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Zusammenrücken

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Auch für die Basketballerinnen der BSG Usinger Land um Linda Brendel (rechts), die sich aus den Teams der SG Hausen und der Usinger TSG zusammensetzt, gibt es veränderte Spiel- und Trainingsbedingungen. FOTO JF © Gerhard Strohmann

Hochtaunuskreis (rem). Als die Meldung am Mittwoch vergangener Woche die Runde machte, kam auch Sonja Fitzner ins Grübeln. Die Frau ist zwar Abteilungsleiterin der Usinger TSG (UTSG), und der Hochtaunuskreis hatte ja erst einmal bekanntgegeben, dass die Sporthalle der Altkönigschule in Kronberg sowie die Sporthalle der Grundschule »Am Hasenberg« im Neu-Anspacher Stadtteil Hausen zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert werden - und zwar besser jetzt als gleich.

Doch die Basketballer der UTSG treten gemeinsam mit den Korbjägern der SG Hausen 05 als Basketballspielgemeinschaft Usinger Land an. Und deren Mannschaften trainieren eigentlich in der Hausener Schulturnhalle. Ein paar Absprachen und Telefonate später war klar: Andere Mannschaften und Trainingsgruppen rücken ein wenig enger zusammen, sodass die Basketball-Teams der Spielgemeinschaft kurzfristig in der neuen Sporthalle der Christian-Wirth-Schule eine Übergangsheimat fanden. Meist sogar zu ähnlichen Zeiten, nur gekürzt werden musste manche Einheit.

Seit Montagnachmittag nun ist das Improvisationstalent von gleich vier weiteren Abteilungen der UTSG gefragt. Und bei Sonja Fitzner, die auch in der Vereinsgeschäftsstelle arbeitet, glühen die Drähte. Am Donnerstagabend stand ein Treffen mit Abteilungsvertretern an, bei dem man sich sortieren wollte, erzählte sie im Vorfeld. Denn auch die Usinger Marstallhalle soll nun für Flüchtlinge geräumt, zudem im Wilhelmj-Salon die Essensausgabe eingerichtet werden. Kurzfristig umziehen müssen deshalb Trainingsgruppen der Abteilungen Tischtennis, Skigymnastik und Turnen/Gymnastik sowie die Alte-Herren-Fußballer. Nur wohin?

Man müsse jetzt schon sehr spontan reagieren, entgegnet Sonja Fitzner die Frage mit einem entspannten Lächeln, »die Stimmung bei uns ist deshalb aber nicht schlecht. Alle haben bei uns Verständnis dafür. Denn den Menschen muss einfach geholfen werden.«

Einmal tief durchatmen

Signale habe es bereits seitens der Leichtathleten und Handballer im Verein gegeben, Trainingszeiten in der Buchfinkenhalle abzugeben, die in drei Felder geteilt werden kann. Ebenso gebe es Bestrebungen, dass Trainingsgruppen nach draußen ausweichen. Nur für die Tischtennis-Mannschaften sei das nicht so einfach, »die müssen ja drinnen spielen, sonst gehen die Platten kaputt«, erläutert Sonja Fitzner.

Bei der SG Hausen 05 heißt es erst einmal: durchatmen. Zunächst mussten die Sportgeräte und Trainingsutensilien aus der Sporthalle der Grundschule geholt werden, nur die Tischtennisplatten blieben mangels Transport- und Unterstellmöglichkeiten dort. Das sei ziemlich anstrengend und auch nervenaufreibend gewesen, ist aus dem Hausener Vereinsvorstand zu vernehmen. Vor einem logistischen Problem standen plötzlich neben den Basketballern auch die Tischtennisspieler und Gymnastikfreunde, in Summe sind Hunderte von Sportlern betroffen.

Große Hilfsbereitschaft

Bei einer Videokonferenz mit der Stadt Neu-Anspach seien dann am Montag weitere Trainingsalternativen besprochen worden. So findet die Gymnastik erst einmal im Hausener Treff statt, und die Tischtennisspieler trainieren mit der SG Anspach in der Adolf-Reichwein-Halle. Um Punkte gespielt wird auf Ebene des Hessischen Tischtennis-Verbandes wegen Corona in dieser Saison nicht mehr. Das kommt zumindest den beiden Neu-Anspacher Vereinen jetzt entgegen. Gefreut hat man sich im SGH-Vorstand über die große Hilfsbereitschaft seitens des Nachbarvereins SGA. Mit der Usinger TSG verbindet die Vereinsverantwortlichen derweil die Hoffnung, dass die Situation für die Menschen in der Ukraine, aber auch die Folgen des Krieges für das hiesige Vereinsleben nicht sehr lange andauern.

Sonja Fitzner ist derweil fest davon überzeugt, dass die UTSG-Sportler aus eigener Kraft ihrem Hobby weiterhin nachgehen können. So denn ein ganz anderes Problem bald gelöst wird: Für Gymnastik- und Turngruppen würden dringend weitere Trainer gesucht. Wer coachen möchte, könne sich gerne auf der Geschäftsstelle melden.

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