+
Annika Junck und Lilli Kaiser, Sportaerobic-Weltmeisterinnen im Duo online.

Sportaerobic-Weltmeisterschaften

WM-Titel für Annika Junck und Lilli Kaiser

Toller Erfolg: Ein junges Duo aus dem Hochtaunus holt sich den Sportaerobic-Weltmeister-Titel. Dazu gibt es noch einen Vize-Titel.

Schmitten (dio/red). Welch ein Triumph: Das Duo Annika Junck (18 Jahre, Oberreifenberg) und Lilli Kaiser (21 Jahre, Oberstedten) haben den Sportaerobic-Weltmeistertitel im Duo nach Deutschland geholt. Bereits einige Wochen zuvor hatten die beiden Sportlerinnen bei den Europameisterschaften Bronze errungen.

Umso erstaunlicher ist es, dass sie bei der WM nicht nur die gesamte starke europäische Konkurrenz, wie zum Beispiel die starken die Tschechinnen schlagen konnten, sondern auch die australischen und neuseeländischen Teams. In allen Wertungsbereichen wie Technik, Aerobic und Artistik erlangte das deutsche Team den ersten Platz.

Im Vorfeld gab es einige organisatorische Hürden zu überspringen. Denn was soll man tun, wenn eine Weltmeisterschaft geplant ist, alle Hygienekonzepte ausgearbeitet sind und kurz vor der Veranstaltung die Corona-Fallzahlen wieder nach oben schnellen? Eigentlich sollte die Veranstaltung in Frankreich stattfinden, aber kurz vorher musste die Großveranstaltung abgesagt werden. Kurzerhand führte deshalb der FISAF-Weltverband die Weltmeisterschaften per Online-Veranstaltung durch.

Nachdem im vorherigen Jahr die internationalen Wettkämpfe alle ausgefallen waren, sollte dieses Jahr der Trainingseinsatz der Athletinnen nicht umsonst gewesen sein. Unter strengen Vorgaben mussten die Sportlerinnen ihre Küren filmen und einsenden. Anschließend wurden dann die eingereichten Filme abgespielt, von den Kampfrichter*innen bewertet und die Ergebnisse in einer Online-Veranstaltung bekanntgegeben.

Freudentränen

Im heimischen Wohnzimmer erfuhren so die überglücklichen jungen Damen aus dem Hochtaunus, dass sie Weltmeisterinnen geworden sind. Die Freude war deshalb nicht minder gering. Die Tränen flossen und alle Anstrengungen und Aufregungen in den harten Zeiten des Leistungssports der vergangenen zwei Jahre waren vergessen.

Unter dem Thema »Sailors« konnten das Duo Junck/Kaiser als Matrosinnen oder Piratinnen überzeugen. Beide sind nicht nur gute Sportlerinnen, die hoch springen und synchron Grätschen und andere Figuren in der Luft präsentieren, sondern sie zeigen auch einarmige Kraftelemente, die noch dazu aus der Luft abgefangen werden. Auch gibt es Sprünge in den Spagat, wobei die Arme und Hände synchron zu jedem Takt eine andere Bewegung ausführen und dies auch noch passend zum Motto. Am meisten beeindruckten die beiden Deutschen aber durch ihre ausgesprochen starke Gestik und Mimik, mit der sie wie Schauspielerinnen die dargestellten kleinen Szenen unterstrichen.

Aber nicht nur als Duo überzeugten die beiden Athletinnen des deutschen Teams bei der WM. Lilli Kaiser, die auch Trainerin der Athletinnen der Leistungsgruppe der Sportschule Farnung ist, wurde im Einzel Vizeweltmeisterin. Was für eine Leistung der jungen Oberurselerin. Moulin Rouge war ihr Thema und wie schon im Duo konnte sie durch ihre Ausdruckskraft und die sauber ausgeführten Elemente begeistern. Ihre Mutter Petra Kaiser hat die toll abgestimmten Kostüme zu den Themen-Küren entworfen und geschneidert.

Das war aber noch nicht alles. Auch das zweite Duo Natalie Schwerdtfeger (17 Jahre, Bad Homburg) und Nina Thorne (18 Jahre, Bad Homburg) erreichte einen überragenden fünften Platz. Das Thema Abba wurde mitreißend vertanzt. Sie überzeugen durch sauber ausgeführte Elemente und begeisternde witzige Abba-Moves. Mit ihren blau-goldfarbenen Retro-Kostümen und ihrer fröhlichen Art nahmen sie das Publikum mit. Natalie Schwertfeger konnte im Einzel mit einer starken Kür den neunten Platz belegen. Sie überzeugte durch ihre schönen Sprünge und ihre Leichtigkeit auf der Bühne.

Unterstützung

Annika Junck, die eigentlich im Einzel gemeldet war, konnte wegen einer starken Erkältung im Einzel nicht starten und sparte ihre ganze Kraft für das Duo auf, was sich im Nachhinein ja absolut gelohnt hat.

In der Kategorie der Juniorinnen konnte Cosima Steyer (15 Jahre, Oberursel) einen guten 13. Platz belegen. Sie zeigte gute Pflichtelemente und turnte zu einer mitreißenden Musik. Michaela Steyer, die Inhaberin der Sportschule Michaela Steyer, freute sich über den Erfolg ihrer Leistungsgruppe. Am Ende gehört der Dank aber auch den Eltern der Deutschland-Crew, die seit Jahren nicht nur die finanziellen Mittel bereitstellen, sondern den Weg der jungen Damen auch durch seelische Unterstützung bei Wettkämpfen und im Training begleiten.

Aus dem Sprung abgefangen und dann in den einarmigen Liegestütz - Annika Junck und Lilli Kaiser zeigen ihre athletischen Fähigkeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema