»Ab in die Hölle«

(dpa). Der sorgenvolle Blick aus geröteten Augen und die nach unten gezogenen Mundwinkel sprachen Bände. »Das ist die harte Realität«, wiederholte Trainer Xavi Hernández immer und immer wieder nach der 0:3-Pleite seines FC Barcelona beim FC Bayern München - die das erste Scheitern der Katalanen in der Gruppenphase der Fußball-Champions-League nach 21 Jahren besiegelte.

Er sei »stinksauer«.

Das Club-Idol, das erst vor einem Monat einen ruhigen und bestens bezahlten Job in Katar aufgegeben hatte, um bei Barça laut Medien als »Retter« anzuheuern, bereut vielleicht seine Entscheidung schon. »Das ist auch für mich ein harter Schlag. Ich hatte gehofft, dass wir hier eine Chance haben würden«, räumte der 41-Jährige ein.

Am deutlichsten beschrieb wohl »AS« die Lage des einstigen Vorbild-Vereins: »Ab in die Hölle«, titelte sicher nicht ohne Schadenfreude die Madrider Fachzeitung, die so etwas wie das Hausblatt von Real Madrid ist - des derzeit sehr erfolgreichen Erzrivalen Barcelonas. Auf Seite eins des Konkurrenzblattes »Marca« war am Donnerstag die riesengroße Seite-1-Schlagzeile »Der Untergang« an den Kiosken nicht zu übersehen. Auch die katalanischen Blätter wollten nichts schönreden. »Barça hat den absoluten Tiefpunkt erreicht«, analysierte »Sport«, und »Mundo Deportivo« sprach von der »Chronik eines angekündigten Todes« und von einer Stimmung »unter null.«

Noch vor dem Rückflug versprach Xavi den Fans: »Jetzt beginnt eine neue Ära. Das muss ein Wendepunkt sein, das habe ich den Spielern schon gesagt.« Man werde »sehr hart arbeiten.« Die Spieler müssten mehr Selbstrespekt an den Tag legen.

Thomas Müller, der den Niedergang mit seinem ersten Treffer einleitete, meinte, Barcelona habe zwar immer noch super Spieler, aber: »Ich habe das Gefühl, dass sie die Intensität, die momentan im Fußball herrscht, einfach nicht mitgehen können.«

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