in der ersten Viertelstunde keine Hand an den Ball bekam.

Nach Emil Mellegards Treffer zum 10:12 in der 19. Minute unterbrach HCE-Coach Raul Alonso den Lauf der Mittelhessen mit einer Auszeit. »Ich bin wirklich stolz auf Jonas Schelker, Radojica Cepic und Hendrik Wagner, die relativ früh rein sind«, erklärte Matschke bei Sky, »ich habe nach zehn Minuten auf die Bank geschaut und da saßen die ganzen etablierten Spieler. Fredriksen, Vladan Lipovina und Lenny Rubin sind ganz schlecht ins Spiel gekommen, so war ich gezwungen, viel zu wechseln. Die jungen Spieler haben das erfrischend gemacht nach dem 2:7.«

Alonso hatte mit seiner Auszeit die Wetzlarer aus dem Tritt gebracht und so dauerte es neun (!) Minuten, ehe Lipovina zum 11:15 traf. Die anschließende Überzahl schlossen die Grün-Weißen mit 2:1 ab, sodass es mit 13:16 in die Pause ging. Alonso bei Sky: »Unsere Pläne haben in der Defensive wie in der Offensive gegriffen. Aber wir haben uns selber in die Bredouille gebracht, da wird das Spiel ein bisschen enger. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viel im Tempospiel riskiert und technische Fehler gemacht.«

Auch im zweiten Durchgang rührte Erlangen in der Abwehr Beton an, war schnell und aufmerksam auf den Beinen. Dadurch erzwangen die Gastgeber Ballverluste der HSG und wandelten diese zur 23:17-Führung um. Der HCE bestrafte jeden Fehler der Wetzlarer konsequent, sodass Matschke innerhalb von zwei Minuten zwei Auszeiten nahm. Abgesehen von den vielen Fehlern im Spielaufbau hatten auch die Torhüter nicht den besten Tag erwischt. Suljakovic bekam die Kugel zwei Mal zu fassen, Klimpke immerhin sechs Mal, dabei hielt er drei Siebenmeter in der letzten Viertelstunde.

Erlangen legte bis auf 28:21 vor, hatte für jede Taktik der Wetzlarer eine Lösung parat. In den letzten zehn Minuten nahm der HCE etwas Tempo aus seinem Spiel, wodurch die HSG noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnte. Der Sieg der Gastgeber war jedoch nie in Gefahr.

»Wir können ganz viel mitnehmen«, erklärte Wetzlars Trainer Benjamin Matschke. »Die jungen Spieler haben Verantwortung übernommen, die haben das richtig gut gemacht. Darauf können wir aufbauen.« Die Niederlage war dennoch folgerichtig.

*

Erlangen: Obling, Ferlin; Heiny, Sellin, Bialowas, Zehnder (3), Firnhaber (2), Büdel (4), Bissel (4), Metzner (2), Link, Jeppsson (5), Steinert (1/1), Kurch, Olsson (8/1), Zechel (2).

Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll (2), Lipovina (2), Schmidt (3), Becher, Weissgerber (4/1), Schelker (6), Fredriksen, Wagner (2), Mellegard (1), Cepic (3), Rubin (2), Novak (2).

Im Stenogramm / SR: Kern/Kuschel (Bellheim/Kandel). - Z: 3745. - Zeitstrafen: 4:0 Min. - Siebenmeter 5/2:3/1.

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